Farin Meggers Testfahrt nahm beinahe ein heißes Ende

dzMotorsport

Nach einer Vollbremsung auf dem Seitenstreifen sprang Farin Megger geistesgegenwärtig aus dem Kart. Er nahm bei einem Test im hessischen Oppenrod teil.

Haltern

, 08.06.2020, 06:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Schreckmoment erlebte der Halterner Kartfahrer Farin Megger bei einem wichtigen Test in der Motorsport-Arena Stefan-Bellof im hessischen Oppenrod. Dort fuhr er, um sich auf die hoffentlich bald startende Saison der Rotax-Max-Challenge vorzubereiten. Für Megger war dieser Test eine besondere Herausforderung, die um ein Haar ein heißes Ende gefunden hätte.

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Der „Motorenpapst“ der Szene, Jacco van Dijk (JVD Power), bei dem viele Teams ihre Rennmotoren leihen, war extra aus Holland angereist. Er hatte Megger gebeten, einen wichtigen Motoren- und Komponententest für ihn zu fahren. Für den Halterner Kartfahrer war das natürlich eine große Ehre.

Die 1029 Meter lange Strecke, auf der die sieben Rechts- und neun Linkskurven gegen den Uhrzeigersinn gefahren werden, bot für diese Tests beste Bedingungen. So müssen die engen Kurven im Infield sehr präzise gefahren werden, und auch die Berg- und Talbahn der Endpassage, die von den Fahrern „Nudeltopf“ genannt wird, ist für einen solchen Test sehr gut geeignet.

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Nachdem Megger in seiner ersten Testfahrt ein passendes Set-Up gefunden hatte, bekam er für den zweiten Versuch einen neuen Testmotor samt Vergaser und Abgasanlage eingebaut. Er sollte nun das Aggregat in möglichst vielen verschiedenen Fahrsituationen testen. Dazu suchte er sich zunächst komplett freie Runden, um möglichst lange und so konstant wie möglich am absoluten Limit zu fahren.

Dabei beobachten die Motorenleute permanent die an- und absteigenden Drehzahlbänder in den verschiedenen Beschleunigungsphasen und den erreichten Topspeed. Für die anstehenden harten Windschattengefechte sollen die Rennmotoren ein optimales Durchzugsverhalten zeigen.

Für Farin Megger sind Überholmanöver das Salz in der Suppe.

Für Farin Megger sind Überholmanöver das Salz in der Suppe. © Nina Megger

So verbrachte Megger auch einige Zeit im Windschatten anderer Fahrer, um die dafür notwendigen Daten zu sammeln. Das Salz in der Suppe aller Rennen sind aber nun mal die Überholmanöver. Dazu sollte immer noch etwas an Leistungsreserve zur Verfügung stehen. „Dieser Testbereich macht mir am meisten Spaß, vor allem, wenn der Motor richtig gut zieht“, sagte Megger später lachend im Fahrerlager.

Megger wünscht sich noch mehr Leistung

Nach den Starts folgte ein Datenmeeting mit Van Dijk und Teamcoach Kevin Kemmling. In der Analyse wurden neben der Datenauswertung vor allem die wichtigen persönlichen Eindrücke Meggers von der Strecke diskutiert. „Etwas mehr Leistung aus den langsamen Passagen heraus wäre gut“, wünschte er sich, und schaute danach interessiert beim nächsten Komponententausch zu.

Jetzt ging Schlag auf Schlag. Per Handzeichen winkte Vater Daniel den jungen Fahrer immer wieder zurück in die Box, um Vergaser und Abgasanlage zu tauschen. Dabei war höchste Konzentration im gesamten Team „Kartschmie.de“ gefragt, denn pro Start standen immer nur 20 Minuten zur Verfügung.

Farin Meggers Testfahrt nahm beinahe ein heißes Ende

© Nina Megger

Im vierten Start gab es erneut ein komplett neues Motorenpaket. Megger signalisierte nach den ersten Runden: „Der Motor läuft gut.“ Aber dann passierte es.

Plötzlich bemerkte er eine geänderte Geräuschentwicklung am Motor. Praktisch zeitgleich schlug ihm etwas heißes gegen die Schulter. Nach einer Vollbremsung auf dem Seitenstreifen sprang er geistesgegenwärtig aus dem Kart und bemerkte da erst, dass der durch eine gebrochene Schweißnaht abgerissene Schalldämpfer auf seiner Schulter gelandet war. Zum Glück war durch die Rennkleidung nichts weiter Schlimmes passiert, „doch ich habe mich total erschreckt und das war echt höllisch heiß“, sagt der Rennfahrer.

Richtig hektisch danach noch mal

Richtig hektisch wurde es für Megger dann noch einmal am darauffolgenden Tag. Es regnete und so konnte Megger auch die zur Saison 2020 neu eingeführten Regenreifen der Rotax-Max-Challenge testen. Alle paar Minuten musste der Fahrer einen Boxenstopp einlegen, um Setup, Luftdruck und Übersetzung neu anzupassen. Das Team verlangte genauste Rückmeldung.

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Am Ende konnten Team und Fahrer aber viele wichtige Daten sammeln und ein zufriedener van Dijk lud Megger ein, seinen Motorenprüfstand in Holland zu besuchen. Megger sagt: „Das Testwochenende hat mir gut gefallen. Das Motorenpaket ist super, das hätte ich gerne zum nächsten Rennen hier in Oppenrod.“

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