Wie der Verband auf die brennenden Fragen der Vereine reagiert

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Der FLVW erklärt den Vereinen in einem ausführlichen Schreiben die aktuelle Lage der Dinge. Darin geht es zum einen um finanzielle Fragen, aber auch um die Auf- und Abstiegsregelung.

Dortmund

, 28.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Können Fußballvereine eine finanzielle Unterstützung vom Verband bekommen? Kommt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen den Vereinen finanziell entgegen, in der Zeit, wo über Wochen und vielleicht sogar Monate keine Spiele stattfinden? Und welche Gedanken macht sich der Verband zum Auf- und Abstieg?

All dies hat der FLVW nun in einem ausführlichen Schreiben an die Vereine dargelegt.

FLVW kündigt einenWegfall der Abgaben an

Als erstes hat der FLVW beschlossen, Verbandsabgaben auszusetzen. Das bedeutet konkret, dass der Verband „während der „Auszeit“ des Spielbetriebs die pauschalisierten Spielabgaben für die Rückrunde nicht erheben beziehungsweise bereits geleistete Abgaben zurückzahlen“ wird.

Damit sind unter anderem der Jahresbeitrag zur Teilnahme am Spielbetrieb der jeweiligen Liga und die Verbandsabgabe für Heimspiele gemeint. Diese Abgaben hat jeder Verein vor der Saison zu entrichten. Da nun Spiele nicht ausgetragen werden können, verzichtet der Verband auf die Gelder beziehungsweise erstattet sie zurück.

Des Weiteren erklärt der FLVW: „Eine weitere Entlastung bedeutet ebenfalls der Wegfall der pauschalen Belastung der Schiedsrichterkosten.“ Auch hier entrichten die Vereine eine Pauschale – die je nach Ligenzugehörigkeit unterschiedlich ausfällt – an den Verband.

Finanzielle Unterstützung der Vereine von Verbandsseite aus

Der FLVW sieht durchaus, dass die Clubs durch die ausfallenden Heimspiele Eintrittsgelder und Einnahmen durch Catering entgehen. Auch der Wegfall von Sponsorengeldern wird in dem Schreiben angesprochen.

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Deswegen erhielt der Verband in letzter Zeit Bitten um direkte finanzielle Unterstützung für Vereine. Hierzu gibt es folgendes Statement: Zu einer Hilfe in diesem Punkt „sind wir zum einen finanziell nicht in der Lage – auch wir müssen für den Verband die Folgen der Corona-Krise kalkulieren, zum Beispiel durch den Ausfall der nicht unbeträchtlichen Spielabgaben unserer Bundesliga-Vereine.“

Weiter heißt es: „Zum anderen verbietet uns das Gemeinnützigkeitsrecht eine unterschiedliche Behandlung von Vereinen.“ Trotzdem ist der FLVW an einer gemeinsamen Lösung mit den Vereinen interessiert. „Wenn Sie akut die Leistungen an den Verband nicht erbringen können, wenden Sie sich bitte an uns. Wir werden mit Ihnen zusammen eine Lösung finden“, wird FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski zitiert.

Lokale Vereine könnten Hilfe von der Landesregierung bekommen

Der Verband befindet sich mit dem Landessportbund und auch mit den politischen Verantwortlichen regelmäßig im Austausch und setzt sich für eine Finanzunterstützung des Sports durch die Landesregierung ein. Der FLVW informiert, dass gewerbliche und kommerzielle Sportunternehmen unter diverse Rettungsschirme fallen.

„Es muss aber auch darum gehen, das wirtschaftliche Überleben der gemeinnützigen sportlichen Infrastruktur und seiner Vereine zu sichern“, heißt es in dem Schreiben. An dem 25 Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket des Landes für die Wirtschaft sollen Vereine partizipieren können. In welcher Höhe und unter welchen Bedingungen, soll in den nächsten Tagen geklärt werden.

Folgen der Verlängerung der Spielzeit über den 30. Juni hinaus

Wenn der Spielbetrieb noch einmal aufgenommen wird, würde das vermutlich eine Verlängerungen der Saison über den 30. Juni bedeuten. In diesem Zusammenhang entstehen viele Fragen: Es geht um Spielberechtigungsfragen, Fristenverlängerungen für Trainerinnen und Trainer, Umgang mit dem Beginn der Sommerferien.

„Auch an Antworten auf diese Fragen arbeiten wir zusammen mit dem DFB. Der DFB hat bereits angedeutet, an sich allgemeinverbindliche Regelungen der DFB-Spielordnung auszusetzen, um den Landesverbänden flexible Lösungen zu ermöglichen, zum Beispiel bei der Frage, wann und wie die Saison zu Ende gespielt werden kann.“

Sprich: Wenn der FLVW beschließt, die Saison bis in den Juli zu ziehen, könnte das durchgewunken werden, weil der Verband eigene vom DFB unabhängige Entscheidungen treffen darf.

FLVW äußert sich zu den wichtigen Fragen zu Auf- und Abstiegsregelung

Das Thema Auf- und Abstieg ist wohl der Schwerpunkt vieler Gespräche von Spielern, Trainern und Verantwortlichen. Gibt es eine Aufstockung der Ligen, welcher Stand der Tabelle wird zu Rate gezogen, gibt es vielleicht Wildcards wie beim Basketball?

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Der Verband meint hierzu, „dass wir den Höhepunkt der Corona-Krise noch nicht erreicht haben und insofern endgültige Antworten auf Ihre drängenden Fragen leider noch nicht möglich sind. Dies betrifft auch den gelegentlich unterbreiteten Vorschlag für einen vorzeitigen Abbruch der Spielzeit. Unabhängig von den rein sportlichen Erwägungen – Aufstieg, Abstieg etc. – spielen dabei auch haftungsrechtliche Fragen eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es für endgültige Entscheidungen einfach noch zu früh.“

Viele Vereine würden sich hier eine klare Entscheidung wünschen - aber sie müssen weiter warten.

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