Westfalia Wickedes Doppeltorschütze: „35 ist nicht das neue 19“

dzFußball-Westfalenliga

Westfalia Wickede hat am Wochenende dem Favoriten DSC Wanne-Eickel einen Punkt abgerungen. Und das hatte die Westfalia vor allem einem erfahreneren Spieler zu verdanken.

Dortmund

, 16.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Körper musste warten! Der Wickeder gibt unumwunden zu, dass für ihn 35 nicht das neue 19 ist. Und doch warf er für seine Westfalia Wickede gegen den DSC Wanne-Eickel alles in die Waagschale und sorgte abgebrüht und nicht ausgebrannt für die beiden Treffer beim 2:2.

„Wäre ich 19 und nicht 35, wäre ich dem 35-Jährigen weggelaufen und nicht umgekehrt. Aber irgendwie habe ich es ja geschafft.“ Und so erzielte Markus Scherff das viel umjubelte 2:2.

Markus Scherff (r.) traf doppelt für die Westfalia.

Markus Scherff (r.) traf doppelt für die Westfalia. © Schaper

„Jetzt bin ich ziemlich kaputt und darf mich ausruhen. 90 Minuten fallen mir schon ziemlich schwer, aber es geht noch“, kommentierte der Offensivspieler dann und gönnte danach seinem Körper Ruhe. Er wusste auch, bei wem er sich zu bedanken hatte: „Marcel Pietryga legte mir zum 1:1 gut auf. Es spricht für ihn und die Mannschaft in anderen Situationen, dass sie den Blick für die Mitspieler haben und so den günstigeren Abschluss suchen. Marcel war eben nicht eigensinnig.“

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Das 2:2 gehörte dann auch dem eingewechselten Mohamed Lmcademali. „So ist eben LMC. Mit seiner Erfahrung bekommt er solche starken Anspiele hin. Ich weiß gar nicht, wie ich es schaffe, aber ich komme um Wannes Torwart herum. Und alle feiern.“

Lob für Youngster Pietryga

Mit dem Lob für Youngster Pietryga kommt der Routinier zu dem, was Wickede nach der verkorksten Vorsaison wieder stark machen soll – und warum er im höheren Fußballeralter noch einmal zu seinem Ex-Klub zurückgekehrt ist: „Es war, als wäre ich nie weggewesen., Jeder kennt mich. Ich kenne jeden. Die Wickeder Familie hält zusammen. Das brauche ich. Daher bin ich hier.“

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Ein starkes Bekenntnis zur Westfalia, die im Training und im allgemeinen Umgang „ein funktionierendes Team“ stelle. „Wir haben es einfach zu oft nicht auf den Platz gebracht“, erinnert Scherff an einige Auftritte in der abgelaufenen Spielzeit und den zuletzt in Neheim, wo Wickede 0:2 verlor.

Jetzt sehen sich die gestandenen Westfalia-Kräfte allerdings auch zahlreichen jungen Spielern im Kader gegenüber. Wickedes Umbruch sei ein Prozess. „Das muss sich einspielen“. Daher könne noch nicht alles sofort funktionieren. Erlebnisse und Ergebnisse wie das gegen ein vermeintliches Topteam seien dafür umso wichtiger: „Fünf Mannschaften steigen ab. Da müssen wir Zählbares holen. Das Startprogramm mit Neheim und Wanne hatte es in sich“, sagt Scherff.

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„Wir wollen uns als Mannschaft entwickeln und punkten.“ Auf einen Markus Scherff wollen sie dabei auf keinen Fall verzichten – wenn möglich immer über 90 Minuten. Sollten junge Leute wie Vorlagengeber Pietryga aber so reif spielen wie am Sonntag, darf der Routinier bestimmt auch schon während der Spiele auf seinen Körper Rücksicht nehmen.

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