Talente aus Hörde zahlen Lehrgeld zum Auftakt

Volleyball: 3. Liga

Als um 21.07 Uhr der zweite Lüneburger Matchball auf den Hörder Hallenboden klatschte und Drittliga-Debütant Noah Vosswinkel nach vergeblicher Rettungstat mit der Faust frustriert den Belag traktierte, war die Auftakt-Niederlage perfekt. Gut 200 Zuschauer an der Danziger Straße ließen es sich dennoch nicht nehmen, der jungen Hörder Truppe stehend und aufmunternd zu applaudieren.

DORTMUND

, 10.10.2016, 08:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Talente aus Hörde zahlen Lehrgeld zum Auftakt

Hördes Lennart Exner (l.) holt aus zum mächtigen Schmetterschlag, das müsste er öfter tun.

TV Hörde - SVG Lüneburg II 1:3 (10:25, 22:25, 25:20, 11:25) – TVH-Trainerin „Teee“ Slacanin fing ihre Mannen ein und führte sie schnurstracks in die Kabine. Aus den Boxen dröhnte zum Ausstand „YMCA“, und der „Young Men´s Club“ ist in dieser Hörder Spielzeit tatsächlich Programm. „Unser Kader ist stark verjüngt, vier gestandene Spieler gingen, fünf junge kamen“, erklärte TVH-Geschäftsführer Klaus Wilke nach dem missglückten Saisonauftakt gegen den Aufsteiger aus dem Norden fast entschuldigend.

Die fehlende Erfahrung des Gastgebers zog sich in allen Bereichen wie ein roter Faden durch die 78 Netto-Spielminuten: Die Lüneburger, mit nur zwei Niederlagen durch die Regionalliga zum Aufstieg marschiert, spielten einfachen, wenig trickreichen, aber auch wenig fehlerhaften Volleyball – das sollte an diesem Abend reichen, weil die Nordlichter die Lücken im TVH-Block (sofern vorhanden) fanden. „Wir bekommen kaum einen Ball auf den Boden“, stöhnte Wilke, der alte Fahrensmann, der in seinem Leben schon viel Volleyball gesehen hat. In 15 Minuten war der erste Satz vorbei, der zweite dauerte immerhin 25, und die inzwischen warmgespielten Slacanin-Schützlinge glichen sogar zwischenzeitlich zum 21:21 aus, gaben aber auch diesen Durchgang ab.

Pause tat gut

Die kleine Pause nach dem zweiten Satz – Hördes Abteilungschef Bernd Janssen ehrte die äußerst erfolgreichen Teams und Spieler der Vorsaison – nutzte Trainerin Slacanin zur Kabinenansprache. Und siehe da, die Gegenwehr wuchs, als Libero sorgte der bundesligaerfahrene Jan Terhoeven in der Annahme für Stabilität, der lange Lennart Exner hämmerte endlich den bunten Ball ins gegnerische Feld, auch die Youngster Moritz Finke, Fabijan Slacanin und Noah Vosswinkel deuteten ihr großes Potenzial an – nach 21 Minuten dürften die Südlichen erstmals jubeln.

Doch dann war irgendwie der Stecker gezogen, Slacanin versuchte noch einen Zustellerwechsel von Pascal Rademacher auf Florian Groß, aber Lüneburg zog humorlos davon und verwandelte seinen zweiten Matchball. „Das ist jetzt ein Aufbaujahr, wir müssen alle ein wenig Geduld haben, die Spieler, aber auch der Verein, aber ich bin sicher, dass wir in Zukunft viel Spaß an dieser Mannschaft haben werden“, sagte „Teee“ Slacanin, als sie aus der Kabine kam, und schob augenzwinkernd nach: „Ich jedenfalls habe Geduld“.  

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