Sebastian Mund (ATV Dorstfeld): „Dieser eine Wurf hätte die ganze Saison gekrönt“

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Es hätte der perfekte Schlusspunkt werden können, doch Sebastian Mund vom Handball-Landesligisten ATV Dorstfeld zeigte von der Siebenemeter-Linie Nerven. War es der Druck?

30.04.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sonntagabend, 19.30 Uhr, die 60 Minuten im Spiel zwischen dem RSV Altenbögge-Bönen und dem ATV Dorstfeld sind bereits abgelaufen. Beim Stande von 24:24 kann Dorstfelds Handballer Sebastian Mund per Siebenmeter zum Sieg treffen, der die vorzeitige Landesliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Verbandsliga bedeutet hätte. Doch Altenbögges Keeper hält – und verschiebt die Feierlichkeiten um mindestens eine Woche. Im Interview spricht Mund über die Gefühle am Sonntagabend, gestiegenen Druck und die kommende Aufgabe in Gladbeck.

Herr Mund, Ihr Trainer Moritz Fuß sprach nach dem Spiel davon, dass Sie wegen der vergebenen Chance recht bedröppelt gewesen seien. Wie haben Sie sich gefühlt?

Ich war sicher schon besser drauf und habe mir den Ausgang dieser Situation natürlich anders vorgestellt. Dass man den Frust nicht nach wenigen Momenten schon beiseite wischen kann, ist doch logisch. Aber man muss das Positive sehen: Wir sind einen Punkt näher am Ziel, das Spiel hätte auch schlechter ausgehen können.

Verworfene Siebenmeter sind im Handball keine Seltenheit. Was hat die Umstände dieser Situation so besonders gemacht?

Wenn man nach Ablauf der Sirene einen Siebenmeter verwirft, hat man keine Möglichkeit mehr, das auszubügeln. Sonst bleibt einem immer noch ein Nachwurf oder der nächste Angriff. Und dass dieser Wurf eine ganze Saison gekrönt hätte, verstärkt das Ganze noch.

Sie sprechen es an, Altenbögge hat während der Partie lange geführt. Dabei kam Ihr ATV mit dem Selbstvertrauen aus 14 Siege in Serie. Was ist schiefgelaufen?

Die Situation war einfach anders, als in den vorherigen Spielen. Auch dieses Mal hatten wir bei fünf Punkten Vorsprung auf Herne natürlich wenig zu verlieren. Aber man hat schon die Anspannung gemerkt, weil es der finale Schritt hätte werden können. Das ist einfach keine alltägliche Situation und ich habe im Team eine Mischung aus Nervosität und positiver Anspannung gespürt. Wir lagen lange zurück, sind in beiden Halbzeiten schlecht gestartet. Aber am Ende haben wir trotzdem nicht verloren.

„Vorne sind 24 Treffer bei unserer Qualität zu wenig, im Schnitt haben wir eine bessere Quote im Abschluss.“
Sebastian Mund (ATV Dorstfeld)

Den nächsten Matchball gibt es am Samstag in Gladbeck, eine Woche später käme es zum finalen Showdown im letzten Saisonspiel gegen Herne. Kommt man da ins Grübeln?

Ich betrachte die Lage positiv. Wir sind unserem Ziel einen weiteren Punkt nähergekommen. Jetzt fehlt uns nur noch ein Zähler, den wir so schnell wie möglich holen wollen. Natürlich ist es schwer, im Handball auf Unentschieden zu spielen. Aber die Tatsache, dass wir nicht einmal mehr gewinnen müssten, um es zu schaffen, ist doch komfortabler als vor dem Spiel in Altenbögge.

Und vielleicht kommt es ja am Ende auch gar nicht auf Ihr Spiel beim VfL Gladbeck 2 an, wenn Herne zeitgleich gegen Altenbögge ebenfalls nicht gewinnt …

Klar, das ist möglich. Aber wir sind besser dran, wenn wir auf uns schauen. Was andere machen, können wir nicht beeinflussen. Selbst ein gutes Spiel abzuliefern und die Entscheidung zu erzwingen, hingegen schon. Wie gesagt: Wenn wir den letzten nötigen Punkt holen, brauchen wir auch gar nicht erst rechnen.

Gladbeck ist noch nicht gerettet, was erwarten Sie für eine Aufgabe beim VfL?

Das wird wieder eine harte Nummer. Ich denke, dass Gladbeck auch durch Oberligaspieler verstärkt auflaufen wird.

Was muss dann im Vergleich zu vergangenem Sonntag besser laufen?

Wir sollten die Fehlerquote im Angriff minimieren. In der Deckung haben wir wieder gut gearbeitet, 24 Gegentore sind völlig okay. Aber vorne sind 24 Treffer bei unserer Qualität zu wenig, im Schnitt haben wir eine bessere Quote im Abschluss.

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