Schock für den SVD 49 Dortmund: Der Klub verliert seine zwei besten Basketballer

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Schwer Schlag für die Basketballer des SVD 49 Dortmund: Nach dem Abstieg in die 2. Regionalliga verliert der Dortmunder Klub nun auch noch seine zwei besten Spieler. Doch es gibt auch Zugänge.

Dortmund

, 04.06.2019 / Lesedauer: 5 min

Neue Liga, neue Gesichter: Nach dem Abstieg aus der 1. Regionalliga bastelt der SV Derne fleißig an seinem Kader für die kommende Spielzeit. Die beiden besten Werfer der vergangenen Saison verlassen die Dortmunder, doch auch die ersten Neuzugänge stehen bereits fest — einer bringt sogar Erstliga-Erfahrung aus dem Ausland mit. In der 2. Regionalliga will sich der SVD rundum neu aufstellen und dabei vor allem auf die Jugend setzen.

„Es wird so sein, dass wir mit dem neuen Trainer ein neues Konzept fahren werden“, kündigt Henrik Sojka, der 1. Vorsitzende des SVD, an. Das liegt auch am ausbleibenden „Rückenwind aus der Dortmunder Wirtschaft“, den Sojka ankreidet: „Mit einem Sponsor, der eine vernünftige Summe zur Verfügung stellt, hätten wir in der 1. Regionalliga den Klassenerhalt schaffen können.“

Als drittletzter stiegen die Derne auch deshalb ab, weil in der Pro B ungewöhnlich viele Teams aus dem Westen den Klassenerhalt verfehlten. Ein Domino-Effekt. So aber geht es für die Derner in der 2. Regionalliga weiter. Mit Coach Felix Adami, der Peter Radegast beerbt, wollen die Dortmunder in Zukunft mit einer jüngeren Mannschaft schneller und aggressiver spielen. Damit das neue Konzept aufgeht, stehen dem Kader grundlegende personelle Veränderungen bevor.

Aaron Bowser verlässt den Verein

Diese betreffen auch Topscorer Aaron Bowser, der die vergangenen zwei Jahre des SVD entscheidend mitgeprägt hat, und Kapitän Felix Fuhrmann. Der US-Amerikaner verlässt die Derner und schließt sich dem ambitionierten Ligakonkurrenten TuS 59 HammStars an, der sich im Rahmen seiner „Mission 2020“ für die kommende Spielzeit den Aufstieg in die 1. Regionalliga auf die Fahnen geschrieben hat.

Auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte er entsprechende Gerüchte. „Ja, das stimmt“, erklärte Bowser, der seit Beginn seiner Zeit in Deutschland eng mit HammStars-Teammanager Frank Fabek und dessen Sohn Jason befreundet ist, „die sind wie eine Familie für mich und da dachte ich, das wäre für mich ein guter Klub“. Mit seinen 34, im Juli 35 Jahren passt der Amerikaner nicht in das neue Derner Konzept – trotz seiner unbestrittenen invdividuellen Ausnahmefähigkeiten. „Er hat uns maßgeblich zum Aufstieg verholfen und war ein großer Leistungsträger“, stellt Hendrik Sojka lobend hervor. „Auch in der 1. Regionalliga hat er für uns ein paar Spiele gewonnen.“

Dass sich die Derner in der Vergangenheit allerdings so stark auf die Treffsicherheit Bowsers verlassen haben (müssen), machte es „für Gegner relativ leicht, uns auszurechnen“, erklärt Sojka. Das soll sich ändern, der Ball soll künftig schneller von Spieler zu Spieler laufen, die Mannschaft ausgeglichener Punkten und somit schwerer auszurechnen sein.

SVD bedauert Abschied von Felix Fuhrmann

Den Weg zu einem ambitionierten Erst-Regionalligisten tritt Felix Fuhrmann, wie der SVD-Kapitän auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigte. Der 28-Jährige spielte besonders in der Rückrunde stark auf, entwickelte sich zur zweiten verlässlichen Derner Scoring-Option nach Aaron Bowser und weckte so das Interesse anderer Klubs. Sein Verlust wiegt schwer. „Wir hätten gerne gesehen, dass er als Kapitän mit in die 2. Regionalliga geht“, sagt Sojka.

Nicht nur auf dem Feld wird Fuhrmann den Dernern fehlen. „Er ist sportlich natürlich ein Verlust, weil er nach dem Aaron die zweite Option im Angriff und auch ein erfahrener Spieler war. Aber Fifi (Fuhrmann, d. Red.) und Aaron haben als diejenigen, die das Spiel tragen sollten, nicht nur für Zufriedenheit gesorgt, dadurch, dass sie sehr viele Würfe genommen haben.“ Bei Einsatz und Einstellung ging der Kapitän vorbildlich mit gutem Beispiel voran. „Er hatte auch mit Abstand die beste Trainingsbeteiligung, da kann man nichts auf ihn kommen lassen“, lobt Sojka.

Artem Shelukha soll den SVD verstärken

Auch wenn der SVD in Zukunft auf seine vormals besten Scorer verzichten muss: In Artem Shelukha bekommt Trainer Adami seinen Wunschspieler. Den Ukrainer, der auch den deutschen Pass besitzt, kennt der Coach bereits aus gemeinsamen Bochumer Zeiten. In seiner Heimat lief Shelukha zuletzt 2014/2015 in der höchsten Spielklasse SuperLeague für Politekhnika Halychyna auf.

Für die Astrostars spielte er anschließend zwei Saisons in der Pro B, ehe der 31-Jährige in der vergangenen Spielzeit vor allem in der Zweitvertretung in der Oberliga zum Zug kam. „Er ist ein physisch starker Spieler“, lobt Sojka den knapp zwei Meter großen Neuzugang, der sich auf den Positionen drei und vier am wohlsten fühlt. Neben den jungen Spielern im Team soll er seine Erfahrung einbringen.

Auch Sportstudent Youssef Fateh war letztes Jahr für die Astrostars in der Oberliga aktiv. Der athletische starke Innenspieler zählte zusätzlich zum Trainigskader der Bochumer Pro-B-Mannschaft und soll den SVD auf den großen Positionen am Brett verstärken.

Tim Gilberti kehrt zurück

Zurück zum SVD kehrt Tim Gilberti. Der 22-Jährige war bereits vor fünf Jahren für den SVD in der 2. Regionalliga aktiv, nun kehrt der Flügelspieler nach Stationen in Bochum, Schalke und Recklinghausen zurück nach Dortmund. Nach einer halben Saison bei den Citybaskets in der 1. Regionalliga hat Gilberti jedoch zuletzt ein halbes Jahr ausgesetzt. „Er ist noch ein bisschen unfit und muss wieder in Form kommen“, berichtet Sojka.

Definitiv erhalten bleibt dem SVD der 20-jährige Jason Tolkmit, der in der neuen Saison den nächsten Schritt machen und eine größere Rolle einnehmen soll. „Diejenigen, die bleiben, können beweisen, dass sie sich unter Wert geschlagen haben“, motiviert Sojka. Aus der Oberliga-Mannschaft der Derner sollen zudem Tim Grabo, Merlin Plümpe, Paul Tüffers und Fabian Günther aufrücken und die Erste verstärken.

Neuer Trainer, neue Spieler: ein derartig tiefgreifender Umbruch braucht Zeit und bringt mitunter Anlaufschwierigkeiten mit sich. „Wir werden uns nicht auf ein Saisonziel festnageln lassen“, erklärt Sojka. „Es wird sowieso schwierig. In der Liga wird es einige sehr finanzstarke Konkurrenten geben, die Import-Spielern richtig Kohle zahlen.“ Der SVD-Vorsitzende geht davon aus, dass „diese Vereine in der kommenden Spielzeit die ersten Plätze unter sich ausmachen“. Ohne Kapitän Fuhrmann und Topscorer Bowser, dafür mit neuem Konzept und neuen Gesichtern - der Derner Umbruch nimmt immer konkretere Züge an.

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