Trotz aller Bemühungen bis zum Schluss: Die Titanic des VfL Kemminghausen ist gesunken

dzFußball-Rückblick

Unter Tränen musste VfL Kemminghausen nach dem letzten Landesliga-Spieltag den Gang in die Bezirksliga antreten. Dabei haben Trainer und Spieler wirklich alles für den Klassenerhalt getan.

Dortmund

, 06.06.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir eine Woche lang auf alle überkreislich spielenden Teams der abgelaufenen Saison. Teil 11: Der VfL Kemminghausen (Landesliga, Platz 15, 39 Punkte, 11 Siege, 6 Unentschieden, 15 Niederlagen).

Das Spiel der Saison: Es war das beste Spiel der Saison, aber zugleich auch das traurigste. Am letzten Spieltag zeigte das Team des VfL Kemminghausen, was in ihm steckt. Die Mannschaft gewann gegen den Tabellenführer SC Obersprockhövel mit 2:1 (Tore: Markus Bednarek, Ahmed Ersoy). Der SC Obersprockhövel rutschte von Platz eins, verlor später in der Aufstiegsrelegation. Noch viel schlimmer: Der VfL Kemminghausen stieg trotz des Erfolges in die Bezirksliga ab, weil zeitgleich der direkte Konkurrent Viktoria Resse gegen SuS Kaiserau mit 3:1 gewann. Kaiserau unterliefen in der Partie zwei Eigentore.

Das Highlight der Saison: Mohammed Lmcademalis Auftritt bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. Er brach einen 29 Jahre alten Rekord des ehemaligen Sölders Markus Klingen. Der hatte während einer Stadtmeisterschaft unglaubliche 27 Treffer erzielt. Kein Problem für Lmcademali. Er legt an den drei Veranstaltungswochen noch einen drauf und traf 28 Mal. Die komplette Körnighalle verneigte sich vor diesem Einzelkönner, der dem Team in der Rückrunde auf dem Feld aber nie helfen konnte.

Wendepunkt der Saison: Die Wende in den negativen Bereich fand am 7. April statt. Völlig unnötig unterlag der VfL dem direkten Konkurrenten SSV Mühlhausen (1:2). Es folgten drei weitere Partien ohne Sieg. Davon erholte sich das Team nie mehr so richtig und stieg später ab, auch wenn es zwischenzeitlich immer wieder kleine Höhepunkte gab, wie zum Beispiel das 2:1 gegen Obersprockhövel.

Kuriosum der Saison: Die Mannschaft hat mehr Spiele nicht verloren (11 Siege, 6 Remis) als sie verlor (15). Mit der Punkteausbeute von 39 Zählern wäre sie in diesem Jahrtausend nicht einmal aus der Landesliga Gruppe 3 abgestiegen. Mit dem Punkteschnitt von 1,14 Zählern pro Spiel hätte der VfL Kemminghausen in den anderen drei Landesliga-Gruppen die Klasse gehalten.

Das Lowlight der Saison: Die 1:2-Niederlage drei Spieltage vor Saisonende gegen den Hombrucher SV. Es war der Tag, an dem Co-Trainer Kevin Großkreutz vor dem Spiel auf der eigenen Anlage niedergeschlagen wurde. VfL-Trainer Reza Hassani wollte das später nicht als Ausrede gelten lassen, erklärte aber, dass diese unschönen Szenen auf dem Platz der Vorbereitung geschadet hätten. In den 90 Minute gegen den Hombrucher SV fand der VfL nie zu seiner Form und verlor völlig verdient nach einer indiskutablen Leistung.

Der Spieler der Saison: Ahmed Ersoy. Dem Topstürmer war es in erster Linie zu verdanken, dass der VfL bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Klassenerhalt hatte. Er traf insgesamt 16 Mal - trotz zwischenzeitlicher schlimmer Verletzung mit eingeklappter Lunge und gebrochenen Rippen. Er hätte nach der Spielzeit zu einem Westfalenligisten wechseln können, bleibt aber dem VfL treu. Ein Ehrenmann!

Jetzt lesen

Die Maschine der Saison: Ist kein Spieler, sondern Co-Trainer Kevin Großkreutz. Nachdem er zusammen mit Reza Hassani das Team übernommen hatte, ordnete er alles dem Klassenerhalt unter. Fast jede freie Minute opferte er dem Klub. Der Profi des Drittligisten KFC Uerdingen düste nach jedem Training gleich Richtung Dortmund, um den Landesliga-Kickern wären der Übungseinheiten etwas zu vermitteln. Hut ab vor diesem Einsatz.

Die Saison als Film: Titanic. Die Kapitäne Reza Hassani und Kevin Großkreutz haben alles versucht, um den Abstiegs-Eisberg zu umkurven. Es hat nicht geklappt. Das Landesliga-Piano verstummt.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt