Verlierer des Saisonabbruchs: ASC-Konkurrent prüft weiter rechtliche Schritte

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Der RSV Meinerzhagen steht in der Oberliga auf Rang zwei und darf voraussichtlich dennoch nicht aufsteigen. Der Verein prüft derzeit mehrere Optionen, eine Idee wurde aber bereits abgelehnt.

Meinerzhagen

, 04.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der 24. Mai hätte für den RSV Meinerzhagen ein weiterer historischer Tag in der Geschichte des Vereins werden können. Spätestens dann, am letzten Spieltag der Oberliga-Saison, hätte der Klub womöglich den vierten Aufstieg in Folge feiern können. Doch durch den Corona-bedingten Saisonabbruch kam alles anders für das Team, das bis zum Sommer 2017 noch in der Bezirksliga spielte.

Am 9. Juni wird der Verbandstag dem Saisonabbruch zustimmen. Daran besteht eigentlich kein Zweifel mehr. Absteiger wird es keine geben, dafür aber in manchen Ligen mehr Aufsteiger als gewöhnlich. In der Oberliga Westfalen, in der der ASC 09 Dortmund auf dem 13. Platz steht, bleibt es bei zwei Aufsteigern. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) empfiehlt, alle Herbstmeister sowie alle Tabellenersten nach Quotientenregelung (Anzahl der Punkte durch Anzahl der Spiele) und punktgleiche Tabellenzweite aufsteigen zu lassen. Das macht den RSV Meinerzhagen derzeit zum großen Verlierer des Saisonabbruchs.

Der RSV Meinerzhagen könnte nicht für einen Absteiger nachrücken

„Unsere Situation ist echt knapp“, sagt Serkan Kabasakal, Vorsitzender Geschäftsausschuss des Tabellenzweiten der Oberliga. Herbstmeister wurde der SC Wiedenbrück, der auch nach der Quotientenregelung Tabellenführer bleibt. Meinerzhagen fällt durch die Regelung vom zweiten auf den dritten Platz, da RW Ahlen drei Punkte, aber eben auch zwei Spiele weniger auf dem Konto hat. „Das wollen wir nicht einfach so hinnehmen“, sagt Kabasakal. „Wir haben uns auf keinen Fall damit abgefunden.“

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Derzeit prüfe der Verein noch, was rechtlich möglich ist. „Jede Option, wo wir eine Chance sehen“, werde derzeit diskutiert. Eine Idee hat sich aber bereits wieder zerschlagen. Sollte ein Team aus der Regionalliga West freiwillig absteigen - derzeit gibt es Gerüchte um einen Rückzug des TuS Haltern - soll es keinen Nachrücker geben. Eine Entscheidung, die Serkan Kabasakal nachvollziehen kann. „Wer hätte dann das Recht nachzurücken?“ Immerhin könnten auch Vereine aus dem Mittelrhein oder Niederrhein darauf bestehen, nachzurücken.

Gespräche zwischen dem Verband und Meinerzhagen wurden bereits geführt. In einer Videokonferenz „hatten wir ein positives Gespräch“, sagt Kabasakal. „Wir haben nicht das Gefühl, dass der Verband uns im Stich lässt.“ Auch Gespräche mit Vereinen, die in einer ähnlichen Situation stecken, gab es. Es gebe auch andere Klubs, die aktuell rechtliche Schritte prüfen, verrät er.

„Wir wollen wieder oben mitspielen und das werden wir auch“

„Jetzt gucken wir, was wir noch machen können.“ Doch wie groß ist die Hoffnung der Verantwortlichen auf ein glückliches Ende für ihren Verein überhaupt? „Das ist schwer einzuschätzen“, sagt der Meinerzhagener. Zurzeit sehe es aber danach aus, dass sich an der Aufstiegsregelung erst mal nichts ändere. Um Einsicht in das Rechtsgutachten, das der FLVW in Auftrag gegeben hatte, und das die Grundlage der Empfehlung für den Umgang mit einem Saisonabbruch bildet, hat Meinerzhagen derweil noch nicht gebeten. Das werde er aber nun noch tun, sagt Kabasakal.

Sollte dem RSV am Ende tatsächlich der Aufstieg als Tabellenzweiter verwehrt werden und der Verein keinen Weg finden, doch noch aufsteigen zu dürfen, lautet das Ziel für die kommende Saison ein erneuter Angriff auf die obersten Plätze. „Wir wollen wieder oben mitspielen und das werden wir auch“, so Kabasakal. Eine klare Kampfansage an alle anderen Oberliga-Teams.

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Die Kaderplanungen laufen aber noch. Schwierigkeiten bereitet die aktuelle Ungewissheit. Aber „Corona macht es für alle Vereine schwer“, erklärt er. Der aktuelle Kader werde aber bestehen bleiben. „Es ist alles soweit geregelt, die Jungs wollen bleiben.“ Mit Torhüter Nils Langwald, der in dieser Spielzeit ein Spiel bestritt, gibt es bislang nur einen Abgang aus beruflichen Gründen.

Somit stünde den Meinerzhagenern Stand jetzt weiterhin ein Kader zur Verfügung, der gespickt ist mit Spielern, die auch in der Regionalliga mithalten könnten und dies teilweise auch schon in zahlreichen Spielen unter Beweis gestellt haben. Bereit wäre der Verein also für die Regionalliga - nicht nur auf dem Feld, sondern auch das Drumherum passt.

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„Wir bauen gerade unser komplettes Stadion um“, erzählt Kabasakal. Für den Fall, dass das Team in die Regionalliga aufsteigt und bis zum Saisonstart der Umbau noch nicht abgeschlossen ist, hatte sich der Verein sogar schon frühzeitig nach Ausweichmöglichkeiten erkundigt. Ein paar Umbauten seien auch direkt vom möglichen Aufstieg abhängig. Denn nur in der Regionalliga sind ein Gästeblock und Absperrungen zwingend erforderlich. Ob der RSV Meinerzhagen diese in der kommenden Spielzeit wirklich braucht, ist weiter ungewiss.

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