Vereine schicken Spieler in der Vorbereitung schon weg - Warum handeln sie so?

Fußball

TuS Bövinghausen hat Neuzugang Ersan Kuaskci nahegelegt, den Klub zu verlassen. Auch Oberligist ASC 09 Dortmund hat sich am Samstag von zwei Spielern getrennt. Ist das üblich in der Vorbereitung?

Dortmund

, 22.07.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vereine schicken Spieler in der Vorbereitung schon weg - Warum handeln sie so?

Ajan Dzaferoski (l.) hat seinem Spieler deutlich gemacht, dass er nicht mit ihm plane. © Stephan Schuetze

Der Fall Ersan Kusakci hat für viel Aufsehen gesorgt. Gerade erst vom Oberligisten Hammer Spielevereinigung gekommen, hat ihm der Bövinghauser Vorsitzende Ajan Dzaferoski deutlich gemacht, dass er den sportlichen Erwartungen nicht standhalten könne und Trainer Thorsten Legat nicht groß mit ihm plane. Der Klub gab Kusakci die Chance zu bleiben, aber zu geringeren Bezügen. Der Spieler zog seine Konsequenzen und ging.

Spieler müssen Spielpraxis sammeln

Beim ASC verlassen Timur Omar und Sefa Topcu den Klub. Beide sollen bei einem neuen Verein Spielpraxis sammeln. „Es ist immer wichtig, ehrlich zu den Spielern zu sein. Ich habe beiden gesagt, dass es aktuell nicht reicht und es sehr schwer für beide werden würde. Ich lasse sie aber nicht fallen und werde ihnen helfen, einen neuen Klub zu finden, der mir versichert, dass ich die Jungs ablösefrei zurückholen kann“, sagt Habibovic.

Beim Fußball-Westfalenligisten FC Brünninghausen gab es auch schon den Fall, dass der Trainer und die Sportliche Leitung früh merkten, dass ein Zugang nicht zum Team passe. „Wir haben diesem Spieler dann offen gesagt, wie es um seine sportliche Zukunft bei uns bestellt ist“, sagt der Sportliche Leiter Klaus-Dieter Friers. Der Akteur hätte bis zum 31. August gehen dürfen, entschied sich aber zu bleiben, wechselte dann aber im Winter den Klub. „Der Spieler hat natürlich das vereinbarte Geld bis zum Ende bekommen. Die Spieler sind ja häufig Studenten und sind auf das Geld, das sie beim Fußball verdienen auch angewiesen“, sagt Friers. Er ist schon lange dabei, „trotzdem muss niemand glauben, dass es mir leicht fällt, einem Spieler zu sagen, dass wir ohne ihn planen. Es gehört aber zu meinen Aufgaben dazu“.

Emre Konya musste noch niemanden in der Vorbereitung wegschicken

Westfalia Wickedes Sportlicher Leiter Emre Konya hatte bisher noch nicht den Fall, dass er einem Zugang in der Vorbereitung sagen musste, dass es sportlich nicht reiche. „Wir versuchen schon bei der Selektion der Neuen, darauf zu achten, dass dieser Fall erst gar nicht eintrifft. Deshalb gucken wir bei den Zugängen auf den Charakter, auf dessen Umfeld und seinen sportlichen Qualitäten.“ Bisher ist der Klub mit seinen Neuen deshalb immer ganz gut gefahren. Konya schränkt aber ein, dass es ja gerade erst seine dritte Saison als Sportlicher Leiter sei. Deshalb sei ihm klar, dass auch ihm irgendwann blühe, einen Spieler in der Vorbereitung wieder wegzuschicken. „Wichtig ist nur, dass man ehrlich zu ihm ist, mit ihm offen redet“, sagt Konya. Er könne sich aber nicht vorstellen, diesen Akteur dann bis in den Winter hinein mitzuziehen. „Ich halte nichts von Platzhaltern“, sagt er, „wenn wir merken, er passt nicht, müssen wir schnell einen Weg der Trennung finden, der beiden Parteien entspricht.“

Jörg Mielers (Sportlicher Leiter Kirchhörder SC) und Peter Seifert (Vorsitzender BSV Schüren) mussten bisher auch noch keinen Spieler in der Vorbereitung wieder nach Hause schicken. „Wir behalten jeden Spieler bis zur nächsten Wechselperiode. Es kann ja immer Gründe geben, warum es für einen Spieler in der Vorbereitung nicht so gut lief. Es können Probleme bei der Arbeit oder in der Familie gewesen sein. Deshalb bekommt jeder bei uns ein halbes Jahr eine Chance“, sagt Seifert.

Jörg Mielers gibt allen Spielern eine Chance bis zum Winter

Ähnlich sieht es Mielers. „Wenn wir sehen, dass der Spieler in der Vorbereitung abfällt, reden wir mit ihm. Sagt der uns, dass er an sich glaubt und sich durchbeißen möchte, werden wir ihm die Möglichkeit dazu mindestens bis zum Winter geben“, sagt Mielers. Alle Entscheider betonen, dass es ihnen nicht leicht falle, Spieler wegzuschicken. Aber manchmal muss es eben sein.

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