Vom Spielfeld auf die Trainerbank: Kirchlinde hat einen neuen Coach

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Auf der Trainerbank der DJK Westfalia Kirchlinde wird ab sofort ein neuer Übungsleiter Platz nehmen. Dieser muss allerdings direkt zu Beginn den Abgang eines Leistungsträgers kompensieren.

Dortmund

, 05.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt durchaus leichtere Voraussetzungen, um seine Trainerlaufbahn zu starten, als in der derzeitigen Corona-Krise. Für Patrick Ehlert, den neuen Trainer der DJK Westfalia Kirchlinde, ist es allerdings auf gewisse Weise trotzdem ein passender Zeitpunkt. Auch wenn das seine eigentlichen Pläne durchkreuzt und er bei seinem neuen Verein direkt einen langjährigen Leistungsträger ersetzen muss.

Bis vor Kurzem war Patrick Ehlert noch ausschließlich als Spieler aktiv. Für den SV Arminia Marten stand der 33-Jährige in der Kreisliga A auf dem Platz - zumindest so lange, bis ihn eine Schulterverletzung außer Gefecht setzte.

Trainerkarriere war ohnehin geplant

„Ich bin nach einem Kopfballduell auf den Boden geknallt und habe mir dabei die Schulter gebrochen. Das ist nun schon eine Weile her, aber komplett genesen bin ich noch nicht“, erklärt Ehlert.

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In dieser schwierigen Zeit rief ihn ein Freund an und fragte, ob er sich nicht vorstellen könnte, das Traineramt bei der DJK Westfalia Kirchlinde zu übernehmen. Am anderen Ende der Leitung? Kirchlinde-Vorsitzender Jan Wiethoff. „Für mich kam dieser Anruf zu einem eigentlich günstigen Zeitpunkt, weil ich aufgrund meiner Verletzung erst einmal sowieso nicht spielen kann und ich außerdem ohnehin irgendwann als Trainer tätig werden wollte“, so Ehlert.

Auch wenn diese Karriere nun früher startet als ursprünglich geplant, ganz auf die rollende Kugel verzichten wird der 33-Jährige auch in Zukunft nicht, denn: „Ich werde das Amt als Spielertrainer ausführen. Das heißt, wenn es meine Schulter irgendwann wieder vollends zulässt, werde ich wahrscheinlich auch wieder selber auf dem Platz stehen.“

Wiethoff wird Co-Trainer

Für diesen Fall hat der Verein allerdings auch vorgesorgt und stellt Patrick Ehlert einen Co-Trainer zur Seite, der kein Unbekannter ist. Diesen Posten wird ab der kommenden Spielzeit nämlich Jan Wiethoff übernehmen. „Wir kennen uns und das passt einfach. Und wenn ich dann irgendwann selber auch wieder spielen sollte, kann Jan von außen das Coaching übernehmen“, erklärt Ehlert.

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Derweil wird die Saisonvorbereitung auch bei der DJK zu einem schwierigen Unterfangen. Das liegt zum einen an den Trainingsmöglichkeiten, zum anderen an der Zusammensetzung des Kaders. So habe man laut Ehlert aufgrund der aktuellen Ungewissheit noch keinen konkreten Trainingsplan erstellen können.

„Wir müssen natürlich weiterhin auf die Situation Rücksicht nehmen und deshalb werden wir vermutlich erstmal mit Laufeinheiten anfangen. Der Start ist für Mitte Juli geplant. Außerdem muss auch geschaut werden, wie man den Kader zusammensetzt.“

Torwart wechselt zu Landesligist

Nicht mehr dabei ist dann Kapitän Oliver Warda, den es zum VfR Kirchlinde zieht. Er habe sich dazu entschlossen, eine neue Herausforderung anzunehmen, erklärt Ehlert. Hinzu komme, dass Warda beim VfR auf alte Freunde trifft. „Das ist natürlich schon ein großer Verlust. Außerdem ist Torwart Nils Gehrmann zum Landesligisten SV Wacker Obercastrop gewechselt. Diese Chance wollten wir dem Jungen natürlich nicht verbauen.“

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Den Abgängen stehen allerdings auch etliche Neuzugänge gegenüber. Zu den sieben bis acht Spielern, die aus der eigenen Jugend zur Mannschaft stoßen, kommen weitere sieben externe Zugänge. Die Folge: „Wir haben zu Beginn der Vorbereitung einen sehr großen Kader von bis zu 30 Leuten. Aber es ist für niemanden die Tür zu und wir wollen allen eine Chance geben“, betont Ehlert.

Und wo soll die Reise in der ersten Saison als Trainer hingehen? Das Ziel müsse zunächst sein, aus den vielen Spielern ein Team zu formen, erklärt der 33-Jährige. „Wir peilen dann schon einen Platz unter den ersten sechs an. Und je nachdem wie es dann läuft, könnte ich mir schon vorstellen, in zwei bis drei Jahren um den Aufstieg mitzuspielen.“

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