Neuer Trainer beim SV Hullern übernimmt ein Team, das bereits 125 Gegentore kassiert hat

dzFußball Kreisliga B

Im Dezember übernahm Christoph Bafs-Dudzik das Traineramt beim abstiegsgefährdeten SV Hullern. Im Interview erklärt er jetzt, wie er sein Team wieder in die richtige Spur kriegen möchte.

von Jürgen Patzke

Hullern

, 16.01.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christoph Bafs-Dudzik löste zum Ende des vergangenen Jahres Spielertrainer Falk König beim SV Hullern ab. Er übernahm damit eine Mannschaft, die mit nur drei Zählern und einem vernichtenden Torverhältnis (15:125) auf dem letzten Tabellenplatz der Kreisliga B steht. Denn: In 15 Spielen gelang den Hullernern bislang nur ein mickriger Sieg.

Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt zum Start in die Rückrunde satte 13 Punkte. Zum SV Horneburg, der vor den Hullerner auf einem Relegationsplatz steht, sind es fünf Punkte. Was Mut macht: Unter der Leitung des neuen Trainers präsentierte sich die Mannschaft zuletzt deutlich selbstbewusster und stabiler in der Defensive. Aber wird es am Ende für den Klassenerhalt reichen?

Neuer Trainer beim SV Hullern übernimmt ein Team, das bereits 125 Gegentore kassiert hat

Christoph Bafs-Dudzik © Jürgen Patzke

Wir sprachen mit dem 47-jährigen Trainer des SV Hullern über seine Situation.


Herr Bafs-Dudzik, wilkommen beim SV Hullern. Was hat Sie gereizt, das Team in dieser schwierigen Situation zu übernehmen?

Der einwandfreie Charakter der Jungs war für mich ganz entscheidend. Ich bin schon seit dem 1. Oktober dabei und habe so auch bereits das Umfeld kennenlernen dürfen. Aktuell haben wir 19 Spieler im Kader. Einige davon haben zwar lange nicht mehr gespielt, sie werden uns aber helfen. Mich reizt die Aufgabe, mit den Jungs aus dem Tabellenkeller rauszukommen. Der Kontakt zu Hullern kam durch meinen Cousin zustande, der ebenfalls hier Fußball spielt.

Wird es in der Winterpause personelle Veränderungen geben?

Ja, ich bin da noch in Gesprächen. Es werden wohl noch zwei oder drei Spieler aus dem Hertener Raum dazustoßen. Mit Falk König und Marcel Schulmeistrat haben wir leider auch zwei Abgänge zu verzeichnen. Falk König, den ich gerne behalten hätte, war leider auch nicht umzustimmen.

Ihr Vorgänger wollte vor allem auf Halterner Spieler setzen? Sie sehen das offenbar etwas anders...

Es ist schwierig, Spieler nur aus dem Halterner Bereich zu bekommen. Hier haben wir das Potenzial einigermaßen ausgeschöpft. Ich wohne in Datteln und habe aus diesem Bereich schon einen Spieler, der auch längere Zeit pausierte, zu uns geholt. Wichtig ist, dass die Jungs charakterlich zu uns passen.

Wird es künftig auch noch Unterstützung von den Alten Herren geben?

Ja, das ist so geplant und auch von meiner sehr jungen Mannschaft so gewollt. Es ist wichtig erfahrene Spieler an seiner Seit zu haben, auch wenn das als Kollektiv erst wachsen muss.

Was wollen Sie bis zum Rückrundenauftakt von ihrem Team fordern?

Mir ist ganz besonders die richtige Einstellung unserer jungen Spieler wichtig. Wir müssen den Trainingsfleiß verbessern. Sonntags muss eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die zusammen kämpft und nicht nur elf Einzelspieler.

Taktisch möchte ich die Viererkette spielen lassen. Ich selbst war Torwart und möchte gern den gegnerischen Sturm bestmöglich vom Tor weghalten. Zudem soll unser Spiel aber auch offensiver werden. Das alles ist noch viel Arbeit.

Würden Sie auch bei einem möglichen Abstieg in Hullern bleiben?

Wenn der Verein mich will, auf jeden Fall. Ich sehe besonders die Perspektive und das ist unsere A-Jugend.

Gutes Stichwort, wie genau stellen Sie sich die Integration der Nachwuchsspieler vor?

Wir haben bereits zwei Spieler dazu bekommen, die auch bei der Stadtmeisterschaft in der Halle gespielt haben und die sollen auch weiter dabei bleiben. Im Sommer können weitere sechs Spieler hochgeschrieben werden, die in die Mannschaft eingebaut werden können. Sollten wir also absteigen, haben wir eine gute Grundlage, um eine gute Mannschaft zu formen, die dann sicherlich wieder um den Aufstieg spielen kann.

Die Meisterschaft geht für den SV Hullern am 2. Februar mit einem Heimspiel gegen GW Erkenschwick II (14:30 Uhr) weiter. Zuvor sind zwei Testspiele zu Hause gegen SW Meckinghoven II (26.1., 17 Uhr) und bei Eintracht Waltrop (28.1., 19 Uhr) geplant.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt