Ungewöhnlicher Weg: Mengede verpflichtet einen Trainer aus der Westfalenliga für die A-Junioren

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Im Kampf um den Klassenerhalt hat Mengede 08/20 einen neuen A-Junioren-Trainer präsentiert. Der 32-Jährige geht einen ungewöhnlichen Weg - zuletzt war er noch in der Westfalenliga tätig.

Dortmund

, 23.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Siege und acht Niederlagen lautet die bisherige Bilanz der A-Junioren von Mengede 08/20. Mit nur sechs Punkten steht das Team in der Bezirksliga 3 auf dem vorletzten Tabellenplatz. Sieben Punkte trennen die Mengeder von einem Nicht-Abstiegs-Platz. Um den zu erreichen, wurde nun ein neuer Trainer geholt. Der war zuletzt noch im Seniorenbereich in der Westfalenliga aktiv - warum also der (vermeintliche) Schritt zurück?

Als einen „jungen, engagierten Trainer“ bezeichnet Philipp Rüberg, Sportlicher Leiter Jugend von Mengede 08/20, seine Neuverpflichtung. „Er ist einer der neuen Jungs, nicht der alten Schule“, erklärt er. Der neue Coach sei „ein lockerer Typ“, der auf dem Platz aber auch Autorität ausstrahle.

„Jetzt habe ich die Chance, eine erste Mannschaft zu trainieren“

Bis Oktober war Marc Andre Bach (32) noch Co-Trainer des SV Sodingen. Doch dann wurde das Trainerteam aufgrund ausbleibenden Erfolgs entlassen. Aktuell steht der SV auf dem vorletzten Platz - genauso wie Bachs neues Team. Der Trainer, der eine B-Lizenz besitzt, sieht das Engagement bei Mengede als gute Chance, sich zu präsentieren und weiterzuentwickeln.

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Anfragen habe es auch von anderen Vereinen gegeben, verrät er. „Aber das waren nur zweite oder dritte Senioren-Mannschaften.“ Cheftrainer von zweiten Mannschaften sei er bereits gewesen, nun sollte der nächste Schritt folgen. „Ich wollte langsam in meine eigenen Fußstapfen treten. Und jetzt habe ich die Chance, eine erste Mannschaft zu trainieren.“ Das bedeute für ihn auch, dass er nun mehr Entscheidungen selber treffen könne.

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Bei zweiten Mannschaften hänge oft viel von der ersten Mannschaft ab. Sind ein paar Spieler verletzt, werden meist Spieler aus der Reserve für das nächste Spiel hochgezogen. Die fehlen dann wiederum in der Zweiten. Ein Problem, welches Bach nun nicht mehr fürchten muss.

Mengedes A-Jugend als Sprungbrett „in den Leistungsfußball“?

Ein weiterer Grund für seinen Wechsel zur Mengeder A-Jugend: Die Chance, sich zu präsentieren. „Dadurch, dass die A-Jugend überkreislich spielt, ist das natürlich auch ein Sprungbrett“, sagt er. Vor allem, wenn er es schaffen würde, mit dem Tabellenvorletzten noch die Klasse zu halten.

Langfristig möchte Bach nämlich „in den Leistungsfußball“. Was die Lizenzen angeht, will er „so weit wie möglich“ kommen. Die Elite-Lizenz werde er auf jeden Fall machen. Ob er auch noch die A-Lizenz - die zweithöchste in Deutschland - machen wird, wisse er aber noch nicht.

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Nun liegt der Fokus jedoch erst mal auf dem Abstiegskampf mit Mengede. Seit einer Woche trainiert Bach die Mannschaft. Im ersten Test gegen die SpVg BG Schwerin (Bezirksliga 5) gab es eine 0:3-Niederlage. Das Ergebnis sei ihm aber egal, erklärt Bach. Er habe erst mal „alle Jungs spielen lassen“, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Wir haben 13, 14 gute Spieler“, erklärt er. Danach gebe es „leider ein Gefälle“.

Marc Andre Bach ist mit der bisherigen Trainingsbeteiligung zufrieden

Bislang ist er aber mit seiner Mannschaft zufrieden. „Wir haben eine gute Trainingsbeteiligung“, stellt der Trainer fest. Er hoffe, dass immer noch so viele zum Training kommen, wenn es mal nicht so gut laufe. Dass er mit jungen Spielern umgehen kann, hat Bach schon mal bewiesen.

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Vor zwei Jahren trainierte er die A-Jugend des Kirchhörder SC, die als zweite Mannschaft des Vereins in der Kreisliga B auflief. „Da war das Saisonziel der Nicht-Abstieg, am Ende fehlten nur vier Punkte zum Aufstieg“, erzählt er. Und was ist für ihn der größte Unterschied zwischen der Arbeit mit Jugend- und Seniorenspielern? In der Jugend haben die Spieler „noch Flausen im Kopf“, sagt er und lacht.

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