Zwei Aufsteiger grüßen schon wieder von oben - und könnten sich dran gewöhnen

Fußball-Bezirksliga

Beiden Teams fehlte der Top-Torjäger der vergangenen Saison. Bei beiden traf einfach jemand anderes dreifach. Die Bezirksliga-Aufsteiger RW Germania und Türkspor sind früh in Form.

Dortmund

, 12.08.2019, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei Aufsteiger grüßen schon wieder von oben - und könnten sich dran gewöhnen

Jubel über den Auftaktsieg: Kimaz Hamza (l.) und Trainer Bülent Kara. © Schaper

Der Blick auf die Tabelle der Bezirksliga 8 nach dem ersten Spieltag, er dürfte so manche Erinnerung wachgerufen haben bei den Verantwortlichen von RW Germania und Türkspor 2000.

Rot-Weiß ganz oben, Türkspor direkt dahinter

Rot-Weiß nach dem 6:0 gegen Mengede zum Auftakt ganz oben, auf Platz eins. Türkspor, das bei TuS Hannibal mit 6:1 gewann, direkt dahinter. Als erster Verfolger. Es ist ein Abziehbild der vergangenen Saison in der Kreisliga A1, in der am Ende schließlich beide Teams den Aufstieg feiern durften.

„Dieses Bild kommt mir bekannt vor“, sagte Türkspor-Trainer Bülent Kara am Montag und musste dabei selbst ein wenig schmunzeln. „Das sieht schon ganz gut aus, aber dieses Jahr wollen wir es gerne ändern im Vergleich zum Vorjahr.“ Heißt: Am Ende der Spielzeit darf seine Mannschaft gerne vor Germania landen, am liebsten auf Platz eins. Die Ambitionen, daran lassen sie bei Türkspor keinen Zweifel aufkommen, sind eben groß. Auch als Aufsteiger.

Gut - und noch Luft nach oben

„Wir haben gegen Hannibal ein gutes Spiel hingelegt, und es hat gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt“, sagte Kara, der aber auch noch Luft nach oben sieht. Für den weiteren Saisonverlauf bedeute der Auftaktsieg gegen Hannibal ohnehin noch nichts.

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Er habe auch die SG Massen, TuS Körne, den VfL Kemminghausen sowie SSV Mühlhausen auf dem Zettel, wenn es um die vorderen Plätze geht. „Und auch RW Germania.“

Germania wartet erstmal ab

Dort wird man das Lob des Konkurrenten sicherlich gerne zur Kenntnis nehmen. An den Zielsetzungen ändert es allerdings nichts. „Man muss erst einmal abwarten, wie sich das hier alles entwickelt“, erklärte Germania-Trainer Alexander Schwarz. Das Team, aber auch er selbst kennen die Liga noch nicht so gut.

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Man wolle sich erst einmal etablieren und nichts überstürzen, meint Schwarz. Das, was die Tabelle der Bezirksliga 8 da derzeit zeigt, gefalle ihm allerdings durchaus. „Natürlich ist das ein schönes Bild“, sagte der Trainer. „Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass es der erste Spieltag war.“

Ganz andere Ansprüche

Und sollte sich das Bild in den kommenden Wochen dahingehend vielleicht etwas verschieben, sei das auch kein Problem. „Wir haben halt ganz andere Ansprüche als Türkspor“, erklärte Schwarz.

Der Auftaktsieg, dieses eindrucksvolle 6:0 gegen Mengede 08/20, hat dennoch Eindruck hinterlassen. Bedenkt man, dass RW sogar noch zehn Spieler gefehlt haben, darunter mehrere potenzielle Stammspieler, erscheint die Leistung vielleicht noch ein Stück weit bemerkenswerter. „Vor diesem Hintergrund war so ein Ergebnis nicht zu erwarten“, sagte Schwarz. „Daher bin ich absolut zufrieden mit meiner Mannschaft.“

Marschallek und Bektas gar nicht dabei

Dass in Tobias Marschallek verletzungsbedingt sogar der Toptorschütze der vergangenen Saison ausgefallen war, ist angesichts der Gala-Vorstellung von Rückkehrer Yannik Tielker fast schon in Vergessenheit geraten. Mit seinem Hattrick zwischen der 25. und 44. Minute war er der Mitgarant für den Traumstart.

„Yannik hat eine unglaubliche Abschlussqualität“, sagte Schwarz. Aber was passiert, wenn Marschallek zurückkommt? Sie können beide zusammenspielen, betonte der Trainer, „Tobias und Yannik haben ja früher bereits zusammengespielt, die verstehen sich blind.“

Cardoniz noch schneller als Tielker

Auch bei Türkspor fiel der Toptorschütze der vergangenen Spielzeit aus – Ozan Bektas ist gerade erst aus dem Urlaub zurück. Und wie bei Germania sprang ein anderer Stürmer in die Bresche. Mateus Ajala Cardoniz, Neuzugang aus Bövinghausen, erzielte wie Tielker einen Hattrick, war dabei aber noch mal etwas schneller unterwegs als sein Konkurrent von RWG. Bereits in der 22. Minute hatte der Brasilianer seinen dritten Treffer erzielt.

„Er ist ein Stürmer mit einem enormen Potenzial“, sagt Kara. „Wir sind glücklich, dass er nun bei uns spielt.“ Und wer weiß: Vielleicht ist er ja der Grund dafür, dass sich das Bild in den kommenden Wochen dahingehend ändert, dass Türkspor vor Germania steht.

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