Nach Vorfällen im Profifußball: Kein Platz für Rassismus beim TuS Sythen

dzFußball Kreisliga B

Keita Sadio ist 2016 von Mali nach Deutschland geflohen. Zunächst kickte er für den ETuS Haltern. Seit Sommer ist er beim TuS Sythen aktiv. Wie sieht er die Rassismus-Debatte im Fußball?

Sythen

, 22.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ehemalige Nationalspieler und heutige DFB-Integrationsbeauftragte Cacau sieht den Fußball immer mehr von Rassismus gefährdet. Rechtsextreme Positionen seien seiner Ansicht nach heute verbreiteter als noch vor zehn Jahren.

Die jüngsten rassistischen Vorfälle in der Bundesliga bezeichnete er zuletzt als „beschämend“ und „widerlich“. Das Rassismus-Problem „ist im Fußball größer geworden. In unserer gesamten Gesellschaft sind rechtsextreme Positionen heute verbreiteter als noch vor zehn Jahren“, sagte der 38-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Affenlauten attackiert

Zuletzt war beim Drittligaspiel zwischen Preußen Münster und den Würzburger Kickers Mitte Februar der Gästespieler Leroy Kwadwo von einem Zuschauer mit Affenlauten attackiert worden. Kurz zuvor war Hertha-Profi Jordan Torunarigha beim DFB-Pokal-Spiel beim FC Schalke 04 rassistisch beleidigt worden.

Das es auch anders geht, beweist der TuS Sythen. „Bei uns ist kein Platz für Rassismus“, sagt Manuel Andrick, Trainer des B-Ligisten. „Rassismus hat auf dem Spielfeld und in unserer Gesellschaft nichts verloren, da stehen wir als TuS Sythen voll dahinter.“

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Keita Sadio ist Mitglied des Vereins und seit dieser Saison ein Spieler im Team von Manuel Andrick. Im Juli 2016 kam er aus der Hauptstadt von Mali, Bamako, nach Deutschland. Über den ETuS Haltern landete er im Sommer schließlich beim TuS Sythen. Erfahrungen mit Rassismus habe er in Deutschland bislang nicht gemacht, erzählt er. „Sicher wurde ich schon mal beleidigt, aber nicht rassistisch. Das waren ganz normale Beleidigungen, aus der Emotion heraus, aber nichts böses.“

Spielfeld verlassen

Beim TuS Sythen fühle er sich voll integriert. „Unsere Zuschauer stärken uns den Rücken. Verein und Zuschauer stehen sehr nahe zusammen“, sagt Dennis Schulz, aktueller Co-Trainer und künftiger Cheftrainer der Sythener. „Auch in unserer zweiten Mannschaft haben wir Spieler, die aus dem Ausland kommen. Alle sind top integriert.“ Und wenn es doch zu einem Vorfall bei einem Spiel käme?

„Dann würden wir uns mit dem Schiedsrichter besprechen. Dann ist es auch immer eine Option das Spielfeld zu verlassen.“

Die Saison ist für die Sythener, wie für alle Amateurfußballer, mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund der Corona-Pandemie gelaufen. Aber eins dürfte sicher sein: Auch nach der Corona-Krise hat Rassismus beim TuS Sythen keinen Platz.

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