Fußball und Corona: Der FLVW entfernt sich immer weiter von seiner Basis

dzKommentar

Ein Großteil der Fußball-Basis will längst nicht mehr, doch der FLVW sieht keinen Grund, die Saison vorerst zu unterbrechen. Eine Haltung, die nicht nachvollziehbar ist. Ein Kommentar.

Westfalen

, 27.10.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Abbruch, Abbruch, Abbruch“ schrieb mir ein Trainer vor einigen Tagen. Dass sich die Basis des Amateurfußballs immer mehr gegen eine Fortsetzung der Saison auflehnt, wird von Tag zu Tag deutlicher. Doch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sieht (noch) keinen Handlungsbedarf. Ein „Weitermachen“ kann und darf es aber nicht mehr geben.

Das Verhalten des FLVW in den vergangenen Tagen und Wochen ist nicht nachvollziehbar. Es wirkt, als würden die Verantwortlichen des Verbandes die Realität gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Spieltag um Spieltag fallen mehr Partien aus.

Der FLVW hat es verpasst, zumindest klare Regeln aufzustellen

Erste Amateurfußballer haben das Spielen komplett eingestellt. Andere fürchten sich bereits davor, Ärger mit ihren Arbeitgebern zu bekommen, weil sie durch die Ausübung riskieren, in Quarantäne gesteckt zu werden.

Und was macht der Verband? Er wartet und wartet und wartet immer weiter. Wahrscheinlich bis die Politik den Herren dort die Entscheidung abnimmt. Doch selbst wenn Kontaktsport nun erneut verboten wird: Die Tatsache, dass der FLVW scheinbar nicht in der Lage ist, eigenständig zu handeln, bleibt.

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Schon vor Wochen hätte sich etwas tun müssen. Nicht unbedingt direkt ein kompletter Abbruch oder eine Saisonunterbrechung, aber zumindest einheitliche Lösungen hätte es schon längst geben müssen.

Keine klare Linie bei Spielabsagen

Das eine Mal muss eine Mannschaft spielen, die erst 24 Stunden vor der Partie negative Corona-Testergebnisse bekommen hat und nicht trainieren konnte, das andere Mal wird ein Spiel wegen einer laufenden Nase des Gegenspielers abgesagt. Mit fairem Wettbewerb hat das schon seit Wochen nichts mehr zu tun.

So schön das Hobby Fußball auch ist, es gibt wichtigere Dinge im Leben. Das sehen mittlerweile die meisten Spieler und Trainer auch so. Nur eben der FLVW nicht. Mit seinem ständigen Abwarten hat sich der Verband in den vergangenen Wochen immer weiter von seiner Basis entfernt.

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Die Chance, sich wieder anzunähern, hat der FLVW bereits verpasst. Zu groß ist der Frust bei einigen Amateurfußballern geworden. Zu groß das Unverständnis über das scheinbare Augenverschließen vor den nackten Fakten: den steigenden Infektionszahlen und zahlreichen Spielabsagen.

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