Die etwas andere Startelf: Die Oberliga-Debütanten des TuS Haltern

dzFußball: Oberliga

13 Spieler des TuS Haltern haben in dieser Saison ihr Oberliga-Debüt gefeiert. Einige haben sich direkt als Stammspieler etabliert. Einer war es schon, als der TuS noch Regionalliga spielte.

Haltern

, 16.11.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 5 min

Als der TuS Haltern am See im Frühjahr bekannt gab, von nun an mehr auf Eigengewächse und Halterner Spieler setzen zu wollen, war klar, dass es in der neuen Saison viele neue Gesichter in der Mannschaft geben wird. Insgesamt 13 Spieler haben bis zum Lockdown ihr Debüt in der Oberliga gefeiert - vor allem ein Spieler überrascht in dieser Auflistung.

Ubeyd Güzel

Nachdem er in seinem ersten Seniorenjahr verletzungsbedingt lange fehlte und nur wenige Spiele in der damaligen Bezirksliga-Mannschaft des TuS machen konnte, hat sich der junge Torhüter nun in der Startelf des Oberliga-Teams etabliert.

In neun von zehn Ligaspielen stand er bislang auf dem Platz. Im Spielaufbau wirkte Güzel bislang oft noch ein wenig nervös, auf der Linie konnte er sich dafür schon mehrfach auszeichnen.

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Trotz seines jungen Alters ist er zudem schon einer der lautesten Spieler auf dem Platz, gibt viele Kommandos und versucht seine Mitspieler zu motivieren.

Jonah Sandkühler

Trainer Timo Ostdorf und Jonah Sandkühler kennen sich bereits seit der A-Jugend. Zuletzt spielte der defensive Mittelfeldspieler in der Bezirksliga für den TuS - meist als Linksverteidiger. Nach guten Einsätzen in der bisherigen Landesliga-Saison wurde er gegen Kaan-Marienborn mit seinem ersten Einsatz in der Oberliga belohnt.

13 Spieler des TuS Haltern am See debütierten in dieser Saison in der Oberliga.

13 Spieler des TuS Haltern am See debütierten in dieser Saison in der Oberliga. So könnte die Debütanten-Elf der Seestädter aussehen. © Grafik: Nina Dittgen

Dort sei er direkt einer der besten Spieler gewesen, so sein Trainer. Weitere Einsätze folgten noch, ehe der Lockdown die Saison unterbrach. Zuvor hatte Ostdorf noch klargestellt, dass Sandkühler erst mal zur Startelf gehöre. Überzeugte vor allem mit seiner unaufgeregten Spielweise im Mittelfeldzentrum.

Noah Korczowski

Der wahrscheinlich überraschendste Name in dieser Liste. Mit 26 Jahren gehört Korczowski zu den älteren Oberliga-Debütanten des TuS. Im vergangenen Sommer kam der Verteidiger von RW Essen und gehörte direkt zu den besten Spielern der Halterner in der Regionalliga.

Der gebürtige Marler, der in seiner Karriere drei Mal in der Bundesliga eingewechselt wurde, hatte bereits bei seiner Verpflichtung gesagt, dass er auch in der Oberliga für die Halterner spielen würde. Er hielt Wort und ist nun der Chef in der Defensive.

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Vor dem Lockdown fehlte er einige Partien aufgrund eines leichten Muskelfaserrisses. Ohne ihn kassierte der TuS 13 Gegentore in drei Spielen. Beim 0:1 gegen Tabellenführer Gütersloh war er wieder dabei - und sorgte direkt für mehr Stabilität.

Paul Richter

Der 19-Jährige hat den Sprung von den A-Junioren des TuS Haltern am See zu den Senioren bravourös gemeistert. In allen zehn Oberliga-Partien stand er bislang auf dem Platz. Nur einmal - gegen den FC Gütersloh - wurde er eingewechselt statt von Beginn an zu spielen.

Gegen Ennepetal erzielte er in der Schlussphase per Kopf den 2:1-Siegtreffer. Dank seiner Größe ist der Innenverteidiger in Luftduellen nur schwer zu bezwingen. Traut sich auch immer wieder mal, ein paar Meter weiter mit nach vorne zu gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Florian Trachternach

Wechselte 2017 von der B-Jugend der SG Wattenscheid in die A-Jugend der Halterner. In der vergangenen Saison stand er schon drei Mal im Regionalliga-Kader des TuS, kam aber erst in dieser Spielzeit zu seinem ersten Einsatz für Team A. Beim 0:5 gegen Kaan-Marienborn bildete er mit Richter die Innenverteidigung.

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Ansonsten kam Trachternach bislang nur im Team B in der Landesliga zum Einsatz. Hatte dort mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 großen Anteil am Sieg des Landesliga-Teams gegen einen der Favoriten, den SV Dorsten Hardt.

Patrick Brinkert

Jahrelang spielte der Halterner auf der rechten Seite in der Bezirksliga für den TuS. Bislang stand er in acht Oberliga-Partien auf dem Platz, mal in der Startelf, mal von der Bank kommend.

Zwei Mal traf er sogar bereits - beide Tore erzielte er mit dem Kopf. Mit seinem ersten Treffer bescherte er dem TuS Haltern am See gegen Erndtebrück den ersten Sieg im ersten Spiel nach der Oberliga-Rückkehr. Brinkert hat sich auf der rechten Außenbahn festgespielt und gehört zum Stammpersonal.

Luca Bernoth

Unter Magnus Niemöller kam Bernoth bereits drei Mal für einige Minuten in der Regionalliga West zum Einsatz, während er gleichzeitig auch in der A-Jugend noch spielte. In seinem zweiten Seniorenjahr gehört der 19-Jährige nun fest zum Kader der Oberliga-Mannschaft.

Neun Einsätze verbuchte er in dieser Spielzeit bereits im Mittelfeldzentrum, überzeugte dabei immer wieder mit einem guten Auge und der von seinem Trainer oft geforderten Galligkeit in den Zweikämpfen. Ab und an ist sein Spiel jedoch noch etwas zu wild.

Nick Schorn

Der 20-Jährige stand genauso wie Bernoth schon einige Male im Regionalliga-Kader des TuS Haltern am See. Anders als sein Teamkollege musste er sich allerdings noch ein wenig länger gedulden, ehe er erstmals bei den Senioren in einem Ligaspiel eingesetzt wurde.

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Sechs Mal stand er bislang in der Oberliga auf dem Platz - jedoch nur ein Mal von An- bis Abpfiff. Gegen Ennepetal gelang dem Mittelfeldspieler bei seinem dritten Einsatz auch gleich sein erster Treffer. Im Westfalenpokal gegen Regionalligist Ahlen übernahm er direkt Verantwortung und trat (erfolgreich) beim Elfmeterschießen an.

Jan-Niklas Kaiser

Auch er stand bereits mehrmals im Kader der Regionalliga-Mannschaft. Doch im Gegensatz zu seinen ebenfalls jungen Kollegen kam Kaiser auch schon häufiger dort zum Einsatz. Sieben Mal wurde er in der vergangenen Spielzeit eingewechselt. Insgesamt kam er dennoch nur auf 81 Minuten.

In der Oberliga sieht das anders aus. Dort ist der 22-Jährige Stammspieler. Der im Sommer 2019 vom DSC Wanne-Eickel gekommene Rechtsfuß gehört zu den technisch stärksten Spielern in der Mannschaft des TuS Haltern am See und überzeugt darüber hinaus mit seiner Schnelligkeit.

In der bisherigen Saison hat er jedoch auch schon bewiesen, dass er nicht nur technisch einiges drauf hat, sondern auch kämpferisch. Gegen Gütersloh beackerte er die rechte Seite als würde es um die Meisterschaft gehen. Im Offensivspiel hat er schon häufig sein Potenzial angedeutet, noch trifft er allerdings zu oft die falsche Entscheidung.

Jendrik Büscher

Der jüngere Bruder von Ex-MLS-Profi Julian Büscher kam im Sommer zum TuS Haltern am See, als sein Bruder die Seestädter verließ. Im Anschluss verriet der 20-Jährige, dass er schon früher überlegt hatte, zum TuS zu wechseln.

Nachdem er zu Beginn erst mal in der Landesliga eingesetzt wurde, hat sich der technisch starke Mittelfeldspieler nach und nach auch in die Oberliga-Elf gekämpft. Dort wurde er häufig als zweite Spitze neben oder etwas hinter Stefan Oerterer eingesetzt. Vier Mal kam er bislang zum Einsatz.

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Da er lange nicht mehr 90 Minuten durchgespielt hat, ist Trainer Timo Ostdorf bislang darauf bedacht gewesen, Büscher langsam wieder an einen Einsatz über 90 Minuten heranzuführen.

Semih Gülsoy

Der im Sommer aus der U19 des TSV Marl-Hüls gekommene Gülsoy spielte in der Oberliga zwar noch kein einziges Mal von Beginn an, trotzdem kam er bereits acht Mal zum Einsatz.

Der flinke Flügelspieler ist womöglich der schnellste Spieler im Kader der Halterner. Wird er eingewechselt, spielt er meist auf der linken Außenbahn, wo er oft von Linksverteidiger Nico Pulver mit einem langen Ball in die Tiefe geschickt wird.

Dass es sein erstes Seniorenjahr ist, merkt man ihm noch an. Kommt er dem gegnerischen Strafraum näher, fehlt ihm oft noch die Ruhe, um die richtige Entscheidung zu treffen. Dennoch setzt Gülsoy allein durch seine Geschwindigkeit immer wieder gute Impulse nach vorne.

Julian Göcke

In den vergangenen Bezirksliga-Jahren war Stürmer Göcke ein sicherer Torgarant. In dieser Spielzeit pendelt er zwischen Team A und Team B hin und her. Für beide Mannschaften machte er bereits fünf Ligaspiele. Während er in der Landesliga aber meist von Beginn an kam, wurde er in der Oberliga bislang immer eingewechselt.

Aziz Ceyhun Tural

Wie so viele andere Spieler des TuS ist auch Tural einer der Neulinge, für den es das erste Seniorenjahr ist. Bislang kam der Flügelspieler, der vornehmlich auf der linken Abwehrseite zum Einsatz kommt, vier Mal in der Landesliga zum Einsatz, aber auch schon einmal in der Oberliga.

Beim 0:5 gegen Kaan-Marienborn feierte der Ex-Marl-Hülser sein Debüt. Wie schnell weitere Einsätze dazukommen werden, ist ungewiss. Tural scheint vorerst eher weiterhin ein Kandidat für die Landesliga zu sein.

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