Beim SV Bossendorf spielen die besten Spieler nicht unbedingt in der ersten Mannschaft

dzFußball: Kreisliga B

Ein Bossendorfer Stürmer erzielte bislang elf Tore in drei Spielen. In der ersten Mannschaft kommt er aber nicht zum Zuge – weil er nicht möchte. Der Verein will das ändern.

Hamm-Bossendorf

, 01.10.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elf Tore in drei Spielen hat Marc Bachor bisher für den SV Bossendorf erzielt. Allerdings geht der Torjäger nicht für die erste Mannschaft in der Kreisliga B auf Torejagd, sondern für die Reserve in der Kreisliga C. So ist er auch am Donnerstagabend nicht dabei, wenn der SV Bossendorf auf den FC/JS Hillerheide II trifft – was nicht ganz nach dem Geschmack des Vereins ist. Mit einem neuen Konzept will der Verein solche Geschichten demnächst vermeiden.

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„Marc Bachor ist sicherlich ein Spieler, der bei uns spielen kann“, sagt Bossendorfs Trainer Thomas Joachim. Der Stürmer selbst will aber nicht.„Er hat seine Kollegschaft in der Reserve“, so der Trainer weiter. Bachor selber sagt, dass die Frage schon öfter gestellt wurde, warum er nicht in der ersten Mannschaft spiele. „Das kann ich ja auch verstehen: Normalerweise spielen die besten Spieler eines Vereins in der ersten Mannschaft.“

Er weiß aber auch: „Wenn ich nicht glücklich bin, kann ich meine Leistung nicht abrufen.“ Und glücklich bei seinen Freunden in der Reserve ist der Torjäger allemal. Dafür sprechen nicht zuletzt die elf Butzen in drei Spielen.

Der Trainer hätte den Stürmer gerne bei sich im Team

Joachim hätte ihn nichtsdestotrotz gerne bei sich im Team. Gerade jetzt, wo die Offensivkräfte Max Ninnemann und Arne Feldmann ausfallen. Der Verein, seit gut einem Monat von Abteilungsleiter Arne Feldmann geführt, fährt mittlerweile aber auch ein neues Konzept. Das Problem, dass Spieler, die sicherlich höher als C-Kreisliga spielen müssten, nicht in die erste Mannschaft wollen, ist dem Abteilungsleiter bewusst.

„Es gab nie einen Verein im Verein“, sagt er. „Alle verstehen sich, alles ist freundschaftlich bei uns.“ Aber irgendwie habe jede Mannschaft ihr eigenes Süppchen gekocht. Feldmann will den Verein einen.

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Der SVB hat hohe Ziele. Auf Dauer will der Verein die Kreisliga A anvisieren. Dafür müssen Feldmann, Trainer Joachim, Bachor und all die weiteren die Mannschaften aber auch dementsprechend qualitativ gliedern.

Um Spieler für die erste Mannschaft zu begeistern, geht Feldmann innovative Wege. Kooperativ arbeitet die erste Mannschaft mit dem Fitnessstudio „Clever fit“ zusammen. Spieler der ersten Mannschaft können dort kostenlos trainieren gehen. „Wo gibt es so was schon in der Kreisliga B?“, fragt Feldmann.

Genau hinschauen

Bachor und seine Freunde in der Reserve wollen sich das neue Konzept in den kommenden Wochen und Monaten jedenfalls genau anschauen. „Bis das alles richtig anläuft, wird es ja auch noch dauern“, so der Stürmer. In der Zeit kann er sich ja noch überlegen, ob er nicht vielleicht doch mal erste Mannschaft spielen will. Sicher ist nur, dass diese am Abend erst einmal auf den FC/JS Hillerheide II trifft – ohne den Stürmer.

Anstoß: 19.30 Uhr, Lucia-Grewe-Str. 8, 45659 Recklinghausen.

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