Steigende Corona-Zahlen: Axel Schmeing, wie ist es als Dortmunder Trainer im Kreis Unna?

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Der ASC hat unfreiwillig zum Holzwickeder Erfolg beigetragen, sagt Holzwickedes Trainer, der Dortmunder Axel Schmeing. Zudem spricht er über einen Nachteil durch die Corona-Fälle im Kreis Unna.

Dortmund

, 15.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Verlorene Zweikämpfe außerhalb des Platzes haben den Holzwickeder SC zu dem gemacht, was er aktuell ist – zu einem Topteam der Oberliga. Verantwortlich ist dafür aber auch der Dortmunder Trainer Axel Schmeing. Er erzählt im Interview, warum auch der ASC 09 Dortmund seinen Anteil an dem Erfolg Holzwickedes hat und wie der Verein mit den hohen Corona-Zahlen im Kreis Unna umgeht.

Axel Schmeing, dann fangen wir mal mit den verlorenen Duellen an. Gegen wen haben Sie verloren? Und warum fühlen Sie sich doch wie ein strahlender Sieger?

Ich habe mit Samir Habibovic, dem Sportlichen Leiter des ASC 09 Dortmund, um bestimmt 15 Dortmunder Juniorenspieler gekämpft und immer verloren. Die vermeintlichen, für uns übrig gebliebenen Restbestände aber entpuppen sich als äußerst hilfreich und effektiv. Selbstverständlich reden wir über Menschen und nicht über Ware. Daher sage ich auch: Wir haben Top-Typen.

Sorgt Dortmund also dafür, dass ein Team aus der Nachbarstadt sechs Siege in sechs Spielen feiert?

Auch, das Geheimnis hier ist aber der Teamgeist. Das Klima in der Mannschaft ist sehr gut. Wenn ich bedenke, dass unser Top-Neuzugang Philipp Gödde aus Oberhausen und weitere gute Leute fehlen, ist unser Start aber in der Tat beachtlich.

Obwohl Samir Habibovic (r.) Alex Schmeing schon den ein oder anderen Spieler weggeschnappt hat, verstehen sich beide gut.

Obwohl Samir Habibovic (r.) Alex Schmeing schon den ein oder anderen Spieler weggeschnappt hat, verstehen sich beide gut. © Stephan Schuetze

Ein Start, den Sie nicht so erwartet hatten?

Wir sollten doch realistisch bleiben. Unser Ziel war der Klassenerhalt. Daran ändert sich zunächst auch nichts. Unsere Siege bislang waren allerdings verdient. Aber jetzt in Meinerzhagen kam auch Glück dazu. Nico Berghorst erzielte erst in der Nachspielzeit das 3:2 für uns.


Die ersten beiden Treffer hatte Robin Schultze besorgt, ein Mann mit Dortmunder Vergangenheit. Also steckt doch ein großes Stück Dortmund in Holzwickedes Erfolg. Sehen Sie das auch so?

Wenn Sie es so ausdrücken, sind unsere ehemaligen Dortmunder schon sehr wertvoll für uns. Robin wohnt jetzt in Meerbusch, schafft es nicht immer zum Training. Aber er ist enorm wichtig. Den Schritt nach Haltern musste er wagen. Jetzt ist er zurückgekehrt. Und ich habe ja auch Sebastian Hahne, der als Jungspund aus Hombruch kam. Er ist ein Top-Offensivmann.

Mohamed Yarhdi hatten hier gar nicht so viele Leute auf dem Zettel.

Das stimmt. Ich schätze ihn seit seiner Eichlinghofer Zeit. Er ist dann ja immer seinem ehemaligen Trainer Reza Hassani hinterhergedackelt. Ich meine das scherzhaft. Ich freue mich jetzt aber, dass er den Verlockungen eines wohlhabenden Dortmunder Klubs widerstanden hat.
Das haben Marcel Reichwein und Aldin Klajic nicht. Besonders Klajic hätte ich schon gerne gehalten. Reden wir aber über die, die wir haben: Kevin Beinsen aus Hombruch und René Richter aus Kirchhörde spielen bei uns ganz wichtige Rollen.

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Und jetzt erhält auch Moritz Müller seine Einsatzzeiten. Meinten Sie ihn auch mit den Dortmunder Talenten, die nicht an den ASC gingen?

Ja, bei ihm haben die Aplerbecker wohl nicht richtig hingesehen. Er ist unser fleißiges Lieschen auf der rechten Abwehrseite. Aber Spaß beiseite: Wir haben Respekt vor dem ASC. Das trifft auf alle Gegner wie Titelaspirant und Spitzenreiter FC Gütersloh zu, die wie wir positiv überraschen und den mit uns punktgleichen TSG Sprockhövel und natürlich den ASC, der ja jetzt auch schon drei Siege in Serie hat.

Was trauen Sie Aplerbeck zu?

Die sammeln gerade Schwung, haben einen interessanten neuen Trainer. Antonios Kotziampassis wird mit ihnen noch für genügend Punkte sorgen. Aplerbeck hat eine starke Mannschaft. Mit dem Abstieg bekommen sie bestimmt nichts zu tun. Ich sehe den ASC auf lange Sicht eher mit uns auf Augenhöhe.

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Die hatten Sie zum ASC als ehemaliger Trainer des Westfalenligisten SV Brackel, der sich aus unteren Ligen kontinuierlich hochgearbeitet hatte, zunächst nicht. Haben auch Sie sich entwickelt?
Ich denke schon, dass ich eine Entwicklung genommen habe, die nicht so schlecht ist. Das ist in diesem professionellen, aber geduldigen Umfeld auch gut möglich.

Das heißt, keiner wird laut schreien, sollten Sie sich nicht oben halten?

So sieht es aus. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass es in dieser Liga finanziell ganz andere Kaliber gibt. Für unsere Verhältnisse machen wir das ziemlich gut.

Da Holzwickede zum Kreis Unna gehört, kommen wir nicht am Thema Corona vorbei. Was bedeutet die Allgemeinverfügung des Kreises Unna, die im Zuge steigender Zahlen erlassen wurde, für Ihre Mannschaft?

Zunächst mal, dass unser Nachholspiel am Donnerstag gegen Schermbeck ausfällt. Dann sollten wir am Sonntag in Herne spielen, mal sehen. Und Stand jetzt müssen wir auch am 25. Oktober unser Heimspiel gegen Sprockhövel absagen.

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Training mit Kontakt ist ja auch verboten. Finden Sie einen anderen Weg?

Ja, notfalls den durch den Wald. Das mag eine Woche gut gehen, nur zu laufen. Dann wirkt sich das schon auf die Leistung in den Spielen aus. Da sehe ich einen Nachteil für uns.

Ihre Laune ist dann jetzt wie?

Gut, die Regeln kann ich eh nicht ändern. Daher bleibe ich da Diplomat. Ich freue mich dann lieber über unseren Start.

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