Wenn die Schule aus ist, beginnt für den Eisadler-Kapitän die Mission Meisterschaft

Eishockey-Landesliga

Unter der Woche ist er Grundschullehrer, aber am Wochenende lässt es Malte Bergstermann als Stürmer im Trikot der Eisadler Dortmund auch schon mal krachen. Der Puck ist Teil seines Lebens.

Dortmund

, 17.10.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wenn die Schule aus ist, beginnt für den Eisadler-Kapitän die Mission Meisterschaft

Malte Bergstermann (Mitte) gehört zu den torgefährlichsten Spielern im Eisadler-Team. © Nils Foltynowicz

Wenn man in diesen Tagen Eisadler-Trainer Waldemar Banaszak nach der Nummer 77 in seinem Landesliga-Team fragt, dann gibt er eine knappe Antwort: „Kapitän, Leistungsträger, er brennt.“ Damit ist alles gesagt, findet auch der so Beschriebene: „Mittlerweile bin ich mit 35 der Älteste in dieser Truppe“, sagt Malte Bergstermann. „Aber ich spüre schon eine große Wertschätzung vom Verein.“ Ein Grund, weswegen der Routiniers noch eine Saison an der Strobelallee drangehängt hat.

Mir Vier auf dem Eis

Bergstermanns Eishockey-Leidenschaft ist fast so alt wie er selbst. „Schon mit Vier Ende der 80er hab ich auf dem Eis gestanden. Hab bei den Füchsen in meiner Heimatstadt Duisburg alle Jugendmannschaften durchlaufen. Und bin dem Sport, bis auf einen einjährigen Ausrutscher als Teenie in Richtung Fußball immer treu geblieben. Hätte auch anders laufen können. Gefühlt hatte ich für Fußball noch etwas mehr Talent. Aber Eishockey hat mir einfach größeren Spaß gemacht. Es die kreativste Sportart, die ich kenne, weil du auf dem Eis mit dem ganzen Körper arbeitest.“

Seit 2012 ist Dortmund Bergstermanns sportliche Heimat - im ersten Jahr noch beim damaligen EHC in der Oberliga, jetzt im sechsten Jahr bei den Eisadlern. Jenseits des Eises ist der Eisadler-Kapitän Grundschullehrer in Lünen, unterrichtet - wie sollte es anders sein - Sport.

Blick auf die Jugendarbeit

Vielleicht hat das auch ganz besonders seinen Blick auf die Jugendarbeit in Dortmund geschärft: „Das funktioniert hier richtig gut. Die Bereitschaft muss aber auch sehr groß sein. Man kann das Kind nicht einfach mit dem Fahrrad zum Training schicken, weil die ganzen Klamotten immer mitgeschleppt werden müssen. Die Sachen sind teuer, die Schläger brechen. Und was die Zeiten betrifft, ist es manchmal schon Wahnsinn, was die Kleineren leisten. Frühmorgens am Wochenende zwei oder Stunden Fahrzeit zum Turnier - da brauchst du Kinder und Eltern, die das richtig wollen. Und die gibt es in Dortmund.“

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In der eigenen Landesliga-Mannschaft sieht sich Bergstermann als Routiniers klar in der Verantwortung. „Wir sind ja mehrere ältere Spieler im Team, und wir Erfahrenen wie Tim Linke oder Constantin Wichern unterstützen den Trainer bei seiner Arbeit - auch weil sich unsere Ansichten, wie man Eishockey in unserer Liga spielen sollte, sehr ähneln.“ Und manchmal erinnere man auf dem Eis dann eben auch mal die Jüngeren, sich an Spielplan und Position zu halten. „Das sehen wir schon als unsere Aufgabe.“

Stärker als in der Vorsaison

Für den Kapitän ist klar, dass die Mannschaft, so wie sie jetzt besetzt ist, stärker ist als in der letzten Saison. „Umso ärgerlicher ist es dann, wenn wir am letzten Freitag gegen den wirklich nicht starken TuS Wiehl erstmal 1:3 in Rückstand geraten. Wir haben ja noch 5:3 gewonnen. Aber mit so einer guten Mannschaft müssen wir auch mal Spiele dominieren, mal mit 5:0 oder 6:0 klar gewinnen. Das muss der Anspruch aller sein. Das müssen wir als Kollektiv mit Disziplin umsetzen und uns nicht auf Einzelleistungen verlassen.“

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Auf dem Weg dahin sieht Bergstermann die Eisadler sehr wohl. „Rückkehrer Felix Berger bringt nochmal richtig Schwung. Und Kevin Peschke macht nen unfassbar guten Job. Das sind Kämpfertypen, die uns noch gefehlt haben. Und ich glaube, dass die in diesem Jahr den Unterschied machen können in Spielen, von denen wir im letzten Jahr von ein oder zwei verloren haben. Das sind die Typen, mit denen wir nicht nur Zweiter werden sondern Meister.“

Dauerthema Aufstieg

Aber könnte der Landesliga-Meister auch in die Regionalliga aufsteigen? Bergstermann kennt das Dauerthema, den Zwiespalt zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. „In einer so vom Fußball dominierten Stadt wie Dortmund, ist es einfach schwierig, die nötigen Sponsoren zu finden. Das Problem haben ja nicht nur wir, sondern z. B. auch die Leichtathleten, Handballer oder Basketballer in der Stadt. Solange das so ist, finde ich es absolut richtig, dass der Verein genau darauf achtet, sich für die 1. Mannschaft nicht finanziell zu übernehmen - auch um den Nachwuchs nicht zu gefährden.“

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Der sportlichen Motivation seines Team tut diese Lage aus Sicht von Bergstermann indes keinen Abbruch. „Die Meisterschaft zu erreichen, den Titel zu holen, Erster zu werden, das ist für jeden von uns Ansporn genug, jetzt Vollgas zu geben.“

Der Kapitän ist zuversichtlich

So soll es auch an diesem Freitag sein, wenn der EHC Troisdorf um 20 Uhr im Dortmunder Eisstadion an der Strobelallee antritt. Drei Spiele haben die Gäste bereits absolviert und dabei sieben Punkte erzielt. Dennoch ist der Kapitän zuversichtlich: „Ich kann mich nicht erinnern, schonmal ein Heimspiel gegen Troisdorf verloren zu haben. So soll es bleiben.“

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