SV Hohenlimburgs C-Juniorinnen sichern sich mit nur einem Sieg den Titel

Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Junioren

Der SV Hohenlimburg wird mit einem einzigen Sieg über SG Lütgendortmund Stadtmeister - mit nur fünf Spielerinnen. Neben der Freude über den Triumph hagelt es auch Kritik am Turnier-Termin.

Dortmund

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min
SV Hohenlimburgs C-Juniorinnen sichern sich mit nur einem Sieg den Titel

Die C-Juniorinnen des SV Hohenlimburg präsentieren zusammen mit Trainer Dirk Schindhelm (r.) stolz den Sieger-Pokal. © Höse

Dirk Schindhelm hatte sogar extra seinen Urlaub verschoben. Der Fußball-Trainer machte sich erst am Mittwoch nach Ostern auf den Weg zu seinen Städtetrip. Mit im Gepäck: der Hallen-Stadtmeister-Titel der C-Juniorinnen. Den hatten sich Schindhelm und die Fußball-Mädels SV Hohenlimburg an Ostermontag selbst als Geschenk ins Osternest gelegt.

Alles was der SVH dafür tun musste? Ein einziges Spiel gewinnen. Klingt unglaublich, ist aber kein Scherz. Am Ostermontag sollten in der Halle Nette drei C-Juniorinnen-Teams die Schuhe schnüren - bis der TuS Rahm spontan an Karfreitag absagte. „Dafür kriegt der Verein ein Ordnungsgeld“, kommentiert der Vorsitzende des Kreisjugend-Ausschusses, Andreas Edelstein.

Ordnungsgeld hin, Ordnungsgeld her - es blieben also nur zwei teilnehmende Mannschaften: SV Hohenlimburg und die SG Lütgendortmund. Die Hohenlimburger kamen gerade mal auf fünf Spielerinnen, alle anderen waren mit ihren Familien im Osterurlaub. Das Lütgendortmund-Team war zwar komplett, kam aber erst am Ostersonntag von der Mannschaftsfahrt nach Spanien zurück.

Kritik am Termin der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Trotzdem kam das Finale zustande, das auf zwei Mal zehn Spielminuten verlängert wurde. Andreas Edelstein ist beiden Mannschaften sehr dankbar für die Teilnahme: „Das ist der Veranstaltung gegenüber eine sportlich faire Geste.“ Die C-Juniorinnen boten den Zuschauern in Nette auch noch ein packendes Match. Die Kontrahenten in der Ruhrgebietsliga schenkten sich nichts, beim Abpfiff stand es 1:1, der Stadtmeister musste also im 8-Meter-Schießen ermittelt werden. Die Hohenlimburger behielten die Nerven und siegten mit den fünf angereisten Mädels 3:2.

„Wir freuen uns umso mehr, weil Lütgendortmund wahrscheinlich in der Liga die Nase vorne behalten wird“, erklärt Hohenlimburg-Trainer Dirk Schindhelm. Noch ein Grund zur Freude: Der Triumph bei den Stadtmeisterschaften bedeutet auch gleichzeitig die Qualifikation für die Wesfalenmeisterschaft im Winter.

Auch Raphaela Gerlach, Trainerin der B-Juniorinnen bei Hohemlimburg freute sich für die Mädels, die sie teilweise schon über fünf Jahre mitbetreut. „Dass sie nur zu fünft waren und im 8-Meter-Schießen gewonnen haben, zeigt, was für einen tollen Kampfgeist die Mädels haben.“ Gerlach selbst war nicht vor Ort - sie war wie so viele der Hohenlimburger-Mädels in den Osterferien. „Über den Termin an Ostern haben wir uns natürlich beschwert“, sagt Gerlach.

Andreas Edelstein: „Einen anderen Termin wird es nicht geben“

Auch Dirk Schindhelm sieht den Zeitpunkt des Turniers kritisch: „Ein anderer Termin wäre natürlich günstiger.“ Auch der Trainer der Lütgendortmunder Fußballerinnen stimmt seinem Kontrahenten zu. Der Termin über die Oster-Tage sei einfach nicht glücklich gewählt, sagt Thosten Stock. „Unsere Mädels sind erst einen Tag vorher aus dem Urlaub zurückgekommen, das ist natürlich nicht optimal.“

Ist die Kritik am Termin der Stadtmeisterschaften berechtigt? Für Andreas Edelstein auf keinen Fall. „Der Termin kommt nicht überraschend, das ist schon seit 34 Jahren so.“ Eine Verlegung des jährlichen Turniers sei aufgrund der Hallenbelegung in Dortmund sowieso nicht möglich. „Der Termin wird so bleiben“, sagt Edelstein.

Trotz aller Kritik und trotz aller Umstände - die Fußball-Mädels des SV Hohenlimburg haben sich den Titel trotzdem geholt und werden im nächsten Jahr bestimmt wieder dabei sein. Ob nun zu fünft oder mit mehr Kickerinnen. Und auch Dirk Schindhelm verlegt nächstes Jahr vielleicht nochmal seinen Urlaub - denn mit einem Titel im Gepäck lässt es sich doch gleich ein bisschen besser entspannen.

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