Trainer: Ballbesitz und Dominanz - Sven Thormann holt mit dem TuS Bövinghausen das Double

Elf des Jahres

Sven Thorman ist 27, als er Spielertrainer beim TuS Bövinghausen wird. In seiner ersten Saison steigt er auf. In der zweiten schafft er das Double aus Hallen- und Bezirksliga-Titel. Mehr geht nicht.

Dortmund

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Trainer: Ballbesitz und Dominanz - Sven Thormann holt mit dem TuS Bövinghausen das Double

Sven Thormann (l.) ist seit 2017 Spielertrainer beim TuS Bövinghausen. © Stephan Schuetze

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Als Sven Thormann 2017 die Chance erhalten hat, Spielertrainer beim ambitionierten A-Ligisten TuS Bövinghausen zu werden, musste er nicht lange überlegen. „Man trägt die Verantwortung für eine ganze Mannschaft“, sagt Thormann. „Das ist noch schöner, als wenn man ‚nur’ spielt.“

Es hat sich gelohnt

Heute, zwei Jahre später, kann man sagen: Es hat sich gelohnt. Und zwar für beide Seiten. Der TuS stieg in Thormanns erstem Jahr in die Bezirks- und jetzt direkt in die Landesliga auf. Anfang dieses Jahres gewann der Klub zudem die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. Mehr geht nicht. „Dass es so gut klappt, hätte damals wohl kaum jemand gedacht“, sagt Thormann, der das Traineramt beim TuS nun an Thorsten Legat weitergeben wird. Er selbst wird dann wieder „nur“ spielen.

Auf dem Platz: Das Spiel des TuS Bövinghausen unter Sven Thormann ist vor allem auf Dominanz ausgelegt. Die Vorgaben des Spielertrainers sind dabei klar umrissen: „Wir wollen den Ball haben“, sagt Thormann. Hat seine Mannschaft den Ball mal nicht, wird er sofort zurückzuerobert. Thormann hat dabei klare Vorstellungen, welches taktische Korsett er seinen Spielern überzieht: Auch wenn mittlerweile wohl auf fast jedem zweiten Bolzplatz die Dreierkette als „state of the art“ angesehen wird - der 29-Jährige ist nach wie vor ein Verfechter der Viererkette. „Wir können unser Spiel nur aus einer geordneten Abwehr aufziehen“, sagt er.

Im Angriffsdrittel dagegen lässt Thormann seinen Spielern viel Freiraum für Kreatitivität und Individualität. So hat der Übungsleiter seine drei Offensiven Dennis Gazioch, Sascha-Marc Reinholz und Mateus Ayala Cardoniz weitgehend von Defensiv-Aufgaben entbunden. Der Erfolg gibt im Recht: Bövinghausen stellte die torgefährlichste Mannschaft der Liga (95 Treffer) und die zweitbeste Abwehr (26 - nur Nordkirchen war mit 25 Gegentoren noch besser).

Neben dem Platz: Auch wenn Sven Thormann auf und am Rande des Platzes mal lauter und emotionaler wird - im persönlichen Gespräch tritt der 29-Jährige immer freundlich auf. Er sehe viele Dinge heute lockerer, als das vielleicht früher noch der Fall gewesen ist, sagt er selbst über sich. Die notwendige Ernsthaftigkeit verliert er dabei allerdings nie aus den Augen. Und man kann sich auf ihn verlassen: „Wenn ich einmal mein Wort gegeben habe, dann halte ich das auch.“

Ein Trainer wie: Joachim Löw. Viele werden sich wohl nicht mehr daran erinnern, aber auch Joachim Löw begann seine Karriere auf der Bank einst als Spielertrainer - in der Saison 1995/95 beim FC Frauenfeld. Thormann folgte ihm nun im Alter von 27 Jahren beim TuS Bövinghausen. Und wie der heutige Bundestrainer setzt Thormann auf eine dominante Spielweise, ohne sich dabei auf den reinen Ballbesitz zu versteifen. Eine kompakte Defensive ist unabdingbar. Denn die Offensive gewinnt ja bekanntlich Spiele, die Abwehr aber Meisterschaften. Bei Löw hat es zum Weltmeistertitel geführt. Bei Thormann bislang bis zur Bezirksliga-Meisterschaft und zum Hallentitel. Was aber ja nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten muss.

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