Steigende Corona-Zahlen, Spieltagsabsagen – wie reagiert der FLVW darauf?

dzFußball

Der politische Kreis Unna hat wegen hoher Corona-Fallzahlen die Spieltage im Kreisgebiet bis zum 25. Oktober verboten. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders erklärt, was das für die Nachbarkreise bedeutet.

Dortmund

, 12.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im politischen Kreis Unna ist der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Donnerstag überschritten worden. Am Freitag reagierte darauf auch der Fußballkreis Unna und sagte alle Spiele im Kreisgebiet ab. Wir haben mit Manfred Schnieders, dem Vizepräsidenten des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) gesprochen und nachgefragt, was diese Entscheidung und die steigenden Zahlen für den Fußball in der Region bedeuten.

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„Aktuell bin ich noch recht entspannt. Die Anspannung wird bei mir aber steigen, je länger so eine Aussetzung des Spielbetriebes dauern wird“, sagt Schnieders am Sonntag (11. Oktober). Denn dann könnte es hinten raus Probleme geben, die Saison zu Ende zu spielen. „Für diesen Fall haben wir aber Regelungen getroffen. Dann wird abgebrochen und wir nehmen das, was da ist“, sagt der Vizepräsident des FLVW, der für den Amateurfußball zuständig ist.

Dafür müssten in der Saison aber mindestens 50 Prozent der Spiele stattgefunden haben. Sind es bei einem Abbruch weniger, bleibt die Saison ohne Wertung. Es gibt keine Meister, Auf- oder Absteiger. Wird abgebrochen und es sind mehr als 50 Prozent der Spiele gespielt, so entscheidet der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Meister, Auf- und Absteiger.

Dass der Kreis in Unna jetzt entschieden habe, den Spieltag abzusagen, sei für ihn „okay“, die überkreislichen Spiele würden ja weiterhin stattfinden, sofern sie auswärts ausgetragen werden, sagt Schnieders. Ob diese Mannschaften die kommende Woche spielen werden, wenn sie die ganze Woche nicht trainieren konnten, hält er aber für fraglich.

Man habe die Lage als Verband genau im Blick

„Bei mir herrscht aktuell keine Panik“, sagt er mit Blick auf die Gesamtsituation. „Die Kreise entscheiden erst mal für sich. Solange solche Absagen Einzelfälle bleiben und nicht flächendeckend auftreten, müssen wir als Verband nicht einschreiten.“ Sollten mehrere Gebiete betroffen sein, müsse man schauen, wie man vorgehen werde. Man habe die Lage genau im Blick.

„Die Bewertung eines Risikos ist aber die örtliche Entscheidung der Gesundheitsbehörden. Nach der richten wir uns“, sagt Schnieders. „Wir sind nicht die Wächter der Corona-Schutzverordnung und wollen das auch nicht sein.“

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Entscheidet ein Kreis den Spieltag auszusetzen, müsse der benachbarte Kreis nicht gleichzeitig nachziehen, findet der FLVW-Vize, etwa mit Blick auf den angrenzenden Dortmunder Kreis. „Eine mögliche Durchmischung von Personen kann man aufgrund der räumlichen Nähe ohnehin nicht verhindern. Das funktioniert auch bei Berufspendlern nicht“, sagt Schnieders.

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