Wanderers-Coach Jonas Schwering im Interview

Baseball

Die Saison in der Baseball-Bundesliga geht auf die Zielgeraden. Für die Wanderers heißt das: Die Playdown-Runde steht an. Mit zwei Spielen in Köln beginnt für die Dortmunder am Samstag die Post-Season. Über die Erwartungen der Wanderers und die Entwicklung der Mannschaft sprach Timm Becker mit Trainer Jonas Schwering.

Dortmund

28.07.2017, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wanderers-Coach Jonas Schwering im Interview

Die Wanderers haben die Playdown-Runde fest im Blick.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie die Playdown-Runde an?

Ich hoffe, dass wir die Sache relativ schnell klar machen können. Das heißt: In Köln zweimal gewinnen und damit möglichst schnell den Abstand zum letzten Platz schaffen. Dann haben wir noch genügend Zeit, in den verbleibenden Spielen ein paar Sachen auszuprobieren. Wir wollen unsere Nachwuchsleute mal auf ein paar anderen Positionen ausprobieren, um zu sehen, wie sie sich in Drucksituationen verhalten.

Wie fällt Ihr Fazit nach der Normalrunde aus?

Die Mannschaft hat sich auf jeden Fall gut gemacht. Wir haben uns in diesem Jahr wieder den Respekt der anderen Teams erworben. Natürlich hätte ich gern das ein oder andere Spiel mehr gewonnen, aber immerhin haben wir bis auf Bonn gegen jedes Team der Gruppe mindestens einmal gewonnen. Ich habe mal nachgeschaut: 2012 haben wir letztmals so viele Siege in der Normalrunde eingefahren. Für die Zeit des Umbruchs, in der wir uns gerade befinden, ist das eigentlich ganz okay.

Sie sprachen den Umbruch an: Wie sieht der aus, wie weit ist das Team?

Wir wollen uns kontinuierlich weiterentwickeln, das ist unser Ziel. Das hängt natürlich auch von externen Faktoren wie den Finanzen ab, aber das kann ich schlecht beeinflussen. Also konzentriere ich mich aufs Sportliche. Vor allem geht es uns darum, den Nachwuchs besser zu machen. Mel Börner und Leon Still haben mit ihren 15 Jahren schon eine Menge Bundesliga-Spiele absolviert, Tobias Kramer ist auch auf dem Weg dahin. Darum geht es uns: Wir wollen über die Jahre einen starken deutschen Stamm aufbauen und dann gezielt Verstärkungen hinzunehmen. Und: Wir möchten endlich wieder eine Atmosphäre schaffen, in der die Leistungsbereitschaft da ist. Das war nicht immer selbstverständlich. Alle müssen wissen: Bundesliga-Baseball ist etwas Besonderes, für das man aber auch arbeiten muss.

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Was trennt ihr Team eigentlich von den Mannschaften, die jetzt in der Playoff-Runde spielen?

In erster Linie Erfahrung. Wir haben in dieser Saison viele enge Spiele verloren, da hat uns die letzte Kaltschnäuzigkeit gefehlt. Das ist aber auch eine Frage, wie man das Spiel angeht. Da ist manchmal in den Köpfen der Spieler noch nicht die Überzeugung, der Glaube an die eigene Stärke angekommen. Die Gewissheit zu sagen: „Hey, wir können jedes Spiel gewinnen.“ Man gibt sich zu schnell mit kleinen Erfolgen zufrieden, das hat sich über Jahre in die Mannschaft eingeschlichen. Es dauert einige Zeit, bis man das abstreift.

Wie wichtig sind die Importspieler in diesem Konzept?

Mit denen haben wir in diesem Jahr richtig Glück gehabt. Das sind Leute, die uns sportlich weiterhelfen und menschlich gut reingepasst haben. Natürlich schauen die vor der Saison auch, was die Mannschaft in den Vorjahren so geleistet hat. Aber wir haben ihnen unser Konzept erklärt, und sie haben sich entschieden, den Weg mitzugehen und uns zu unterstützen.

Ihr persönliches Fazit als Trainer?

Das ist gar nicht leicht zu beantworten. Zu Beginn habe ich gedacht, dass ich mich mehr auf das rein Sportliche konzentrieren kann. Aber man ist viel mehr damit beschäftigt, eine Gruppe zu führen, Sachen abseits des Platzes zu regeln. Das habe ich ein bisschen unterschätzt. Da werde ich mir im Winter Hilfe suchen, dass wir in dem Bereich etwas besser aufgestellt sind.

Für Sie war der Trainerjob ein Sprung ins kalte Wasser.

Ja, auf jeden Fall. Das ist ja das erste Team, das ich coache. Ich habe zuvor mal bei René Herlitzius ein bisschen mitgeholfen, mehr nicht. Es hat eine Zeit lang gebraucht, aber mittlerweile ist es so, dass ich sage: „Ich bin der Chef, so wird’s gemacht.“ Das fiel mir am Anfang schwer, aber das war ein Stück weit für mich auch ein Erwachsenwerden als Trainer.

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