Vom Platz auf die Bank: Diese Spieler feiern ihre Premiere als Trainer in der Halle

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Gleich sechs Übungsleiter der überkreislich spielenden Dortmunder Teams feiern bei den Stadtmeisterschaften ihre Premiere als Trainer auf der Bank. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Dortmund

, 23.12.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

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Vom Spieler zum Coach. In den vergangenen Jahren sorgten sie noch für Aussehen auf dem Parkett in der Halle, nun stehen sie an der Seitenlinie und können nur noch Anweisungen hineinrufen. Sechs Dortmunder Spieler feiern bei den 36. Hallenfußball-Stadtmeisterschaften ihre Premiere als Trainer.

Marco Nagel (VfR Sölde)

Marco Nagel stand als Spieler von Westfalia Wickede einige Jahre auf dem Hallenparkett. „Die Halle in Wellinghofen, wo zu meiner aktiven Zeit noch die Endrunde ausgetragen wurde, hat ein ganz besonderes Flair. Da ist immer mächtig Stimmung in der Bude“, erinnert sich Nagel.

Marco Nagel wird erstmals an der Seitenlinie stehen in der Halle.

Marco Nagel wird erstmals an der Seitenlinie stehen in der Halle. © Stephan Schuetze

Er geht als Trainer deutlich entspannter in das Turnier, als früher zu seiner aktiven Zeit als Spieler. „Ich bin extrem tiefenentspannt, wahrscheinlich beginnt erst ab der Zwischenrunde das Kribbeln in der Magengegend“ ergänzt Marco Nagel. Seine Mannschaft, der Bezirksligist VfR Sölde geht ohne Druck in das Turnier, hat sich aber zumindest das Erreichen der Zwischenrunde zum Ziel gesetzt.

Jonas Keimer und Alexander Stärk (beide VfL Kemminghausen)

Aufgrund einer Sehnenentzündung unter dem Fuß wird Jonas Keimer wahrscheinlich in der Vorrunde nicht zum Einsatz kommen und sich auf das Coaching konzentrieren. Auch sein Trainerkollege Alexander Stärk wird nicht in der Halle Nord auflaufen, da er sich auf Sylt im Urlaub befindet. „Als Trainer ist man mit der Taktik und der Auswahl der Spieler beschäftigt, das ist Fluch und Segen zugleich“, weiß Jonas Keimer.

Die Halle hat in diesem Jahr keine Priorität für den VfL Kemminghausen, der sich voll und ganz auf den Abstiegskampf in der Liga konzentriert. Trotz eines dezimierten Kaders will der Bezirksligist, der in der Halle Nord als Ausrichter fungiert, die Zwischenrunde erreichen. „Es war immer ein schönes Gefühl mit den Fans im Rücken in der Halle aufzulaufen, das werde ich als Trainer vermissen“, ergänzt Keimer.

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„Ich hoffe wir Erreichen die Zwischenrunde, damit ich nach meinem Urlaub die Mannschaft von der Bank aus unterstützen kann“, drückt Alexander Stärk seinem VfL die Daumen. „Durch die Nähe zum Spielfeld, die kurzen Wechselintervalle und der hektischen Spielweise werde ich als Trainer ähnlich angespannt sein wie bisher als Spieler“, vermutet Alexander Stärk. „Als aktiver Spieler habe ich immer gerne in der Halle gespielt. Die gut gefüllten Hallen mit der prächtigen Stimmung sind das Highlight für jeden Dortmunder Amateurfußballer“, ergänzt der langjährige Akteur des VfL Kemminghausen.

Alexander Schwarz (RW Germania)

Alexander Schwarz, der Spielertrainer des Bezirksligisten RW Germania, wird beim diesjährigen Hallenspektakel selbst auflaufen. „In der Halle hat man als Trainer nicht so große Einflussmöglichkeiten wie auf dem Feld. Nicht anders als draußen geben wir eine gewisse Idee vor, die umgesetzt werden soll. Ich sehe die Sache aber eher unkompliziert“, so Alexander Schwarz.

RW Germania will in der Halle so erfolgreich wie möglich agieren und liebäugelt mit der Teilnahme in der Endrunde. „Der Verein war noch nie in der Endrunde, vielleicht gelingt uns ja der große Wurf. Auch, wenn in der Zwischenrunde kernige Aufgaben auf uns warten“, hofft der Spielertrainer. Auf der Bank wird Dennis Rensmann das Coaching übernehmen.

Florian Gondrum (FC Brünninghausen)

Als Spieler des FCB holte Florian Gondrum zwei Mal den Titel des Hallenstadtmeisters. Jetzt sitzt er erstmalig als Verantwortlicher auf der Trainerbank des Westfalenligisten. Eigentlich war auch in diesem Jahr ein Einsatz als Spieler geplant. Aber seine Verletzung macht ihm einen Strich durch die Rechnung. „Als Trainer habe ich mehr Verantwortung und kann nur noch von außen Einfluss nehmen“, bedauert Florian Gondrum.

Der FCB muss urlaubs- und verletzungsbedingt auf einige Akteure verzichten. „Unser Kader wird fast komplett aus jungen Leuten bestehen. Eventuell werden noch ein bis zwei Akteure aus der A-Jugend das Aufgebot komplettieren. Alles, was Bock hat und laufen kann, wird spielen“, fügt Gondrum scherzhaft hinzu. Trotz der personellen Probleme strebt der FC Brünninghausen natürlich die Teilnahme an der Endrunde an.

Auch Florian Gondrum feiert seine Premiere als Trainer an der Seitenlinie in der Halle - verletzungsbedingt.

Auch Florian Gondrum feiert seine Premiere als Trainer an der Seitenlinie in der Halle - verletzungsbedingt. © Stephan Schuetze

Sascha Rammel (Kirchhörder SC)

Als Spieler kickte Sascha Rammel insgesamt sechs Mal in der Halle. In diesem Jahr folgt seine Premiere als alleinverantwortlicher Trainer des Landesligisten Kirchhörder SC. „Vom Kopf her bin ich als Trainer wesentlich freier als früher zu meiner aktiven Zeit als Spieler. Von außen kann ich ganz anders auf das Spielgeschehen einwirken“, berichtet Sascha Rammel. Der KSC will mit Spaß und Spielfreude die Fans in der Halle Nord begeistern.

„Die Halle Nord hat ihren eigenen Reiz. Wir wollen gut in das Turnier starten und das Publikum mit unserer Spielweise begeistern“, ergänzt Rammel. Um für die Rückrunde auf dem Feld Selbstvertrauen zu tanken, hofft der Landesligist auf das Erreichen der Endrunde. „Wir wollen innerhalb der Mannschaft eine ähnliche Stimmung und Euphorie erzeugen wie nach dem Gewinn des Hecker-Cups im Sommer“, sagt der KSC-Trainer.

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