Sechsmal musste der TV Hörde in dieser Drittliga-Saison bereits in den Tiebreak, sechsmal gingen die Dortmunder als Verlierer vom Platz. Am Samstag gegen Aachen besteht die Gefahr erneut.

Dortmund

, 25.01.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was soll man da noch sagen? Diese Frage stellten sich die Hörder Volleyballer am vergangenen Wochenende nach der sechsten Tiebreak-Niederlage im sechsten Tiebreak in dieser Saison selbst. Das Team von Trainerin „Teee“ Slacanin kann schon lange nicht mehr über diesen Fluch im letzten Satz lachen: „Es nervt ziemlich“, sagt 1,94-Meter-Mann Jan Terhoeven.

Der längste Tiebreak der gesamten Saison

Dabei fing es nicht so schlecht an in diesem Spieljahr. Gegen Lüneburg, den immer noch ungeschlagenen Tabellenführer, führte der TVH im ersten Saisonspiel mit 2:0 – um am Ende doch noch abgefangen zu werden. Es folgte die Tiebreak-Pleite in Aligse, bis heute mit 24:26 der längste letzte Satz der Drittliga-Saison. „Da haben wir geil gespielt“, erinnert sich Terhoeven. Doch Selbstvertrauen brachten die guten Leistungen nicht, es sollte sogar bis zum sechsten Spieltag dauern bis der TVH sein erstes Spiel gewann – nach fünf Niederlagen in Serie, davon vier im Entscheidungssatz.

Mitte Oktober, beim 3:1 in Hildesheim, fielen endlich auch Punkte vom Laster, die Hörder gewannen sogar drei Spiele in Serie. Und auch, wenn es bis Weihnachten noch zwei Niederlagen setzte: Vom Tiebreak-Fluch sprach in Hörde danach niemand mehr. Dann kam der Jahreswechsel, das erste Spiel zu Hause, wieder gegen Aligse, der TVH führte mit 1:0, mit 2:1, und als Aligse zum 2:2 ausglich, da war er plötzlich wieder da. „Es ist natürlich Kopfsache am Ende des Spiels“, sagt Terhoeven, „dass man keine wackligen Beine bekommt, wenn es im letzten Satz 10:10 steht.“

Nur acht Spieler stehen den Hördern zur Verfügung

Gegen Hürth am vergangenen Wochenende führten die Hörder sogar mit 12:9 im fünften Satz – und wieder konnten sie den Fluch nicht verscheuchen: „Drüber lachen können wir nicht mehr“, sagt Terhoeven. Wobei gerade die Niederlagen zum Jahresstart ja eine Geschichte haben. Nur acht Spieler setzten sich ins Auto nach Köln, zwei davon kamen gerade aus langen Verletzungen: „Deshalb kann man auch nicht von einem wirklichen Trend sprechen, das sind unglückliche Umstände, und im Endeffekt können wir in diesen beiden Spielen froh sein, überhaupt in den Tiebreak gekommen zu sein“, sagt Terhoeven.

Kann man solche Situationen mit Blick auf die kommenden Spiele dennoch trainieren? Terhoeven sagt: „Natürlich kann man das. Es ist einfach ein verkürzter Satz, das heißt: Man muss von Anfang an da sein, darf sich keine Flüchtigkeitsfehler erlauben.“ Diese Fehler, die vielen Verletzungen und die Abgänge von Chris Carter (nach Solingen) und Marko Schwarzbach (hat aus privaten Gründen aufgehört) haben den TVH in der Tabelle bis auf Rang sieben gespült. Mit möglichen sechs Punkten mehr wären die Hörder aktuell Dritter. „Aber darüber denken wir nicht mehr nach“, sagt Terhoeven, „nach dem letzten Spiel geht der Blick eher in die andere Richtung.“

Hörde hat den Abstiegsplatz im Blick

Zwar sind zwei der drei Abstiegsplätze so gut wie vergeben, doch der dritte ist mit vier Punkten Abstand noch in Reichweite: „Wir müssen zusehen, dass wir die Siege einfahren, die wir einfahren sollten – und gegen die Top-Teams Mondorf und Düsseldorf vielleicht was mitnehmen.“

Erst einmal steht aber am Samstag in heimischer Halle (Phoenix-Gymnasium, Seekante 12, 44263 Dortmund) die Partie gegen Aachen an. Zwar kehrt dafür mit Noah Voswinkel nach seinem Kreuzbandriss ein wichtiger Spieler zurück in die Mannschaft, dennoch sagt Terhoeven mit Blick kauf das gut gefüllte Hörder Lazarett: „Das wird schwerer als im Hinspiel.“ Gegen den PTSV unterlag der TVH in der Hinrunde wenig überraschend – im Tiebreak.

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