Regionalliga trotz TuS-Rückzug: Fünf Ex-Halterner kicken beim selben Verein

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Trotz des TuS-Rückzuges wird es in der kommenden Saison eine Haltern-Connection in der Regionalliga geben. Fünf Ex-Halterner spielen beim selben Verein. Der würde gerne sechs daraus machen.

Haltern

, 16.07.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nachdem der TuS Haltern am See sein neues Bilbao-Konzept vorgestellt hatte, war schnell klar, dass es Veränderungen im Kader geben wird. Der erste große Wechsel fand auf der Trainerbank statt: Timo Ostdorf übernahm für Aufstiegs-Trainer Magnus Niemöller. Danach folgten die ersten Spielerwechsel. Auch wenn die Halterner sich nun wieder aus der Regionalliga zurückgezogen haben, werden einige ihrer Spieler weiterhin in Deutschlands vierthöchster Spielplasse auflaufen. Fünf von ihnen sogar beim gleichen Verein - und wieder in der Rolle des Aufsteigers.

Mit Arda Nebi und Romario Wiesweg sind die nächsten zwei Spieler, die zuvor für den TuS Haltern aufliefen, zu RW Ahlen gewechselt. Die Ahlener schafften in der vergangenen Saison nach drei Jahren Oberliga den Sprung zurück in die Regionalliga West. Das Team von Christian Britscho, der nun zur SG Wattenscheid gewechselt ist, stand eigentlich nur auf Platz drei, als die Saison abgebrochen wurde. Doch durch die Quotientenregelung rutschten die Ahlener noch am RSV Meinerzhagen vorbei auf Rang zwei.

Auch Ex-Spieler Tim Kallenbach würde RW Ahlen gerne verpflichten

Nebi und Wiesweg bleiben der Regionalliga also erhalten. Außerdem trafen sie bei den ersten Trainingseinheiten auf einige bekannte Gesichter. Denn mit Stephan Tantow, Bennett Eickhoff und Luca Steinfeldt spielen seit der vergangen Saison noch mehr Ex-Halterner in Ahlen. Mit Marvin Schurig, für den die Feierlichkeiten nach dem Regionalliga-Aufstieg des TuS Haltern mit viel Pech und einem Nasenbeinbruch endeten, wechselte im Sommer 2019 sogar noch ein Spieler zu RW Ahlen. Doch Schurig ist seinem Trainer Christian Britscho nach Wattenscheid gefolgt.

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Somit spielen in der neuen Saison allerdings immer noch fünf ehemalige Spieler des TuS Haltern in der Regionalliga für Ahlen. Eine wirkliche Verbindung gebe es zwischen den Vereinen aber nicht, sagt Joachim Krug, Sportlicher Leiter der Ahlener. In der letzten Zeit habe es immer wieder Spieler bei einem der beiden Vereine gegeben, der in der Vergangenheit noch für den anderen aufgelaufen war.

Arda Nebi (r.) ist zu RW Ahlen gewechselt, dort trifft er auf einige alte Bekannte.

Arda Nebi (r.) ist zu RW Ahlen gewechselt, dort trifft er auf einige alte Bekannte. © Blanka Thieme-Dietel

Als Beispiel nennt er Mittelfeldspieler Tim Kallenbach. Der 25-Jährige spielte in der Regionalliga-Saison 2016/17 für Ahlen, ehe er über den Umweg Schalke II in Haltern landete. Aktuell steht Kallenbach noch beim TuS unter Vertrag. Doch auch er würde gut wieder nach Ahlen passen, findet Joachim Krug. „Ihn hätte ich auch ganz gerne wieder“, sagt er.

Generell achte Ahlen besonders darauf, Spieler zu verpflichten, die keine zu weiten Anfahrten haben. Daher seien beispielsweise Spieler aus dem Münsterland besonders interessant - genauso wie sie es eben auch für den TuS Haltern sind. „Aber ich habe keine Flatrate mit Sascha (Kopschina, Leiter Gesamtstrategie Sport des TuS Haltern, Anm. d. Red.)“, sagt Joachim Krug und lacht.

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Aber wie haben sich die Halterner in Ahlen gemacht? Für Torhüter Stephan Tantow lief die vergangene Saison nach seinem Wechsel nicht wie geplant. Nachdem er bereits mit einer Verletzung nach Ahlen kam, machte er kein Spiel für den damaligen Oberligisten.

Joachim Krug: „Vom Umfeld und Stadion sind wir vielleicht besser“

Bennet Eickhoff hingegen gehörte in der abgebrochenen Spielzeit zu den Dauerbrennern der Ahlener. Von 18 möglichen Spielen in der Oberliga bestritt er 17. Alle über 90 Minuten. Nur am 13. Spieltag beim 3:1-Auswärtssieg seines Teams fehlte er. „Er und Luca Steinfeldt haben wesentlich zu unserem Aufstieg beigetragen“, lobt Krug die beiden Ex-Halterner. Für den TuS Haltern erzielte der junge Steinfeldt insgesamt fünf Tore in 26 Pflichtspielen.

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Durchspielen durfte der Stürmer allerdings nur dreimal: beim 0:5 gegen die TSG Sprockhövel, beim 0:1 gegen den SV Schermbeck und am letzten Spieltag, als der Aufstieg schon feststand, beim 2:0 gegen Westfalia Rhynern, als er beide Tore erzielte. Für RW Ahlen stand Steinfeldt insgesamt 18 Mal in der Oberliga auf dem Platz. Kam er beim TuS nur auf durchschnittlich 39 Minuten pro Spiel, waren es zuletzt bei Ahlen 69 Minuten, in denen ihm sieben Tore und drei Torvorlagen gelangen.

In der kommenden Spielzeit erwartet die drei sowie Arda Nebi und Romario Wiesweg die Außenseiterrolle in der Regionalliga. Ahlens Sportlicher Leiter Joachim Krug sieht einige Parallelen zum TuS Haltern. „Wir haben es ähnlich wie der TuS“, sagt er. Zwar habe Ahlen als ehemaliger Zweitligist vielleicht noch einen etwas größeren Namen, doch die Ausgangslage für die Regionalliga ist ähnlich wie die der Halterner vor einem Jahr.

Romario Wiesweg (r.) spielt in der kommenden Saison genauso wie vier weitere Ex-Halterner mit RW Ahlen in der Regionalliga.

Romario Wiesweg (r.) spielt in der kommenden Saison genauso wie vier weitere Ex-Halterner mit RW Ahlen in der Regionalliga. © Braucks

„Ahlen ist ein kleiner Ort“, erklärt Krug. Dementsprechend schwer gestalte sich auch immer die Suche nach Sponsoren. Dadurch gehen die Ahlener mit einem verhältnismäßig kleinen Etat in die Regionalliga. So wie auch der TuS Haltern vor einem Jahr, der ebenfalls als Außenseiter in die Saison ging. „Vom Umfeld und Stadion sind wir vielleicht besser“, sagt er, „aber die Probleme sind die gleichen“. Die Herausforderung für ihn und alle Ahlener werde sein, mit wenig Geld in der Liga zu bestehen.

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Dass der TuS Haltern sich in die Oberliga zurückgezogen hat, ist für Krug nachvollziehbar. Vor allem mit Blick auf die Heimspiele, die der TuS zuletzt regelmäßig im Lohrheidestadtion oder in der Mondpalast-Arena bestreiten musste, sei der Rückzug sinnvoll. Viele eigentliche Heimspiele auswärts auszutragen, „würden wir nicht tun“, stellt Joachim Krug klar. Die Halterner werden es nun auch nicht mehr tun müssen. In der Oberliga wird die Stauseekampfbahn wieder regelmäßig und ohne Ausnahmen im Einsatz sein.

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