U23 von Borussia Dortmund erhält vor dem Derby gegen Schalke eine Lehrstunde wider Willen

dzFußball-Regionalliga

Für den BVB war es in Summe ein sportlich grausiger Mittwoch. Die Profis verloren in Mailand, die U19 ebenso. Und die U23 kassierte im Regionalliga-Nachholspiel gegen Aachen ein 0:3.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 24.10.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben nicht viel auf die Reihe bekommen“, kritisierte Angreifer Gianluca Rizzo, dessen Urteil Trainer Mike Tullberg später bestätigte: „Das war nicht ausreichend“, bekannte der 33-Jährige, der mit ansehen musste, wie Aachen nach 60 Minuten uneinholbar enteilt war – und der Borussia eine Lehrstunde wider Willen erteilte.

Ausbildung steht im Vordergrund

Tullberg betont immer wieder, dass es seinen Auserwählten an der nötigen Erfahrung mangele und sich seine Mannschaft zuvorderst zur Ausbildung unter seiner Ägide befinde. Er will damit die (hohen) Erwartungen an die technisch zwar durchaus hochbefähigte, aber insgesamt noch stark lernbedürftige BVB-Vertretung dämpfen.

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Ein logischer und korrekter Einwurf. Hinzu kommt, dass diese schwarzgelbe Einheit keine völlig eingespielte ist; immer wieder gibt es personelle Änderungen. Mal wegen Verletzungen, die den BVB derzeit heftiger getroffen haben. Mal wegen der Profi-Unterstützung von oben, die allerdings verhindert, dass sich Tullbergs Mannschaft vollends finden kann.

BVB hinkt Erwartungen hinterher

Gegen Aachen wurde die letzte Abwehrreihe dreifach verändert, rechts hinten spielte mit Maximilian Hippe ein Innenverteidiger, links mit Kolbeinn Finnsson ein gelernter Offensivspieler. Im Tor ersetzte Jan-Pascal Reckert den in Mailand weilenden Eric Oelschlägel.

Es sind Probleme, die das Arbeiten erschweren – und alljährlich bei der U23 auftreten. Zur Wahrheit gehört auch, dass der BVB aktuell den eigenen Erwartungen hinterherhinkt. Schon einen Tag vor der Pleite gegen Aachen, dem dritten Spiel in Serie ohne Sieg, hatte Tullberg angemerkt, dass die Seinen „noch nicht so stabil“ seien, „wie wir das gerne hätten.“

Früher Rückstand

Tags darauf folgte der erneute Beleg. Nach 28 Sekunden lag die Borussia zurück, war insgesamt höchst unruhig. Als in der 55. Minute der dritte Gegentreffer passiert war, hatte der BVB verloren.

Zu viele Fehler, die vor allem auf mangelnde Sicherheit zurückzuführen sind, verhinderten die Wende. Das Ansinnen, auf den offensiven Außenpositionen durchzubrechen, um dann per Flanke die Vorzüge des neu installierten 4-4-2-Systems zu nutzen – also zwei zentrale Stürmer plus den einrückenden Flügelspieler –, erfüllte sich nicht.

Reset-Knopf drücken

Bevor es in die fachliche Analyse ging, waren Dortmunds Verantwortliche allerdings darauf bedacht, ihr niedergeschlagenes Kollegiums wieder aufzurichten. Tullberg und Preuß erinnerten ans samstägliche „kleine“ Derby gegen die Zweitvertretung von Schalke 04. Auf den „Reset-Knopf“ zu drücken, empfahl deshalb auch Offensivmann Rizzo.

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„Wir müssen uns wieder mehr zutrauen“, sagte er. „Gegen Schalke gilt es, da gibt es auch keine Entschuldigungen mehr.“ Dort eine Lehrstunde zu erhalten, wäre doch ungleich demütigender

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