Zwei Niederlagen in Serie: Warum und woran es bei der U19 von Borussia Dortmund noch hakt

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Der amtierende Deutsche A-Junioren-Meister strauchelt in der neuen Saison. Nach drei Spielen rangiert der BVB mit drei Punkten nur auf Tabellenplatz acht. Worin liegen die Gründe für den mäßigen Start?

Dortmund

, 23.08.2019, 06:47 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die 1:2-Niederlage am Mittwochabend bei Borussia Mönchengladbach, sie wurmte Michael Skibbe auch am Tag danach noch merklich. „Zwei Spiele nacheinander zu verlieren“, sagte der Trainer von Borussia Dortmunds U19 also, „ist gerade zum Auftakt einer Saison sehr unangenehm für uns und ist auch nicht das, was wir uns vorgenommen haben.“

Nur Tabellenplatz acht

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Nach den ersten drei Spieltagen in der noch jungen A-Junioren Bundesliga West weist die Bilanz des BVB nun lediglich einen Sieg und zwei Niederlagen auf, was die Mannschaft vorerst auf einen ernüchternden achten Tabellenplatz hat stürzen lassen. Natürlich ist es nicht mehr als eine Momentaufnahme, dazu zu einem äußerst frühen Zeitpunkt in dieser Saison wohlgemerkt. Doch die Ansprüche, die sie bei der Borussia hegen, sind andere.

„Wenn man amtierender Deutscher Meister ist, gehört man natürlich zu den Mitfavoriten“, sagte Skibbe und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die externen und internen Neuzugänge wie Giovanni Reyna, der im Mittelfeld weltweit zu einem der herausragenden Talente seines Jahrgangs gehört, und Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko, die in diesem Sommer zum Kader gestoßen sind. „Aber man muss berücksichtigen, dass wir uns auch in einem Umbruch befinden, und das braucht seine Zeit.“

Nuancen entscheiden

Zum engeren Kreis der Titelfavoriten zählt der 54 Jahre alte Fußballlehrer nicht nur sein Team, sondern eben auch Klubs wie den 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und den Erzrivalen Schalke 04. „Das sind alles Mannschaften, die sich gut verstärkt haben und viel Potenzial besitzen. Und gerade im Nachwuchsbereich geht es eng zu und es entscheiden oft Nuancen.“

Gegen den 1. FC Köln – der BVB unterlag am zweiten Spieltag mit 0:2 – und jetzt Mönchengladbach schlug das Pendel jeweils zugunsten der Gegner aus. Wobei Skibbe die Niederlage am Mittwochabend durchaus als vermeidbar bezeichnete. „Anders als gegen Köln, die ja absolut verdient gegen uns gewonnen haben, fand ich uns gegen Gladbach eigentlich einen Tick besser als den Gegner“, sagte der BVB-Trainer, um dann noch vielsagend anzufügen: „Ohne dabei allerdings gut gewesen zu sein.“

Fehler detailliert aufgearbeitet

Noch ist also ordentlich Sand im schwarzgelben Getriebe. Was Skibbe dazu veranlasst hat, am Donnerstagmorgen neben der Trainingseinheit die Fehler seiner Mannschaft in der üblichen Spielanalyse noch etwas detaillierter aufzuarbeiten als gewöhnlich. Ganz oben auf der Agenda: das Defensivverhalten der vergangenen Wochen. Zwei Tore pro Spiel kassiert die U19 des BVB bislang. Selbst beim Auftaktsieg gegen den Wuppertaler SV, diesem spektakulären 9:2-Erfolg mit sechs Treffern von Moukoko, blieb die Skibbe-Elf nicht ohne Gegentreffer.

„Es hat sich bereits in diesem Spiel angedeutet, dass wir defensiv nicht so stabil stehen, wie wir uns das vorstellen“, sagte Skibbe. Die Lücken im Abwehrverbund ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison. Der BVB verhält sich gerade bei Ballverlusten schlecht im Umschalten, gewährt dem Gegner zu oft „die halbe Sekunde, die reicht, um schnell in gefährliche Zonen zu gelangen“, so Skibbe, der seinem Team in dieser Saison bereits ein 4-1-4-1- als auch ein 4-2-3-1-System übergestülpt hat. Zudem fordert der Dortmunder Trainer von seinen Spielern, künftig zielstrebiger von hinten heraus zu agieren.

Ganzheitliches Problem

An einzelnen Personen will der Trainer die ausgemachten Schwächen derweil nicht festmachen. Vielmehr handele es sich um ein ganzheitliches Problem. „Es geht darum, dass alle gemeinsam verteidigen“, so der 54-Jährige. „Da greift vieles noch nicht ineinander, das müssen wir als Mannschaft gemeinsam besser lösen. Es wartet noch viel Arbeit auf uns.“

Auch offensiv läuft trotz bereits zehn erzielte Treffer längst noch nicht alles. Die neun Treffer gegen Wuppertal überdecken dabei so ein bisschen die Abschlussprobleme, die der BVB in den Partien gegen Köln und Gladbach an den Tag gelegt hat. US-Boy Reyna zeigt zwar weiterhin ansprechende Leistungen, hat seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor aber auch noch nicht nachhaltig unter Beweis gestellt. Und Moukoko „lernt gerade, dass es doch etwas anderes ist, gegen Spieler spielen zu müssen, die dreieinhalb Jahre älter sind als er,“, sagte Skibbe.

Nur vier Torabschlüsse für Moukoko in zwei Spielen

Gegen Köln kam das 14 Jahre alte Ausnahmetalent gerade mal zu einem Torabschluss, gegen Mönchengladbach waren es immerhin derer drei. „Im Moment fehlt im vielleicht auch so ein bisschen das Schussglück, das er gegen Wuppertal hatte“, so der BVB-Trainer.

Am Sonntag bietet sich Moukoko & Co. nun die nächste Gelegenheit, es besser zu machen. Mit Armina Bielefeld gastiert der Tabellen-Neunte in Brackel (11 Uhr, Adi-Preißler-Allee 9, 44309 Dortmund). Eine Mannschaft, von der Skibbe sagt, man dürfe sie trotz des durchwachsenen Saisonstarts nicht unterschätzen.

Konzentriert in der Defensive

„Für uns wird es darauf ankommen, konzentriert in der Defensive zu arbeiten“, betonte der Trainer. Nicht zur Verfügung stehen werden ihm weiterhin Immanuel Pherai, Lloyd Kuffour und Niclas Knoop. Fraglich sind zudem Mert Göckan und Felix Schlüsselburg, die Blessuren aus der Partie gegen Gladbach mit nach Hause gebracht haben.

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