Nach 19 Jahren: ATV-Spieler Niklas Krenz hängt seine Schuhe an den Nagel

dzBasketball: Landesliga

Nach 19 Jahren hängt Niklas Krenz seine Basketballschuhe an den Nagel. Mit den Halternern stieg er in die Oberliga auf. „Doch wenn der Sport eher zur Belastung wird, dann wird es schwierig.“

Haltern

, 13.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Zuschauer werden ihn bereits in dieser Saison in der Aufstellung der Landesliga-Basketballer des ATV Haltern vermisst haben: Nach 19 Jahren hängt Niklas Krenz (31) die Basketballschuhe an den Nagel. „Beruflich schaffe ich es einfach nicht mehr“, erklärt Krenz.

Aufstieg im Jahr 2013

Elf Jahre lang spielte er beim ATV Haltern, feierte im Jahr 2013 mit den Halternern den Aufstieg in die Oberliga. Damals setzte sich das Team mit einem deutlichen 70:46-Erfolg gegen den TV Ibbenbüren II durch. Die Zweitvertretung des FC Schalke 04 patzte zuvor gegen GV Waltrop. „Diesen Titel haben sich die Jungs einfach verdient. Sie haben eine überragende Saison gespielt“, sagte Trainer Jörg Pieper damals.

Auf der anderen Seite allerdings erlebte Krenz auch den Rückzug aus der Oberliga mit. Im Jahr 2017 zogen sich die Halterner freiwillig aus der Liga zurück. Nach Gesprächen mit den Spielern sei Abteilungsleiter Markus Mathäa klar geworden, dass es kaum möglich sein würde, eine Mannschaft mit Oberliga-Format zusammenzustellen. „So ehrlich mussten wir uns selbst gegenüber sein“, sagte Mathäa.

Spielertrainer „aus Verbundenheit“

Krenz aber blieb den Halternern treu und war Teil des Neuanfangs in der Landesliga. „Ich wäre jetzt auch zu keinem anderen Verein mehr gewechselt“, erklärt er. Als Spielertrainer führte er das Team in die erste Saison nach dem Rückzug. „Aus Verbundenheit“ habe er damals zugesagt. Wichtig war ihm, dass der Spaß wieder im Vordergrund steht. „Je besser sich die Spieler verstehen, desto mehr Ernsthaftigkeit entwickelt sich“, sagte Krenz damals im Interview.

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Diese Saison hat Krenz noch kein Spiel für den ATV Haltern absolviert. „Und das wird wohl auch nichts mehr werden“, erklärt er. Auch wenn das Team ihn vielleicht in der ein oder anderen Situation hätte gebrauchen können.

Nach der 65-69-Niederlage gegen den FC Schalke III war Carsten Ulrich frustriert. „Wir reisen mit sechs Leuten an und können den siebten Spieler gerade krank aus dem Bett holen“, erklärte Spielertrainer Ulrich. Im darauffolgenden Heimspiel, nachdem die Sporthalle an der Hauptschule wieder bespielbar war, gelang den Halterner der erste Sieg. Mit 71:69 setzte sich der ATV gegen die BG Dorsten II durch.

„Prallen vielleicht zwei Welten aufeinander“

Insgesamt gewann das Team von neun Spielen vier. Mit acht Punkten liegen die Halterner auf Rang sechs der Landesliga. Nicht immer ist die Stimmung gut in der Mannschaft. „Da prallen vielleicht aktuell auch zwei Welten aufeinander“, sagt Krenz. So würden Teile der Spieler nur ein bisschen „zocken“ wollen, andere seien ambitionierter. „Da ist die Kommunikation sehr wichtig. Bei einem Bierchen nach dem Spiel oder Training lässt sich das gut besprechen. Dadurch schaffen sie wieder einen Teamzusammenhalt.“ Doch insgesamt „findet das Team immer mehr zusammen“, sagt Krenz.

Ein bisschen fehle ihm der Ausgleich durch den Basketball. „Doch wenn der Sport eher zur Belastung wird, dann wird es schwierig“, sagt Krenz.

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