Tik-Tok-Star und Sportstudio-Besuch: Dieser Dortmunder Fußballer hat das Internet durchgespielt

dzFußball-Westfalenliga

Domenico Palmieri absolviert gerade seine ersten Schritte im Seniorenfußball. Der 19-Jährige vom FC Brünninghausen überzeugt auf dem Platz – aber auch im Internet bei Tik Tok.

Dortmund

, 28.08.2019, 17:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

242 Minuten hatte Domenico Palmieri auf diesen Moment warten müssen. Dann endlich, nach 62 gespielten Minuten in der Partie beim BSV Schüren, gewährte Brünninghausens Trainer Maximilian Borchmann dem 19-Jährigen am vergangenen Sonntag endlich den ersten Einsatz in dieser Saison. Palmieri kam für Yüksel Terzicik in die Partie, beackerte fortan die rechte Außenbahn und half dabei, die knappe 2:1-Führung zu behaupten und am Ende noch auf 3:1 auszubauen.

Es sei kein wirklich schönes Spiel gewesen, sagt Palmieri über die Leistung des FCB in Schüren, und wohl nur die Wenigsten würden ihm da widersprechen. Aber angesichts der beiden Auftaktniederlagen gegen Hohenlimburg (1:2) und Erkenschwick (1:3) sei es für die Mannschaft „extrem wichtig“ gewesen, überhaupt mal wieder drei Punkte zu holen.

„Wir haben endlich die Leidenschaft und den Willen gezeigt, die uns in den ersten Spielen noch gefehlt hat.“ Dass sein Trainer ihm eine knappe halbe Stunde Spielzeit gewährte, stimme ihn positiv. „Ich bin froh darüber“, sagt er. „Und natürlich möchte ich hier in Zukunft eine Rolle spielen und bin guter Dinge, dass ich meine Minuten erhalten werde.“

Palmieri sammelt erste Erfahrungen im Herrenbereich

Palmieri, der bereits in der Rückrunde der zurückliegenden Oberliga-Saison mit der ersten Mannschaft trainiert und auch erste Einsatzminuten gesammelt hat, lernt gerade, was es heißt, den Schritt aus dem Junioren- in den Seniorenbereich zu machen. Das erste Jahr im Herrenbereich sei immer schwierig, sagt der 19-Jährige. „Der Unterschied ist enorm. Vor allem im körperlichen Bereich. Alles ist robuster, selbst im Training kriegt man von den eigenen Mitspielern auch mal einen mit“, so Palmieri.

Maximilian Borchmann, sein Trainer beim FCB, bezeichnet seinen Schützling als „sehr fleißig und wissbegierig“. Palmieri, der als Außenverteidiger beide Seiten bespielen kann, überzeuge offensiv durch gute Ideen und verfüge über ein gutes Passspiel.

19-Jähriger muss körperlich zulegen

Gleichzeitig weist aber auch Borchmann darauf hin, „dass er körperlich sicherlich noch zulegen muss“. Zudem werde der Linksfuß auch an seinem Defensivverhalten, egal ob in einer Dreier-, Vierer- oder Fünferkette arbeiten müssen. „Sowohl im taktischen Bereich als auch im Positions- und Stellungsspiel“, sagt Borchmann.

Jetzt lesen

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Druck. In der vergangenen Saison, Palmieri spielte unter anderem gegen Schalke und Gütersloh, habe er als A-Jugendlicher noch befreit aufgespielt, sagt er. „Jetzt habe ich mir dagegen vielleicht ein bisschen zu viel Druck gemacht, weil ich unbedingt spielen wollte.“

Große Konkurrenz im Brünninghauer Kader

Weil in einer Fußball-Mannschaft aber nur elf Akteure randürfen und die Konkurrenz in Sebastian Schröder, Onur Tekin und Valentyn Yarokha durchaus namhaft ist, führte der eigene Anspruch eher in die Gegenrichtung als auf den Platz. Und so geht es nun eben auch darum, ein gewisses Maß an Lockerheit zurückzugewinnen.

Wobei Lockerheit und Palmieri auf den ersten Blick eigentlich komplett einhergehen müssten. „Domenico ist einfach positiv verrückt“, sagt Borchman. Wer dem 19-Jährigen abseits des Platzes einmal begegnet ist, trifft auf einen aufgeschlossenen, freundlichen Menschen, der sich neuen Dingen nicht zu verschließen scheint. Eher im Gegenteil.

100.000 Klicks bei #HitTheWoah-Challenge

Seitdem die städtischen Kliniken, in denen Palmieri gerade seinen Bundesfreiwilligendienst verrichtet, die Internetplattform Tik Tok für sich entdeckt haben, ist der 19-Jährige des Öfteren tanzend auf Videos zu sehen gewesen. Mehr als 100.000 Klicks haben die kurzen Filmchen im Zuge der sogenannten #HitTheWoah-Challenge mittlerweile generiert.

„Das hat uns selbst überrascht“, sagt Palmieri, der auch schon innerhalb der Mannschaft darauf angesprochen worden ist und so manche, kleine Stichelei unter Teamkollegen einstecken musste. „Das war eigentlich als Spaß gedacht, wir waren dann selbst überrascht, dass sich so viele Leute die Videos angeschaut haben.“

Hasan Salihamidzic an der Torwand geschlagen

Kamera-Erfahrung hatte Palmieri übrigens schon einmal gesammelt. Vor nicht einmal vier Monaten ist das gewesen, der 19-Jährige hatte Hasan Salihamidzic, Sportdirektor des FC Bayern München, an der ZDF-Torwand herausgefordert und mit zwei Treffern, Salihamdizic traf nur einmal, am Ende auch besiegt. Der Hype, der mit der Aktion damals einhergegangenen war, sei aber längst wieder vorbei, sagt Palmieri. Was aber auch gar nicht so schlimm ist. Zumal er sich jetzt ohnehin erst einmal auf den Fußball, auf Brünninghausen fokussieren wolle.

Am Sonntag (15 Uhr) steht bereits die nächste Partie gegen den Tabellenachten DSC Wanne-Eickel (4 Punkte) an. Zunächst gehe es darum, „dass wir gewinnen, denn wir wollen mittelfristig oben angreifen“, sagt Palmieri. „Wir wollen jetzt die Euphorie aus dem Schüren-Spiel mitnehmen.“

Erst dann, so der 19-Jährige weiter, stehe seine persönliche Situation an. Aber natürlich will er auch gegen Wanne spielen. Das ist ein Anspruch, und dem will er gerecht werden – ob locker, mit Druck oder sogar tanzend.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt