TuS Bövinghausen und Thorsten Legat: Wie nachhaltig ist das Engagement beim Landesligisten?

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Dass Thorsten Legat in Dortmund einen Fußball-Landesligisten übernimmt, hätte vor ein paar Jahren wohl niemand geglaubt. Die Frage ist: Wie nachhaltig ist sein Engagement beim TuS Bövinghausen?

Dortmund

, 09.08.2019, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thorsten Legat kann bedrohlich wirken. Wenn er sich mit seinem muskelbepackten Körper vor einem aufbaut oder über den ganzen Platz seine Anweisungen brüllt und sich seine Halsschlagader dabei klar herausbildet. Doch im persönlichen Gespräch mit dem 50-Jährigen wird aus der Anspannung schnell Entspannung. Da spricht ein leidenschaftlicher, lieber Kerl, der für seinen neuen Verein und ja, vor allem seine Familie, nur das Beste will.

Seine Aussagen über die Familie in Bövinghausen sind ihm ja ein bisschen vor die Füße gefallen. „Bövinghausen? Wo ist das denn eine Familie?“, fragten sich viele, die vom TuS auch schon andere Dinge gehört haben. Doch Legat fühlt das so, er meint es auch ernst, wenn er von Besuchen bei „seinem Präsidenten“ Ajan Dzaferoski spricht. Da ist nichts aufgesetzt, nichts gespielt. Der Legat, den der TuS Bövinghausen da gerade bekommt, ist der Legat, der er ist.

Nachhaltigkeitsfrage ist nicht ungerecht

Das ist relativ wichtig, denn es ist angesichts des Klubs, bei dem er an der Linie steht, nicht ungerecht, die Nachhaltigkeitsfrage zu stellen. Der TuS wollte schonmal hoch hinaus und fiel dann tief. Präsident Ajan Dzaferoski gibt an, aus seinen Fehlern gelernt zu haben, und hat Legat einen mindestens Westfalenliga-tauglichen Kader hingestellt, mit dem der Aufstieg in eben jene Etage des Amateurfußballs eigentlich gelingen muss.

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Die Frage, die noch niemand beantworten kann und die deshalb so spannend ist, lautet: Was, wenn nicht? Beim FC Remscheid schmiss Legat völlig überraschend und nach einer legendären Wutrede hin, die Spieler versuchten damals, ihn aufzuhalten, doch der frühere Bundesliga-Spieler, Deutsche Meister, Europapokalsieger der Pokalsieger, er fuhr einfach davon.

Was passiert, wenn die Leistung nicht stimmt?

Was also passiert, wenn das hochdekorierte Team nicht die Leistung bringt, die nach den Verpflichtungen aus dem obersten Regal, den mal mehr, mal weniger erfolgreichen Testspielen und den Leistungen in den Vorbereitungsturnieren wirklich alle in Dortmund von ihm erwarten?

TuS Bövinghausen und Thorsten Legat: Wie nachhaltig ist das Engagement beim Landesligisten?

Thorsten Legat - der God of TuS? © RN

Tobt Legat dann wie der „God of War“ aus dem Videospiel über den Platz und mimt den „God of TuS“? Bleibt er besonnen, weil er weiß, dass sein Präsident hinter ihm und dem Projekt steht? Oder steigt er in sein Auto und fährt davon?

Die Nachhaltigkeit des Projekts Bövinghausen wird von vielen angezweifelt. Es wäre ja auch nicht das erste Mal, dass ein Klub mit Ambitionen und viel Geld in höhere Gefilde marschiert und die Geldgeber dann plötzlich die Lust verlieren. Wobei es Ajan Dzaferoski an Willen nicht mangelt.

Wohin der Weg geht, ist kaum absehbar

In die Fußball-Oberliga soll es für den TuS Bövinghausen, der vor zwei Jahren noch in der Kreisliga beheimatet war, gehen. Wie lang der Weg dorthin ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen. Ob er mit Thorsten Legat gegangen wird? Auch das wird die Zeit zeigen. Seine schillernde Figur hilft jedenfalls, die Aufmerksamkeit für den Amateurfußball in Dortmund zu steigern. Dafür allein kann man ihm und dem TuS Bövinghausen schonmal dankbar sein.

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