Interview: David Spiekermann spricht über 2. Liga und HSC-Rückkehr

dzHandball

David Spiekermann spielte einst für den HSC Haltern-Sythen. Nun ist er mit Hamm-Westfalen II in die 3. Liga aufgestiegen. Im Interview verrät er, ob eine Rückkehr nach Haltern möglich ist.

Haltern

, 24.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Handball-Saison ist vorzeitig beendet, die Aufsteiger stehen fest. In der Oberliga, in der die Herren des HSC Haltern-Sythen spielen, wurde der ASV Hamm-Westfalen II zum Meister ernannt. In der kommenden Saison spielt das Team um Ex-HSC-Spieler David Spiekermann in der 3. Liga. Im Interview spricht der linke Rückraum über seine bisherige Zeit beim ASV, eine mögliche Rückkehr zum HSC, seine persönlichen Ziele und seinen jüngeren Bruder.

Herr Spiekermann, das Wichtigste zuerst: Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die 3. Liga.

Danke.

Waren Sie überrascht, dass die Saison abgebrochen wird?

Ganz am Anfang habe ich noch gedacht, die Saison könnte noch weitergehen. Zum Schluss haben wir aber alle damit gerechnet, dass die Saison aufgrund der aktuellen Lage abgebrochen wird. Das geht ja auch nicht anders. Dann kam die Empfehlung vom DHB (Deutscher Handballbund, Anm. d. Red.), da war es dann relativ sicher. Mit den Aufstiegsregelungen konnten wir relativ ruhig bleiben. In allen Szenarien, die so besprochen wurden, wären wir Erster gewesen. Nach der Hinrunde und Stand jetzt waren wir Tabellenführer, auch wenn es zuletzt wieder enger wurde. Wir hätten aber natürlich gerne weiter gespielt.

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Aufgrund des Coronavirus ist eine Mannschaftsfeier derzeit nicht möglich. Haben Sie dennoch schon irgendwie den Aufstieg gefeiert?

Wir hatten ein Zoom-Meeting online. Aber wenn bei einigen die Verbindungen nicht so gut ist, ist natürlich auch nicht so toll. Wir warten jetzt ein bisschen ab und wenn es irgendwann Lockerungen gibt, wird es sicherlich einen Grillabend oder so geben.

Wie sieht Ihre Planung für die kommende Saison aus? Spielen Sie auch weiterhin für Hamm-Westfalen?

Ich bleibe beim ASV. Es war aber eine schwierige Entscheidung, weil noch ein interessantes Angebot da war. Ich bin mit aber sicher, dass es hinten raus die richtige Entscheidung war.

Das wird dann bereits ihre vierte Saison für den ASV sein. Wie bewerten Sie ihre bisherige Zeit beim Oberliga-Meister?

Auf jeden Fall sehr gut, ich konnte mich sehr gut weiterentwickeln. Im ersten Jahr in der für mich neuen Oberliga konnte ich schon viel spielen. Generell habe ich über die drei Jahre viel Spielzeit bekommen. Die letzten zwei Saisons war ich im Grunde Stammspieler. Ich hatte gute Trainer, die Mannschaft war auch immer gut. Das hat mir alles sehr viel gebracht.

Was für Ziele haben Sie sich noch für die Zukunft gesetzt?

Ich kann ja hier bei der ersten Mannschaft (2. Handball-Bundesliga, Anm. d. Red.) immer mal mittrainieren und wenn sich einer verletzt, auch mal mitspielen. Da will ich natürlich immer weiter gucken, was geht. Ich will weiterhin viel trainieren und mal schauen, was noch geht. Das (Festspielen in der ersten Mannschaft, Anm. d. Red.) ist auf jeden Fall mein Ziel. Da mache ich mir aber keinen Druck, dass es klappen muss. Es wäre aber schön, das noch zu schaffen.

Wo sehen Sie denn bei sich selbst noch Verbesserungspotenzial?

Grundsätzlich könnte im körperlichen Bereich noch ein bisschen mehr da sein für die Robustheit in den Zweikämpfen. Gerade mit Blick auf die 2. Liga oder eben jetzt auch die 3. Liga. Je höher man spielt, desto härter wird es noch mal. Das fordert dem Körper Einiges ab. Die Spiele werden intensiver, da muss man topfit sein. Da kann ich natürlich immer weiter an mir arbeiten.

Wie halten Sie sich denn eigentlich aktuell fit?

So gut wie es irgendwie geht. Mit Läufen und Krafttraining zuhause, ich mache viel mit dem eigenen Körpergewicht oder Therabändern, die ich noch zuhause habe. Ich versuche das Bestmögliche.

An einem der letzten Spieltage der nun abgebrochenen Saison haben Sie gegen den HSC Haltern-Sythen 41:28 gewonnen. Tut es als ehemaliger Spieler nicht ein bisschen weh, den Ex-Klub so abzuschießen?

In erster Linie freue ich mich natürlich, dass wir gut ausgesehen haben. Ich gönne dem HSC jeden Sieg, aber in dem Spiel mussten wir natürlich alles reinhauen. Dann will man natürlich gewinnen und das möglichst deutlich. Ansonsten bin ich immer für Haltern.

Sie haben viele Jahre beim HSC gespielt. Können Sie sich eine Rückkehr vorstellen?

Auf jeden Fall, irgendwann. Wer weiß, was beruflich und so passiert. Wenn ich dann weniger Zeit habe oder so könnte ich mir das auf jeden Fall vorstellen. Haltern ist eine schöne Heimat.

Wäre es nicht auch verlockend, einmal mit ihrem jüngeren Bruder Tobias zusammenzuspielen?

Das natürlich auch, das wäre sehr verlockend. Man muss gucken, wie es für ihn weitergeht und wo er dann im Endeffekt landet.

Ihr Bruder stand im Spiel gegen ihren aktuellen Verein erstmals im Kader des HSC. Trauen Sie ihm auf Dauer zu, sich in der Oberliga oder sogar in noch höheren Ligen durchzusetzen?

Er ist auf jeden Fall sehr gut. Er spielt aktuell noch ein Jahr A-Jugend, ist da einer der Leistungsträger. Auch in der zweiten Mannschaft hat er schon gute Spiele gemacht. Ich traue ihm da viel zu. Wohin es dann im Endeffekt geht, da ist die Frage, was er will und was er investieren will. Ich denke schon, dass da Einiges bei ihm gehen kann.

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