Trotz des möglichen Klassenerhalts jubelt niemand bei Westfalia Wickede

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Westfalia Wickede kann aufatmen - zumindest, wenn der FLVW sich an seine eigene Empfehlung hält. Der Westfalenligist hält wohl die Klasse. Gratulationen nimmt aber noch kein Wickeder entgegen.

Dortmund, Wickede

, 05.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball- und Leichtathletikverband Wesfalen (FLVW) hat am vergangenen Donnerstag (30. April) eine Empfehlung veröffentlicht, in der der Verband erklärt, wie er die aktuell unterbrochene Saison beenden und werten könnte. Dort steht klar geschrieben, dass es in den einzelnen Amateurfußball-Ligen keine Absteiger geben wird. Das ist erfreulich für den abstiegsbedrohten Westfalenligisten Westfalia Wickede, der momentan auf dem 16. Platz - einem Abstiegsrang - steht. So wirklich freuen können sich die Wickeder Verantwortlichen allerdings noch nicht.

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„Ich reiche nur eine Hand zur Gratulation. Erst, wenn im Juni alles schwarz auf weiß fix ist, können wir aufatmen. Bis dahin bleibe ich skeptisch, weil es momentan ja nur Empfehlungen sind“, sagt Daniel Dukic, Sportlicher Leiter der Westfalia.

Ähnliche Worte findet auch Westfalia-Kapitän Anil Konya. „Für uns Fußballer ist es gerade generell schwierig, weil wir fast jeden Tag etwas über eine neue Entwicklung lesen. Die Ungewissheit macht einen verrückt, weil es immer wieder andere Tendenzen gibt“, sagt Konya.

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Hinter den Wickeder Verantwortlichen liegen komplizierte, zähe Wochen voller Ungewissheit. Das Coronavirus habe die Planungen von Daniel Dukic gehörig durcheinander gewirbelt. Dazu zählen vor allem die Pläne, die den Kader für die

kommende Spielzeit betreffen.

Bei Dukic war Geduld gefragt

„Durch die Corona-Geschichte haben sich einige Sachen nach hinten gezogen. Deswegen mussten wir uns gedulden. Der 30. April war aber der Stichtag, jetzt steht der Kader weitestgehend“, sagt Dukic, der mit einem 24-Mann-Kader für die neue Saison plant, der eventuell noch von ein bis zwei Spielern ergänzt wird.

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Konya zeigt sich von der Zusammenstellung des Kaders angetan. „Ich stehe mit Daniel (Dukic, Anm. d. Red.) ja ständig im Austausch. Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader und freue mich schon auf die neue Saison“, so der Westfalia-Kapitän.

Wann genau dieser Kader an den Start gehen wird, bleibt wegen der Pandemie allerdings ungewiss.

Qualität trotz Abstiegsplatz

Aktuell ist noch völlig unklar, ob - und wenn ja wann in diesem Jahr - der Ball auf den Amateurfußballplätzen wieder rollt. Für Dukic ist aber klar, dass die nächste Saison besser laufen soll, weil im Westfalia-Kader eigentlich mehr Qualität stecke als es der aktuelle Tabellenplatz vermuten lasse.

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Dukic betont daher: „Für den Kopf und die eigene Psyche wäre es auch schöner gewesen, wenn wir hätten beweisen können, dass wir es sportlich geschafft hätten. Es ist immer schöner, einen Wettkampf sportlich zu beenden“, sagt der Wickeder, der von großen Feierlichkeiten nach einem möglichen endgültig feststehenden Klassenerhalt absehen will. „Wir haben uns mit dieser Saison kein Denkmal gesetzt“, so der Sportliche Leiter. Konya dazu: „Ich hätte mir den Erfolg natürlich lieber erarbeitet.“

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Auch, wenn es noch ungewiss ist: Dukic und auch Konya hoffen, dass noch in diesem Jahr wieder der Ball über die Amateurfußballplätze rollt. Das Duo visiert den Herbst an, hofft, dass die Bundes- beziehungsweise Landesregierung die Sportplätze bis zum 1. September für Trainingseinheiten wieder freigibt. „Ich bin kein Fan von einem Anti-Rhythmus. Es ist nicht schön, wenn dann direkt auch die neue Saison völlig entzerrt wird“, sagt Dukic.

Bis dato müssen sich die Wickeder Akteure noch weiterhin selbstständig fithalten. Trotz Coronakrise ist der Tagesablauf beispielsweise bei Anil Konya auch noch gut mit Aufgaben geregelt. „Ich gehe viel laufen, spazieren, Fahrrad fahren, besuche meine Familie und bin mit meinen Uni-Sachen beschäftigt“, so der Kapitän.

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