Wie der ASC 09 für seine Mannschaftsfahrt nach Ibiza Herne aus der Oberliga schmiss

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Beim ASC erinnert man sich gerne an sein erstes Oberliga-Jahr zurück - vor allem an den letzten Spieltag und die Mannschaftsfahrt danach. Für Westfalia Herne ist es dagegen eine der schlimmsten Erinnerungen.

Dortmund

, 15.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Saison 2014/2015 war etwas ganz Besonderes für den ASC 09 Dortmund. Das erste Jahr Oberliga - und am Ende eine Mannschaftsfahrt, die legendär war. So beschreibt es Dino Dzaferoski, heute Spieler des Westfalenligisten TuS Bövinghausen, damals in seinem ersten Jahr bei den Aplerbeckern.

„Unser Ziel war es in der Saison zum einen nicht abzusteigen“, erklärt Dzaferoski und schiebt hinterher: „Und zum anderen war es die Mannschaftsfahrt nach Ibiza am Saisonende.“ Die wurde dann auch legendär - vor allem wegen des letzten Spieltags der Saison.

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Die Aplerbecker spielten zuhause gegen Westfalia Herne. Für den ASC ging es um nichts mehr, der Klassenerhalt war gesichert. Für die Gäste hingegen ging es um alles. Herne stand mit 28 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, zwei Punkte dahinter der SV Zweckel auf dem Abstiegsplatz. Der SV musste beim Tabellenvierten SC Roland ran.

Dino Dzaferoski: „Damit hatte keiner gerechnet“

Das sah eigentlich nach einer klaren Sache aus, trotzdem fanden sich noch knapp 700 Zuschauer zum letzten Spiel des ASC 09 ein - und die bekamen eine richtige Show geboten. Der ASC spielte, als ob es um den Aufstieg in die Regionalliga ging, siegte am Ende gegen verzweifelte Herner mit 4:2 und schickte die Westfalia so in die Westfalenliga. „Damit hatte keiner gerechnet“, erinnert sich Dzaferoski.

Dino Dzaferoski spielte zwei Jahre für den ASC 09 Dortmund.

Dino Dzaferoski spielte zwei Jahre für den ASC 09 Dortmund. © Stephan Schuetze

Noch jemand, der sich an diesen Tag erinnert, ist Holger Wortmann. Für ihn ist dieser letzte Spieltag der Saison 2014/2015 allerdings „einer der schlimmsten Tage“ in seiner Trainerkarriere. Wortmann stand damals an der Seitenlinie der Herner. Noch vor ein paar Wochen besuchte der heutige Sportliche Leiter der Hammer Spielvereinigung das Oberligaduell zwischen dem ASC und Westfalia Herne (3:1). „Da kam alles wieder hoch“, so Wortmann.

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Was die Niederlage für die Herner damals noch schlimmer machte: Die Aplerbecker hatten einen besonderen Ansporn am letzten Spieltag. „Uns hat jemand eine Prämie geboten, weil er mit Herne noch eine Rechnung aufhatte“, erzählt Dzaferoski, der nicht näher auf Details eingehen möchte. Der damalige und heutige Sportliche Leiter Samir Habibovic erinnert sich gut an das Spiel: „Ich stand an der Linie und habe mich gefragt, warum meine Jungs so abgehen. Das habe ich erst hinterher erfahren. Wir als Klub wussten nichts von der Prämie.“

Aplerbeck feiert den Sieg über Herne auf Ibiza

Holger Wortmann erinnert sich ganz genau an den „Ansporn“ der Aplerbecker. „Wir wussten schon in der Woche vor dem Spiel davon, dass Zweckel eine Prämie geboten hatte“, so der Ex-Herne-Trainer. Und es kam, wie es kommen musste: Die Aplerbecker spielten wie junge Götter, die Westfalia vergab unzählige Chancen und gleichzeitig gewann Zweckel sein Spiel gegen Roland.

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„Wir wussten schon vorher, dass Zweckel gegen Roland nicht verlieren würde.“ Ist Wortmann heute noch angefressen von der Situation? Der Ex-Herner macht eine lange Pause. „Naja, es sind jetzt fünf Jahre vergangen - und ich bin ja aktuell wieder in der Oberliga“, sagt Wortmann. Trotzdem - schmunzeln kann er über den letzten Spieltag von damals nicht.

Jemand anderes schon: Dino Dzaferoski, der Westfalia Herne zwei Jahre später als Spieler übrigens beim Aufstieg zurück in die Oberliga half, erinnert sich gerne. „Wir waren richtig angefixt in dem Spiel“, so der Bövinghauser zum 4:2-Sieg, der die Mannschaftskasse des ASC nochmal aufbesserte. Und während die Herner um Holger Wortmann zwei Tage später immer noch um die Oberliga trauerten, saßen die ASC-Spieler schon im Flieger in Richtung Ibiza.

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„Wir waren 15, 16 Leute, das war legendär. Obwohl“, sagt Dzaferoski. „Ich war auch irgendwo der Pechvogel.“ Als Jüngster im Ibiza-Tross des ASC musste der heutige Bövinghauser traditionsgemäß immer und überall die Getränke besorgen. „Das hat mich richtig aufgeregt, die anderen haben mich richtig schikaniert. Aber das gehört nunmal dazu.“ Um Getränke und den Eintritt zu zahlreichen Partys mussten sich die Aplerbecker damals sowieso keine Gedanken machen - dank des Sieges gegen Westfalia Herne.

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