Regionalligist TuS Haltern am See bekommt 35.000 Euro zurück

dzRegionalliga West

Die Verantwortlichen des Westdeutschen Fußballverbands (WDFV) werden in dieser Woche per Telefonkonferenz mit den Vereinen über die Zukunft sprechen. Eine Entscheidung gibt es bereits.

Haltern

, 30.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Offiziell ist der Spielbetrieb in der Regionalliga West bis zum 19. April auf Eis gelegt. Der Glauben an eine Fortsetzung der Saison schwindet jedoch immer mehr.

Am Samstagabend plädierte Hajo Sommers, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, im ZDF-Sportstudio für einen vorzeitigen Saison-Abbruch. „Ja, der Verband sagt, dass bis zum 19. April Pause ist. Aber da frage ich mich ernsthaft, ob die Herren denn keine Nachrichten hören? Sie sollen dann mal in den Gelben Seiten blättern und einen Virologen anrufen. Keiner glaubt doch ernsthaft, dass ab dem 19. April wieder Fußball gespielt wird“, sprach Sommers Klartext.

Zuverlässige Risikobewertung

Ähnlich sieht es Sascha Kopschina, Sportdirektor des TuS Haltern am See. „Ich gehe ebenfalls davon aus, dass die Saison für beendet erklärt wird“, so Kopschina. Er hat eine klare Meinung: „Wenn sich die Lage irgendwann beruhigt, was sicher alle hoffen, dann brauchen wir zunächst eine zuverlässige Risikobewertung. Vorher brauchen wir uns mit Fußball gar nicht beschäftigen. Der Fußball ist nicht der Motor unserer Gesellschaft. Alles andere als ein sofortiger Abbruch wäre für mich daher auch nicht nachvollziehbar.“

Die Saison Ende April fortsetzen zu können, sei unwahrscheinlich. Kopschina: „Da müssten ja auch die Kommunen die Sportplätze wieder frei geben. Das kann ich mir absolut nicht vorstellen.“ Seinen Humor hat der Sportdirektor dennoch nicht verloren. „Wir sind immerhin seit vier Wochen ungeschlagen“, sagt er und schmunzelt.

Der Fußball fehle ihm nur bedingt. Es sei schön, nach den vielen Anstrengungen der letzten Jahre, nun auch mal etwas „entschleunigen“ zu können. Die letzten Tage habe er vorwiegend im eigenen Garten verbracht. „Ich wusste auch gar nicht, dass ich handwerklich so begabt bin“, sagt er mit einem Lächeln.

Die Spieler um Stürmer Stefan Oerterer und Co. seien weiter im Home-Office und halten sich mit Fitnessplänen von Trainer Oliver Bautz in Form. Eine Kürzung der Gehälter sei aktuell kein Thema. „Wie man mit Aufwandsentschädigungen grundsätzlich umgehen sollte, dazu wird sich aber der Vorstand sicher noch beraten.“

Noch in dieser Woche sollen im Rahmen einer Telefonkonferenz alle Vertreter der Vereine der Regionalliga West nochmal zusammenkommen. „Dabei werden wir wie schon bei der letzten Schalte vor knapp zwei Wochen die Meinungen abfragen. Ziel ist es, am Ende zu einem einheitlichen Ergebnis zu kommen“, so Roland Leroi, Pressesprecher des WDFV.

Entscheidungen könnten aktuell sowieso nur unter Vorbehalt getroffen werden. Bei der letzten Telefonkonferenz seien die Vereine gewillt gewesen, die Saison sportlich zu Ende zu bringen. Mittlerweile scheint die Tendenz aber in eine deutlich andere Richtung zu gehen.

Kaution erst später fällig

Fakt ist auch: Am 31. März läuft die Frist für das Lizensierungsverfahren ab. Bis dahin müssen die Vereine ihren Lizenzantrag für die neue Saison einreichen. Normalerweise müssen die Klubs dabei auch ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit darlegen, indem sie eine Kaution in Höhe von 35.000 Euro hinterlegen.

Die Kaution wird diesmal jedoch nicht sofort, sondern erst vor dem 1. Spieltag der neuen Saison fällig. Leroi: „Diesen Beschluss hat unser Präsidium in der letzten Sitzung gefasst, da viele Vereine aufgrund der aktuellen Situation mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben.“ Außerdem sei beschlossen worden, den Vereinen die Kaution der laufenden Saison umgehend zurück zu überweisen.

Eine Entscheidung, die dem TuS Haltern am See und allen anderen Vereinen in diesen Tagen etwas Sicherheit spenden dürfte.

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