Darum konnte Peter Neururer den Abstieg des TuS Haltern nicht verhindern

dzFußball

Die erste Station des Kulttrainers Peter Neururer war 1984 beim TuS Haltern. Doch auch er konnte den Abstieg nicht verhindern. Im Interview räumt er außerdem mit einem Missverständnis auf.

von Niklas Berkel

Haltern

, 20.09.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den TuS Haltern wartet in der Fußball-Regionalliga am Samstag ein weiterer Höhepunkt. In der Mondpalast-Arena in Herne erwartet der Aufsteiger den ehemaligen Bundesligisten SG Wattenscheid 09. Beim Traditionsverein aus Wattenscheid als Sportlicher Leiter fungiert einer, der nicht nur den meisten Halternern ein Begriff ist: Peter Neururer. Der ehemalige Bundesliga-Trainer begann seine Karriere vor mehr als 30 Jahren als Spielertrainer beim TuS. Im Interview erzählt er, welche Erinnerungen er noch an den TuS hat, warum sein Amt bei der SGW derzeit ruht und warum er zu seiner Zeit in Haltern nicht öfter trainieren lassen konnte.

Peter Neururer, am Samstag treffen Ihre beiden ehemaligen Vereine TuS Haltern und SG Wattenscheid aufeinander.

(Neururer funkt dazwischen) Nein, das stimmt so nicht ganz.

Inwiefern?

Ich bin immer noch als Sportlicher Leiter in Wattenscheid tätig. Das ist einfach ein kleiner Kommunikationsfehler. Denn das, was ich machen soll, ist derzeit aufgrund der finanziellen Situation nicht möglich. Ich warte, bis sich die Situation geklärt hat. In der Aufgabe, die ich bei Wattenscheid habe, kann ich dem Verein aber derzeit nicht helfen. Man kann sagen, dass mein Posten ruht.

Der TuS war damals 1984/85 Ihre erste Trainerstation. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Haltern?

Mit dem TuS Haltern verbinde ich nur sehr gute Erinnerungen. Der Verein war das, was ich mit einem Amateurverein verbinde. Sehr menschlich, sehr familiär. Wenn ich den TuS als Amateurverein bezeichne, dann meine ich das sehr positiv. Als ich damals beim TuS anfing, war ich Spielertrainer in der Landesliga. Der Abstieg hätte verhindert werden können, die Qualität der Spieler war da. Aber wir konnten nur wenig trainieren.

Warum?

Das ist eine lustige Anekdote: Die Spieler bekamen damals zehn D-Mark pro Trainingseinheit. Hätten wir öfter trainiert, wäre es teuer geworden. Der Verein hatte nicht genug Geld da, um mehr zu trainieren.

Verfolgen Sie Ihren ehemaligen Verein noch regelmäßig?

Ja, egal wo ich Trainer war, ich verfolge die Vereine weiter. Ob das meine Profivereine sind, oder die Amateurvereine, bei denen ich gearbeitet habe. Das waren ja nur Haltern und Westfalia Weitmar in Bochum.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des TuS?

Die Entwicklung, die Haltern in den vergangenen Jahren genommen hat, ist einfach überragend. Der Verein hat eine klasse Außenwirkung. Was Christoph Metzelder und seine Mitarbeiter da aufgebaut haben, das ist einfach sensationell. Ich hoffe einfach, dass der TuS die Klasse hält. Das hätte er verdient. Der Verein ist schon einmal gut in die neue Saison gestartet.

Warum hält der TuS Haltern die Klasse?

Ganz einfach: Weil er das Potenzial dazu hat. Selbst wenn es fünf Absteiger geben sollte, ist das möglich. Vielleicht bekommt mein Verein, die SG Wattenscheid, bald neun Punkte abgezogen, bei Wuppertal weiß man auch noch nicht so recht, was passiert. Dann wären es schon einmal zwei Mannschaften weniger. Die Halterner Mannschaft ist außerdem sehr gut zusammengestellt, deshalb könnte es für den TuS reichen.

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