Schlaflose Nacht für Porvaznikovas Gold-Mädchen

Handball: U17-EM

An Schlaf war in der Nacht zu Montag kaum zu denken bei den U17-Handball-Nationalspielerinnen des DHB. Derart viele Eindrücke prasselten auf die jungen Sportlerinnen am Sonntag ein, nachdem sie Historisches geleistet hatten: den ersten Sieg einer deutschen Auswahl bei einer U17-Europameisterschaft.

DORTMUND

, 21.08.2017, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schlaflose Nacht für Porvaznikovas Gold-Mädchen

Co-Trainerin Zuzana Porvaznikova (l.) feierte mit dem Spielerinnen-Sextett von Borussia Dortmund den EM-Titel nach dem Sieg über Norwegen.

Der Schlusspfiff des Endspiels, das die DHB-Mädchen mit 23:18 (9:12) gegen Norwegen gewannen, war erst der Startschuss für ein volles Abendprogramm. Siegerehrung, Siegerbankett im Hotel und die anschließende Party. „Ein wenig haben die Mädels am Abend gefeiert, aber um halb zwölf sind auch alle im Bett verschwunden“, berichtete Co-Trainerin Zuzana Porvaznikova, die auch bei Borussia Dortmund tätig ist. Viel Schlaf gab es dort aber nicht, denn um zwei Uhr nachts trat der deutsche Tross die Heimreise an, am Montagnachmittag rief schließlich das heimische Bett.

Erstmal sacken lassen

Was ihrer Mannschaft bei der EM in Polen gelungen ist, wollte Porvaznikova selbst noch gar nicht richtig realisieren. „Ich denke, dass ich und auch die Mädchen noch ein paar Tage brauchen werden, um das alles zu begreifen“, erklärte sie. Die Slowakin hatte gleich ein halbes Dutzend BVB-Spielerinnen im Kader, der den ersten EM-Titel einer deutschen U17-Auswahl holte: Lena Hausherr, Mariel Wulf, Malina Marie Michalczik, Dana Bleckmann, Leonie Kockel und Carlotta Fege trugen alle jeweils ihren Teil zur Erfolgsgeschichte bei.

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Und jede auf ihre eigene Art und Weise. Kreisläuferin Carlotta Fege traf in jedem der sieben EM-Spiele ins Tor, Lena Hausherr wurde gar ins EM-All-Star-Team gewählt. Im Halbfinale gegen Frankreich (27:21) wurde Leonie Kockel die Ehre der besten deutschen Spielerin zuteil. Und auch das übrige schwarzgelbe Trio leistete seinen Anteil. „Ganz Dortmund kann stolz sein, dass solche Talente hier spielen“, sagte Porvaznikova. Sie sieht das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: „Wenn alle weiter hart an sich arbeiten, ist das hier noch nicht das Ende der Entwicklung.“

"Von Spiel zu Spiel"

Richtig intensiv wurde der Glaube an den Titel erst auf der Zielgeraden. „Unsere Vorgabe lautete, die Hauptrunde zu erreichen“, erklärte die Co-Trainerin. Als es dort gegen Ungarn und Dänemark, und im Halbfinale gegen Frankreich ging, lautete das Motto: „Von Spiel zu Spiel denken“.

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Im Finale hat das Team gegen Norwegen gar einen Vier-Tore-Rückstand gedreht und nach dem 9:12 zur Pause bis zum 18:13 (46.) nur einen Gegentreffer kassiert. „Erst waren wir nicht im Rhythmus, aber nach der Pause hat jeder entschlossen und mit Herzblut verteidigt“, erinnerte sich Porvaznikova. Nun sollen sich ihre Mädels ein paar Tage ausruhen, regenerieren und die Eindrücke sacken lassen. Und die ein oder andere Stunde verpassten Schlaf nachholen.

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