Die Handballfreunde unseres Oberligisten HSC Haltern-Sythen haben sich beim TuS Sythen eine neue Trainingsmöglichkeit geschaffen und kehren damit zu alten Wurzeln zurück.

Sythen

, 09.06.2020, 12:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur wenige können sich noch daran erinnern: Feldhandball war in Deutschland viele Jahre der zweitwichtigste Sport. Auch in Haltern hat Feldhandball eine wichtige Rolle eingenommen. Die Feldhandballspieler von einst denken gern an die Zeit auf dem Rasen zurück.

Erstmals wurde Feldhandball in Haltern 1928 gespielt. 1938/39 wurde die A-Jugend des TuS Haltern sogar Westfalen-Meister im Feldhandball. Beim TuS Sythen gab es seit 1932 eine Abteilung Feldhandball. 1975 war der Verein ebenfalls Westfalen-Meister.

Zu Beginn der siebziger Jahre zeichnete sich dann jedoch das Ende des Feldhandballs ab. Es war die Zeit, in der die Kommunen begannen, Sporthallen zu bauen und damit die Möglichkeiten schafften, Hallenhandball zu spielen.

Als der Hallenhandball für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München erstmals in das Programm aufgenommen wurde, war endgültig klar, dass die Zukunft in der Halle liegt. 1975 schloss der Deutschen Handball-Bund (DHB) die Akte Feldhandball. Mit Gründung der HSG 77 Haltern-Sythen zog es schließlich auch Halterns Handballer in die Halle.

Inzwischen ist dieser Sport längst in Vergessenheit geraten. Doch das könnte sich nun ändern - jedenfalls beim HSC Haltern-Sythen. Freunde des Vereins haben sich spontan zusammengefunden und beim TuS Sythen eine neue Trainingsmöglichkeit geschaffen. Auf einer freien Rasenfläche in Nähe des Tartanfelds stehen nun zwei Handballtore. Außerdem wurde eine Markierung der Spielfläche mit Kreide vorgenommen.

Spielfläche erinnert an Partille-Cup

„Die Corona-Beschränkungen unter freiem Himmel sind deutlich lockerer als in der Halle“, erklärt HSC-Teammanager Christian Berse. „Uns war es wichtig, damit eine alternative Möglichkeit zu schaffen, um insbesondere auch unsere Nachwuchsmannschaften wieder an den Ball zu bekommen.“

Die Initiative ist von Schriftführer David Nieländer und Jugendleiter Marc Huthoff ausgegangen, die sich beim HSC federführend um den Nachwuchsbereich kümmern. Huthoff: „Das Kleinfeld wird bereits gut angenommen und erinnert viele von uns an die vergleichbaren Spielflächen beim Partille-Cup in Schweden.“

Mit Unterstützung eines kleinen Traktors wurde der Rasen aufbereitet.

Mit Unterstützung eines kleinen Traktors wurde der Rasen aufbereitet. © HSC Haltern-Sythen

Das Tartanfeld auf der Sythener Platzanlage hatte der HSC in der Vergangenheit schon häufiger für Outdoor-Einheiten genutzt, meistens wenn die Halle am Schulzentrum in der Ferienzeit gesperrt war. Mit der neuen Rasen-Trainingsfläche ist nun eine weitere Möglichkeit vorhanden.

Wasserball im Freibad

Dem TuS Sythen, allen Helfern und Sponsoren wie der Firma Getränke Berse sei es zu verdanken, dass „der Handballsommer in Sythen für den HSC damit gerettet“ ist. Und wer noch kein Mitglied im Freibadverein Sythen ist, soll einfach schnell eintreten. Denn: „Montags und Donnerstags jeweils um 19 Uhr ist mit Wasserball auch ein Training möglich, was dem Handball schon sehr nahe kommt“, schreiben die HSC-Verantwortlichen auf der Facebook-Seite des Vereins.

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Das auch die Oberliga-Mannschaft des HSC Haltern-Sythen die neu geschaffene Rasenspielfläche in Sythen zur Vorbereitung auf die neue Saison nutzen wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Berse: „Unser Coach Gerard Siggemann sieht das kritisch. Ein Training in der Halle ist mit einer Einheit auf dem Feld natürlich auch nicht zu vergleichen. Das wäre wohl eher eine Spaßeinheit.“

Noch steht nicht fest, wann die neue Oberliga-Saison für den HSC Haltern-Sythen startet. Eine Entscheidung dazu wird Mitte Juni erwartet. Spätestens Anfang Juli will die Mannschaft die Vorbereitung aufnehmen. „Von der Stadt haben wir mittlerweile auch eine Erlaubnis zur Nutzung der Halle erhalten“, so Berse. „Die Einhaltung der aktuell gültigen Auflagen ist jedoch so herausfordernd, dass uns derzeit ein normaler Trainingsbetrieb, wie man ihn gewohnt ist, leider weiterhin unrealistisch erscheint.“

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