Wickede-Trainer hat genug: „Das werden wir den Spielern schon noch austreiben“

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Nach der 0:6-Blamage gegen den SV Sodingen steht Westfalia Wickede nach vier Spieltagen mit nur einem Punkt auf einem Abstiegsplatz. Trainer Marko Schott macht seiner Mannschaft eine klare Ansage.

Dortmund

, 29.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anil Konya hat schlecht geschlafen. „Ich bin irgendwann aufgewacht und konnte dann zwei, drei Stunden nicht schlafen.“ Und auch einen Tag nach der 0:6-Niederlage geht es dem Kapitän von Westfalia Wickede nicht besser.

Nach der desaströsen Leistung am vierten Spieltag, dem mageren Punktekonto (1) und Platz 15 in der Westfalenliga, ist die Stimmung bei den Wickedern düster. Und Trainer Marko Schott, am Montag immer noch bedient, nimmt kein Blatt vor den Mund. „Wir müssen die Jungs jetzt an der Ehre packen“, sagt der Westfalia-Coach, das Problem seiner Mannschaft seien die grundlegenden Dinge.

„Bei allem Taktik-Gelaber, es ist mir scheiß egal, ob wir ein 4:3:4- oder von mir aus auch ein 6:3:1-System spielen“, sagt Schott. Das alles bringe gar nichts, wenn der Mannschaft auf dem Platz die Leidenschaft und der Ehrgeiz fehlen. Und Schott geht sogar noch weiter, die vielen neuen Spieler der Wickeder sollen keine Ausrede für die Leistung auf dem Platz sein. „Viele der Jungs sind schon länger hier und ganz ehrlich: Seit 2,5 Jahren haben die zuhause richtig schlecht gepöhlt, da müssen wir uns einfach auch beiden Zuschauern entschuldigen.“

Marko Schott: „Spieler kommen nicht mit dem Druck klar“

Das sitzt. Aber warum läuft es bei den Wickedern - schon wieder - nicht? Das Training läuft laut Konya und Schott immer gut. „Aber wir brauchen die Punkte am Wochenende, wir brauchen keine Trainingsweltmeister“, wettert der Wickede-Trainer. „Aber das werden wir denen schon noch austreiben.“

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Kapitän Anil Konya kann sich nicht erklären, warum die Westfalia es an den Wochenenden nicht schafft, die Qualität auf den Platz zu bringen. „Wenn ich das wüsste, wäre es am Wochenende bestimmt anders gelaufen“, so der Kicker. Marko Schott ist sich indes sicher, dass seine Spieler anscheinend nicht mit dem Druck in den Pflichtspielen klar kommen. Aber wie kann Wickede das verbessern? Die erfahreneren Spieler der Wickeder, sagt Konya und schließt sich damit natürlich selbst ein, „müssen die jüngeren und die neuen auf dem Platz einfach besser führen“, so Konya.

Wickede muss zum „Kellerduell“ nach Wiemelhausen

In einer Krise sieht der Kapitän sein Team aber noch nicht - auch wenn der letzte Wickeder Sieg schon zehn Monate zurückliegt. „Es sind erst vier Spieltage, ich bleibe da gelassen“, so Konya. „Wir drehen jetzt nicht durch“, sagt zwar auch Schott, „aber es ist wirklich fünf vor zwölf.“

Es seien zwar erst vier Spiele gespielt, aber mit Blick auf die Tabelle sehe es nicht gut aus, vor allem weil es in dieser Saison fünf Absteiger geben wird. Wickede steht auf Platz 15, müsste am Ende auf Platz 13 stehen, um das rettende Ufer noch zu erreichen. Bis dahin sind es aber jetzt schon vier Punkte. Im Nacken haben die Wickeder Concordia Wiemelhausen, die bis jetzt zwar keine Punkte, aber auch erst zwei Spiele bestritten haben. Am kommenden Spieltag kommt es dann zum Duell.

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Und da muss Wickede eine Reaktion zeigen, das fordert Marko Schott auch ganz klar ein. „Wenn wir rein auf die jetzige Tabelle schauen, spielen wir jetzt gegen den Abstieg“, sagt der Wickede-Trainer. Ein Sieg wäre dringend nötig für die gebeutelten Wickede - und für den guten Schlaf von Anil Konya.

Westfalia-Spieler Markus Scherff musste im Spiel gegen Sodingen in der 37. Minute verletzt vom Platz. Am Mittwoch hat der Wickeder einen MRT-Termin.
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