Corona und der Spiridon-Lauftreff: Erst Planänderung, dann Überraschung

dzSpiridon

Seit Jahren bietet „Spiridon Haltern“ einen Laufkurs für Anfänger und Wiedereinsteiger an. Das Coronavirus machte es ihnen dieses Jahr nicht einfach. Am Ende waren die Läufer sehr überrascht.

Haltern

, 22.07.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 40 Läufer und Betreuer trafen sich am 29. Februar am Halterner Stausee zum diesjährigen von „Spiridon Haltern“ durchgeführten Laufkurs für Anfänger und Wiedereinsteiger. Nach dem vor Jahren von Siegfried Thran ausgeklügelten und bewährten Trainingsplan sollten in zwei bis drei gemeinsamen Lauftreffs pro Woche die Teilnehmer nach 12 Wochen mit einer vollen Stunde Laufzeit ihr großes persönliches Ziel erreichen. Wegen des Coronavirus war am Ende aber alles anders.

Gerade mal drei Wochen nach dem Start wurden durch die Corona-Pandemie alle gemeinsamen Pläne zunichtegemacht. Am 14. März wünschten die Lauftrainer Meike Berse, Christian Gouders und Kerstin Schemmer nach dem letzten gemeinsamen Training den Läufern ein letztes Mal persönlich viel Erfolg, denn ab da waren die Laufsportler praktisch auf sich alleine gestellt.

19 Läufer erreichten ihr Ziel sofort

Während des Lockdowns liefen die Teilnehmer meistens alleine oder maximal in Kleingruppen mit den notwendigen Sicherheitsabständen durch die Halterner Wälder. Die schon vorher gegründete Whatsapp-Gruppe war dabei gemeinsames Portal und wurde als Forum genutzt, um zum Beispiel motivierende Fotos hochzuladen, sich untereinander auszutauschen oder die passenden Ratschläge von den Lauftrainern einzuholen.

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„Das war über viele Wochen die einzige Möglichkeit der Laufbetreuung durch uns“, sagt Christian Gouders. Unterwegs gab es zwischendurch hin und wieder ein kurzes freudiges Wiedersehen, wenn sich einzelne Läufer überraschend an derselben Strecke im Wald trafen, aber ansonsten machte jeder sein eigenes Ding.

Umso überraschter waren die Trainer dann beim gemeinsamen Neustart am 9. Mai mit immer noch 25 Teilnehmern. „Der größte Teil unserer Läufer war dabei sogar voll im Plan. Damit hätten wir so nicht gerechnet“, erzählt Meike Berse. Noch besser lief es beim Abschlusslauf zwei Wochen später. 19 Läufer erreichten das gesteckte Ziel direkt. Eine achtköpfige Kleingruppe war noch nicht ganz so weit. Sie kämpften jedoch tapfer weiter und feierten ihren persönlichen Erfolg dann am 13. Juni.

Noch mal eine Woche später erreichten dann auch noch die letzten beiden verbliebenen Nachzügler ihren persönlichen Triumph mit der kompletten Seerunde. „Ich bin über mich selbst überrascht, besonders beeindruckt hat mich ein Lauf in den Sonnenaufgang am frühen Morgen“, sagt Teilnehmerin Ronja Gouders. Trudi Brachtendorf lief regelmäßig mit ihrer Freundin Silvia Bußmann. „Es war gut, dass wir uns hatten, alleine hätte uns wahrscheinlich die Motivation gefehlt“, sagt sie.

„Rückblickend war Corona vielleicht auch ein Laufbeschleuniger“

Die übliche große Abschlussveranstaltung mit gemeinsamem Frühstück fiel aufgrund der Corona-Pandemie aus, aber auf seine persönliche Auszeichnung musste dennoch keiner verzichten. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass so viele es geschafft haben“, sagt Meike Berse. „Alle haben ein starkes Durchhaltevermögen gezeigt“, ergänzt Kerstin Schemmer.

Am Ende brachte das Corona-bedingte „alleine laufen“ auch für den Veranstalterverein Spiridon Haltern ein tolles Ergebnis, denn 15 Laufbegeisterte haben sich direkt dem Verein angeschlossen. Dass die Läufer das diesmal praktisch alleine ohne die direkte Laufbetreuung vor Ort geschafft haben, stellt ein besonderes Erfolgskapitel in der langen Geschichte des seit 2006 stattfindenden Laufkurses dar. Berse zieht ein positives Fazit: „Rückblickend war Corona vielleicht auch ein Laufbeschleuniger, denn alle hatten so plötzlich auch genügend Zeit für den Sport.“

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