Aber bitte auf die Mädchen selbst zugehen

04.10.2007 / Lesedauer: 2 min

Die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen hat als erste Nation der Welt in China ihren Titel als Weltmeister erfolgreich verteidigt. Sportredakteur Wilfried Dreßler sprach mit Jürgen Groothus (Foto), Staffelleiter der Frauen-Kreisliga 16, ein selbsternannter Frauenfußball-Fanatiker.

Wie haben Sie die WM verfolgt?

Groothus: Im Fernseher habe ich alle Spiele mit deutscher Beteiligung gesehen, aber auch einige ohne unser Mitwirken. Natürlich habe ich mich auch über Zeitung und Internet informiert.

Was sagen Sie zum Niveau der anderen WM-Teilnehmer?

Groothus: Das Niveau ist im Durchschnitt gestiegen. Aber es gibt einige Ausraster nach unten wie nach oben. Das sah man auf der einen Seite mit den Teams aus Argentinien, Ghana und Neuseeland. Auf der andere Seite schied Vizeweltmeister Schweden in der Vorrunde in der Gruppe mit USA, Nordkorea und Nigeria aus.

Ist es einfacher, bei einer WM als einer EM weiterzukommen?

Groothus: In der Tat. 13 Nationen haben zurzeit WM-Format. Da ist also in fast jeder Gruppe ein Außenseiter dabei. Bei einer EM gibt es nicht mehr so schwache Gegner. Teams wie England, Niederlande, Frankreich, Finnland, Russland und sogar die Schweiz haben mächtig aufgeholt.

Wie waren Sie mit der Berichterstattung in Presse und Fernsehen zufrieden?

Groothus: Sehr. Ich bin überrascht, wie viel in Aufmachung und Größe gebracht wurde.

Wird es einen neuen Boom im Mädchen- und Frauenfußball geben?

Groothus: Das ist zu erwarten. Allerdings müssen die Vereine nicht warten, dass die Mädchen zu ihnen kommen, sondern sie müssen selbst was unternehmen.

Wird der erneute Titelgewinn etwas bewirken in Hinblick auf die deutsche Bewerbung für die WM 2011?

Groothus: Deutschland hat laut Fifa die beste Bewerbung abgegeben. Aber andere wie Kanada und Australien sind nah dran. Ich glaube, dass Deutschland Ende Oktober den Zuschlag erhalten wird, zumal die Infrastruktur nach der Männer-WM im eigenen Land schon hervorragend ist.

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