Halterner Kartpilot erinnert sich an Rennstrecke, wo er Weltmeister wurde

dzMotorsport

Wertvolle Tipps auf der neuen Kartbahn „Arena E“ in Sachsen und eine tolle Belohnung des Teamchefs gab es für den Kartpiloten. „Endlich“ ging es nach langer Zeit wieder auf die Strecke.

Haltern

, 22.05.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter strengen Auflagen und Hygiene-Richtlinien öffnete die neue Kartbahn „Arena E“ im sächsischen Mülsen Anfang Mai erstmalig wieder ihre Tore für Leistungssportler. Davon profitierte auch ein Halterner Kartpilot.

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Farin Megger hatte sich mit seinem Team „Kartschmie.de“ rechtzeitig um einen der begehrten Trainingsplätze beworben und auch den Zuschlag bekommen. So konnte Megger vom 8. bis 10. Mai auf der brandneuen und modernen Hochgeschwindigkeitsanlage gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen konnte er die für ihn neue Strecke näher kennenlernen, zum anderen aber auch nach den quälend langen Wochen des Lockdowns endlich wieder Kart fahren.

Teamchef Frank Hansen (l.) gab dem jungen Kartpiloten wertvolle Tipps.

Teamchef Frank Hansen (l.) gab dem jungen Kartpiloten wertvolle Tipps. © Privat

Bei der wichtigen Streckenbegehung merkte er sich markante Punkte und Gripzonen, suchte aber auch benutzbare „Curbs“. Das sind Randsteine, die auf einer Rennstrecke die Fahrbahn vom Grünstreifen oder den Auslaufzonen abtrennen. Die suchte er, nachdem ihm sein Teamchef Frank Hansen folgenden Rat gab: „Du kannst auch einen Curb befahren, wenn es dich schneller macht.“

Megger erreichte seine Leistungsgrenze

Schon nach der ersten Trainingssession sagte Megger begeistert: „Mega, das ist ja eine absolute Fahrerstrecke.“ Im weiteren Verlauf fand er schnell die richtigen Bremspunkte und brachte so sein Kart immer weiter an die Leistungsgrenze.

Auf der langen Start-Ziel-Geraden nutzte er dabei die ganze Power seines Aggregats und pfeilte sich danach in das Kurvenlabyrinth des schwieriger zu fahrenden Infields. „Da musst du jede Kurve perfekt treffen, um richtig schnell zu sein“, merkte er später an. Die ständig wechselnden Höhenunterschiede erinnerten ihn auch ein wenig an die Rennstrecke in Brasilien, wo er 2018 mit dem Sieg bei den „Rotax-Max-Grand-Finals“ zum ersten Mal Weltmeister wurde.

Vater Daniel und Farin Megger warten auf den Start.

Vater Daniel und Farin Megger warten auf den Start. © Privat

Der zweite Trainingstag begann für ihn schon am frühen Samstagmorgen. Nach ersten Runden bei optimalen Wetterverhältnissen wurde im Team zusammen mit Coach Kevin Kemmling bei der Datenanalyse noch weiter an der Ideallinie gefeilt. Megger setzte danach die Empfehlungen aus diesem Coaching konsequent um und brannte schon am Nachmittag eine fast perfekte Runde in den Asphalt.

Unter anderem erreichte er am Ende des Tages auf der langen Geraden einen absoluten Topspeed von 123 km/h. Im Datenvergleich mit den vor Corona gefahrenen Rennzeiten hätte er damit die Poleposition besetzt.

Megger erhält Belohnung vom Teamchef

Teamchef Frank Hansen zeigte sich sehr zufrieden. Er spendierte Megger als Belohnung für den Sonntag spezielle, noch schnellere Rennreifen. Damit sollte er sich mit den um rund sieben PS stärker motorisierten Fahrern der OK- Juniorenklasse vergleichen.

Und das ließ sich der schnelle Halterner nicht zwei Mal sagen. Schon in seinem nächsten Turn gelang es ihm, sich in das OK-Feld hinein zu fahren. Speziell im Infield konnte er die fehlende Leistung durch spektakuläre und mutige Fahrweise kompensieren. Auf den Geraden verlor er nach intensiven Windschattenduellen zwar wieder etwas an Boden, war aber beim nächsten Bremspunkt wieder dran und konnte sogar mit gelungenen Überholmanövern überzeugen.

Auf der Strecke fühlte sich Megger richtig wohl.

Auf der Strecke fühlte sich Megger richtig wohl. © Privat

Als dann mit „Blocken“ und „Anklopfen“ beim Vordermann auf der Strecke härter gefahren wurde, ließ sich Megger davon nicht beeindrucken und passte sich schnell auch dieser Gangart an. So erlebte er im weiteren Trainingsverlauf viele spannende Zweikämpfe mit packenden Rad-an-Rad-Duellen. „Teilweise war die Action spannender als bei einem richtigen Rennen“, sagt Megger, der zwar das Fahren am Limit genoss , dabei aber auch viele wichtige Erkenntnisse über die neue Strecke sammelte.

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Am Ende zog das gesamte Team ein positives Fazit aus diesem Testwochenende und Megger sagt: „Ich hoffe das wir bald wieder richtige Rennen fahren können. Ich freue mich jetzt schon auf den Start auf dieser tollen Strecke.“

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