Traditionsverein SG Lütgendortmund kooperiert mit Bövinghausen: Aber warum?

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Der TuS Bövinghausen plant eine Jugendspielgemeinschaft mit der SG Lütgendortmund. Die hat bereits viele Altersklassen bei den Junioren besetzt. Also welchen Vorteil hat die SG davon genau?

Dortmund

, 09.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ajan Dzaferofski will angreifen. Nicht nur im Seniorenfußball, wo der Vorsitzende des TuS Bövinghausen mit seiner Landesliga-Mannschaft hofft, dass die aktuell unterbrochene Saison fortgesetzt wird. Auch im Jugendbereich, den der Verein in den vergangenen Jahren gehörig vernachlässigt hat, plant der TuS einen Angriff.

Dazu soll sich eine Allianz bilden, ein Bündnis im Dortmunder Westen. Der TuS Bövinghausen will den Restart im Jugendfußball nämlich nicht alleine gehen, sondern hat sich die SG Lütgendortmund mit ins Boot geholt.

Aus Sicht des TuS Bövinghausen macht der geplante Zusammenschluss, der vom Kreis Dortmund noch abgesegnet werden muss, sofort Sinn. Die Sportgemeinschaft Lütgendortmund, ein Traditionsklub im Dortmunder Westen, besetzt schon jetzt viele Altersklassen. Aktuell schickt die SG lediglich bei den A- und C-Junioren keine Truppe auf das Feld. Der TuS Bövinghausen, den viele Traditionalisten im Dortmunder Fußball als Retortenklub sehen, schickt hingegen Woche für Woche nur Seniorenspieler auf das Feld. Im Jugendbereich stellt der TuS bislang kein einziges Team.

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Gemeinsam mit der SG plant der Verein nun aber, ab der kommenden Spielzeit, wann immer sie wegen des Coronavirus auch an den Start gehen wird, jede Altersklasse zu besetzen. Nur, welchen Vorteil hat die SGL, die im Jugendbereich solide aufgestellt ist, nun von der geplanten Kooperation?

Grundvoraussetzung für Kooperation nicht gegeben

Oliver Brinkmann ist Jugendleiter bei der SG Lütgendortmund. Auch er sieht die Grundvoraussetzung für eine Jugendspielgemeinschaft eigentlich nicht gegeben. „Wir haben eine gesunde Abteilung bei den Junioren, Bövinghausen nicht. Aber wir sind Nachbarvereine und es gibt viele Verbindungen zwischen den Funktionsträgern. Bövinghausen benötigt dringend eine Jugendabteilung. Wir haben alleine nicht die Möglichkeit, sportlich aufzurüsten. Das war die Grundlage für die Gespräche“, sagt Brinkmann, der auch von vergangenen Bestrebungen der SG berichtete, mit einem Dortmunder Klub eine JSG zu gründen.

Im Jahre 2018 planten die Jugendabteilungen der SG und des SV Urania Lütgendortmund einen Zusammenschluss, der später allerdings scheiterte. Nun der Neuanlauf - und auch die SG soll profitieren.

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„Bövinghausen ist neben Türkspor der heißeste Amateurverein in Dortmund. Wir erhoffen uns entsprechende PR für das Projekt und auch sportlichen Zulauf. Wir wollen im Dortmunder Westen die Nummer eins werden und die guten Jungs nicht mehr Richtung Süden an Eintracht Dortmund, den FC Brünninghausen oder den Hombrucher SV verlieren“, sagt Brinkmann.

Konzeptioneller Teil aus Bövinghausen

Eine wichtige Rolle spielt dabei selbstverständlich Ajan Dzaferofski vom TuS. Brinkmann: „Ajan wird den konzeptionellen Teil zum Projekt beisteuern. Er hat ordentliche Kontakte, die uns weiterhelfen können.“

Daneben erhofft sich die SGL von der Kooperation aber auch einen finanziellen Gewinn. „Wir wünschen uns natürlich, dass wir auch finanziell von dem einen oder anderen Sponsoreneuro profitieren können. Es wäre schön, wenn alle Kinder die gleichen Klamotten und gleich Trainingszüge tragen können“, sagt Brinkmann.

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Die Zielvorgabe der Allianz des Westens ist klar: Sowohl Dzaferofski als auch Brinkmann wollen dem Jugendfußball im Dortmunder Westen einen ordentlichen Push geben und die Kräfteverhältnisse in Gesamt-Dortmund durcheinanderbringen. „In drei bis fünf Jahren wollen wir mit allen Jugendteams überkreislich spielen“, sagt Brinkmann.

Effekt auf den Seniorenfußball?

Einen weiteren Effekt durch die Kooperation verspricht sich die SG allerdings auch für den Seniorenfußball der Lütgendortmunder. Die Herrenmannschaft krebst zurzeit in der Kreisliga C1 herum, rangiert dort auf Platz vier. Ein Zustand, der den Ansprüchen des Vereins nicht genügt.

„Der Verein plant in der nächsten Saison den Aufstieg in die Kreisliga B. Ziel ist es dann auch, die Jugendlichen für den Seniorenfußball fitzumachen. Die Spieler, die keine Chance haben, künftig in der Westfalenliga oder Oberliga (Diese Liga ist das Ziel des TuS Bövinghausen, Anm. d. Red.) zu kicken, sollen dann die Chance bekommen, ambitionierte Kreisliga-Fußball zu spielen“, sagt Brinkmann.

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Final entschieden ist die Kooperation noch nicht, sie bietet aber beiden Klubs Argumente, miteinander arbeiten zu können. Den Antrag haben die Vereine gestellt, nun muss noch der Kreis Dortmund sein Einverständnis geben.

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