Schlimme Verletzung zwingt Halterner Aufstiegshelden zum Karriereende

dzFußball

Schon 2019 beim TuS Haltern plagte den 30-Jährigen eine Verletzung. Ein Jahr später sorgt sie nun für sein Karriereende. Seinem aktuellen Verein bleibt er aber erhalten - in neuer Funktion.

Haltern

, 21.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Jahr spielte er nur für den TuS Haltern am See, doch in diesem einen Jahr gehörte er zu den Spielern, die einen großen Anteil am bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte hatten. Mit dem TuS feierte der heute 30-Jährige den Aufstieg in die Regionalliga West. Dort konnte er für die Halterner allerdings nicht mehr auflaufen, er wechselte im vergangenen Sommer. Doch auch für sein neues Team machte er seit seinem Wechsel kein Spiel mehr. Eine Verletzung verhinderte einen Einsatz - und zwingt ihn nun sogar zum Karriereende. Seit dem Winter hat er aber schon eine neue Aufgabe in seinem Verein.

14 Spiele machte Keeper Stephan Tantow in der Oberliga-Saison 2018/19 für den TuS Haltern. In neun davon kassierte er kein einziges Gegentor. Doch noch während seiner Zeit beim TuS stoppte ihn eine Knieverletzung, die ihn auch in der kommenden Saison beschäftigen sollte.

Auf dem Feld stehen konnte er beim entscheidenden Spiel des TuS Haltern gegen RW Ahlen zwar nicht, aber bei der anschließenden Aufstiegsfeier war Stephan Tantow natürlich dennoch dabei.

Auf dem Feld stehen konnte er beim entscheidenden Spiel des TuS Haltern gegen RW Ahlen zwar nicht, aber bei der anschließenden Aufstiegsfeier war Stephan Tantow (l.) natürlich dennoch dabei. © Christopher Kremer

Ein Innenbandriss und ein Knorpelschaden verhinderten weitere Einsätze. Vor allem letzteres sei „ziemlich heftig“ gewesen, sagt er. Etwa ein Zentimeter Knorpel war in seinem Knie abgebrochen.

Stephan Tantow hat bis zum Ende gehofft, noch mal spielen zu können

Eine Verletzung, von der er sich nicht mehr ganz erholen konnte. „Ich hatte die Hoffnung, dass ich noch mal spielen kann“, sagt er. Im Sommer habe er auch wieder mit ersten Einheiten angefangen, doch schnell kam die Erkenntnis, dass es nicht mehr geht. „Das Knie macht es nicht mehr mit.“ Schon mehrere Male in seiner Karriere hatte er Probleme mit besagtem Knie. „Es ist nun leider so, dass ich meine Karriere beenden muss“, erklärt Tantow. „Ich hatte wirklich die Hoffnung, dass es noch mal klappt.“

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Ein weiteres Jahr Fußball wäre vielleicht noch mal möglich, sagt der 30-Jährige, der vor allem in der Westfalenliga für Preußen Münster II zum Einsatz kam. Doch es bestehe dann auch eine deutlich größere Gefahr, dass er sich sogar noch schwerer als zuletzt verletzt. Seine Ärzte hätten ihm gesagt, dass ihm dann womöglich schon in rund zehn Jahren ein künstliches Kniegelenk drohen würde. Das Risiko will Stephan Tantow aber nicht eingehen. Auch wenn in der kommenden Spielzeit noch mal die Regionalliga West lockt.

Denn nach dem Aufstieg mit dem TuS Haltern wechselte er zu RW Ahlen - genauso wie Bennett Eickhoff, Luca Steinfeldt und Marvin Schurig. Am Ende der im Juni abgebrochenen Saison sprangen die Ahlener dank der Quotientenregelung noch vom dritten auf den zweiten Tabellenplatz und sicherten sich so den Aufstieg in die Regionalliga. Dort wird Stephan Tantow dann allerdings nur zusehen - als Fan, aber auch als Mitarbeiter des Vereins.

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Schon im vergangenen Winter übernahm der Torhüter bei den Ahlenern die Rolle des Marketingleiters. Für den ehemaligen Zweitligisten „ein riesiger Gewinn“, sagt der Sportliche Leiter Joachim Krug. Auch jetzt, da klar ist, dass Tantow nicht mehr aufs Feld zurückkehren kann, wird er sich weiterhin um das Marketing und Sponsoring kümmern. Vorher leitete er ein Logistikunternehmen, welches er von einem Verwandten geerbt hatte.

„Auf Dauer wollen wir uns in der Regionalliga etablieren“

Dass er weiterhin im Fußballgeschäft tätig ist, „war mir wichtig“, sagt er. Dank seines neuen Jobs kann er auch weiterhin mit dem Fußball verbunden bleiben und Teil des Abenteuers Regionalliga sein. Und was ist in der kommenden Saison in der neuen Liga drin für die Ahlener? „Das ist eine schwierige Frage“, sagt Stephan Tantow.

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Für seine Teamkollegen werde es nicht einfach. Mit vielen seiner ehemaligen Mitspieler vom TuS Haltern hat er auch noch Kontakt. Daher wisse er schon, dass die Regionalliga kein leichtes Unterfangen für seinen Verein werde. Der TuS Haltern ging am Ende freiwillig zurück in die Oberliga. Die Ahlener haben andere Pläne. Zuerst einmal gehe es nur um den Klassenerhalt, „auf Dauer wollen wir uns aber schon in der Regionalliga etablieren“.

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