Volleyball-Regionalligist TV Hörde startet mit Trainerin Susanne Köster sowie den Spielerinnen Lena Büchner und Helen Rauscher in die neue Saison. Im Interview nennen sie ehrgeizige Ziele.

Hörde

, 20.09.2018, 15:35 Uhr / Lesedauer: 3 min

Lena Büchner und Helen Rauscher, was zeichnet „Sanni“ Köster als Trainerin aus?

Rauscher: Sie ist ehrgeizig, streng und zielstrebig.

Büchner: Aber immer mit einem Lächeln.

Köster: Aber manchmal muss ich auch böse werden im Training. Wenn alles chaotisch ist, werde ich auch mal laut.

Rauscher: Das brauchen wir. Wir haben mit dem Aufstieg ja einen wichtigen Sprung gemacht, da brauchen wir die Struktur und die Disziplin.


Welche Rolle im Team hat Helen Rauscher?

Köster: Helen ist eine sehr erfahrene Spielerin in unserem jungen Team. Auf ihrer Position in der Mitte ist der Konkurrenzkampf sehr groß. Deshalb muss sie sich reinhängen und das tut sie auch.


Bedeutet das auch mehr Verantwortung im Team?

Rauscher: Klar. Ich kann ein bisschen Ruhe ins Team bringen. Ich spiele seit 15 Jahren Volleyball, kenne die dritte Liga und die Regionalliga und kann die schützende Hand über andere halten. Ansonsten habe ich ein paar Mannschaftsaufgaben übernommen. Zum Beispiel bei der Organisation der Cafeteria oder bei der Arbeit mit dem elektronischen Spielbericht.


Und Lena Büchner?

Köster: Lena ist aus Bochum neu zu uns gekommen, auch als Mittelblockerin. Da wir aber schon vier haben, sind wir gerade dabei, sie als Diagonalspielerin umzuschulen. Das bedeutet für sie eine große Umstellung, das macht man nicht einfach so. Sie hängt sich voll rein.


Was bedeutet die Umstellung für Sie?

Büchner: Man hat viel mehr Verantwortung, gerade wenn es um den Angriff geht. Auf meine Leistung kommt es jetzt viel mehr an. In der Mitte hatte ich vorher das Gefühl, nicht so viel beizutragen. Die neue Position war für mich auch ein Grund für den Wechsel.


Wie war die Vorbereitung?

Köster: Ohne Quälen geht es nicht. Vorbereitung ist zäh. Aber alle haben gut mitgezogen. Wir haben mit Koordination und Kondition angefangen. Jetzt müssen wir noch an taktischen Details feilen.


Am Samstag geht es los. Was rechnen Sie sich gegen die SG Werth/Bocholt aus?

Köster: Das wird eine spannende Geschichte, weil wir die gar nicht kennen. Die komplette Regionalliga ist Neuland für uns. Da können wir nur hoch motiviert und kämpferisch reingehen.


Machen Sie auch ein Show-Programm wie die Herren?

Köster: Normalerweise nicht. Das ist leider zu teuer. Aber im zweiten Heimspiel gegen Herten am 13. Oktober machen wir eine Ausnahme. Die haben eine richtige Fangemeinde, da geht es zur Sache. Da wollen wir gegenhalten.

Rauscher: Dann leihen wir uns den Vereins-DJ Sven Terhoeven von den Herren aus.

TVH-Trainerin Köster vor dem Saisonstart: Wollen Kampf, Spannung und Leidenschaft bieten

Regionalliga, wir kommen: Die 1. Frauen-Mannschaft des TV Hörde startet am Wochenende in die Saison. © TVH

Und das Saisonziel als Aufsteiger?

Rauscher: Unser Mannschaftsziel ist es, die Regionalliga zu halten. Und wichtig ist, dass wir als Mannschaft weiter zusammenwachsen. In der Regionalliga kann man auch mal verlieren.

Köster: Und da kann man sich nicht ausruhen. In der letzten Saison haben wir manchmal nicht alles rausgeholt, weil wir es nicht mussten. Und das müssen wir abstellen. Wir müssen konstanter werden. Zufrieden bin ich immer, wenn meine Spielerinnen 100 Prozent gegeben haben. Wenn sie keine Angst haben und das spielen, was sie können. Und die Truppe ist richtig gut.


Ist die dritte Liga ein Ziel?

Köster: Langfristig ja. Wir wollen ja nicht stehenbleiben. Wenn irgendwann mal die dritte Liga bei rauskommt, ist keiner böse.

Rauscher: Wir würden gerne noch wachsen. Aber dafür braucht man auch Geld. Die Fahrten werden weiter und es gibt mehr Verbands-Auflagen. Deshalb sind wir auch immer auf der Suche nach Sponsoren. Wer uns unterstützen möchte, kann sich gerne melden.


Was hat sich personell getan?

Köster: Wir haben einen neuen Co-Trainer: Reinhard „Reini“ Wiesner. Er hat unheimlich viel Erfahrung und gibt den Spielerinnen sehr viel Feedback.

Rauscher: Sanni hat den Überblick über das große Ganze und „Reini“ feilt an den Details. Er gibt Tipps zu den Techniken und führt Einzelgespräche.

Büchner: Er achtet auch auf die individuellen Schwächen und sagt einem, woran man arbeiten kann.


Und wie hat sich die Mannschaft verändert?

Köster: Die Mannschaft ist von 14 auf 11 Spielerinnen geschrumpft. Das müssen wir erstmal verkraften. Lena ist die einzige Neue.


Wie kam es eigentlich zum Wechsel nach Hörde?

Köster: Bist du sicher, dass du das sagen willst? (lacht)

Büchner: Manche Spieler kennt man vom Sehen. Dann habe ich Lara Werth abends beim Feiern getroffen. So sind wir ins Gespräch gekommen. Da hat sie mir erzählt, dass der Verein noch dringend Spielerinnen sucht.


Wird noch weiter gesucht?

Köster: Im Oktober beginnt ja das neue Semester an der Uni. Wenn sich hochklassige Spieler in Dortmund zum Studium einfinden, können die sich gerne bei uns vorstellen.


Was wollen Sie den Zuschauern zum Auftakt bieten?

Köster: Kampf, Spannung und Leidenschaft.

Rauscher: Und wir wollen jeden einladen, der Lust auf Volleyball hat.

Frischgebackener Regionalligist
In der vergangenen Saison spielten Hördes Frauen mit zwei Teams in der Oberliga. Während die Erste als Meister in die Regionalliga, die höchste WVV-Spielklasse, aufstieg, stieg die Zweite ab. Trainerin ist Susanne Köster, die vor 20 Jahren für den TVH in der 1. Liga spielte.
Abgänge: Hannah Lepenies (Stuttgart), Lena Klecha (Zweite), Nele Hoja (VV Schwerte)
Neuzugang: Lena Büchner (VfL Telstar Bochum)
Kader: Hannah Köster, Svenja Müller Katharina Pesek, Hanna Knop, Lara Werth, Anna Böhm, Lena Büchner, Dana Kastrup, Samanta Gega, Ines Reutter, Sarah Jagst, Helen Rauscher, Juli Reitz
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