Schiedsrichter-Chef Markus Schanz: „Natürlich bedeuten mehr Zuschauer einen größeren Druck“

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Markus Schanz ist Schiedsrichter-Chef des Kreises Dortmund. Vor der Endrunde spricht er über die bisherige Hallenstadtmeisterschaft und das Spiel zwischen Türkspor Dortmund und dem Lüner SV.

Dortmund

, 10.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur die Fußballer aller Dortmunder Mannschaften fiebern der Endrunde der Hallenstadtmeisterschaft entgegen, auch für die Schiedsrichter ist es immer wieder ein Highlight, in der Helmut-Körnig-Halle dabei zu sein.

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Mit dem bisherigen Turnierverlauf sind die Unparteiischen einverstanden, wie Markus Schanz, Schiedsrichter-Chef des Kreises im Gespräch mit dieser Redaktion bestätigt. „Was die Spielleitungen betrifft, sind die Vor- und Zwischenrunde aus Schiedsrichtersicht gut verlaufen“, so Schanz. Die Leistungen der Schiedsrichter seien bisher nicht das bestimmende Thema gewesen, „daher sind wir zufrieden“, zieht Schanz ein positives Fazit.

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Einzelne Beschwerden über Entscheidungen würde es immer mal wieder geben, dabei spiele aber auch oft „der Frust über erzielte Ergebnisse eine Rolle. Manchmal fehlt auch die Einsicht, dass der Schiedsrichter eben nicht perfekt ist.“

Markus Schanz: „Emotionen gehören zum Fußball dazu, jedoch...“

Dabei ist die Halle auch für die Unparteiischen etwas Außergewöhnliches. Die räumliche Nähe zu den Zuschauern geht nicht unbemerkt an den Schiedsrichtern vorbei.

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„Den Hallenfußball prägt ein weitaus größeres und räumlich näheres Publikum, natürlich bedeuten mehr Zuschauer und größere Lautstärke auf engem Raum einen größeren Druck - wohl bemerkt nicht nur für die Schiedsrichter, sondern auch für Spieler, Trainer und Offizielle“, sagt Schanz. Daher sei der Umgang mit dieser Kulisse die größte Umstellung im Vergleich zum Feld.

Über die Zuschauerränge wird auch noch mehr Emotionalität in das Spiel hereingetragen, als eh schon vorhanden ist. „Emotionen gehören zum Fußball dazu“, macht Schanz deutlich. „Jedoch darf das Ausleben von Emotionen nicht in Respektlosigkeit oder Unsportlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter oder Gegner münden.“

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Wenn das dennoch geschehe, müsse dagegen vorgegangen werden. Auf dem Feld und auch auf der Tribüne. „Wenn das Gegenstück zu Emotion die Besonnenheit ist, dann wäre es hilfreich, sich gelegentlich zu besinnen und nicht nur im Affekt zu handeln - das gilt nicht nur für die Halle“, bemerkt Schanz.

Größere Konzentration, gute Kommunikation und Ausblenden der Umstände

In der Halle müssen die kritischen Situationen von den Schiedsrichtern in kurzer Zeit und auf kleinem Raum entschieden werden. „Daher ist auch die Frequenz der hörbaren Reaktionen durch Beteiligte und/oder Zuschauer erhöht“, so Schanz.

Daher müssen auch die Schiedsrichter eine größere Konzentration an den Tag legen und die Umstände ausblenden können, um schnelle und richtige Entscheidungen zu treffen. Sollte der Unparteiische auf dem Feld eine Situation nicht wahrnehmen, können auch der Torrichter oder der Blockschiedsrichter in die Entscheidung eingreifen. Aber nur dann.

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„Hier spielt vor allem der Blickkontakt oder eine entsprechende Zeichengebung eine Rolle, in manchen Situationen erfolgt eine kurze Beratung während eines Time-Outs. Der Großteil der Kommunikation geschieht für den Außenstehenden unbemerkt“, sagt Schanz. So werden zum Beispiel in den Pausen zwischen den Spielblocken in der Kabine „Geschehnisse besprochen, wenn dafür auch nicht viel Zeit bleibt.“

Spiel zwischen Türkspor Dortmund und Lüner SV sorgte für Aufsehen

Ein Spiel, dass in der Zwischenrunde für Aufsehen sorgte, war das zwischen Türkspor Dortmund und dem Lüner SV. Schanz findet, dass die Begegnung „in der Nachbetrachtung zu hoch gehängt wird, schließlich war es nur eine von fast 180 in der Vor- und Zwischenrunde.“ Zwei Feldverweise wären wegen der Vereitelung unmittelbarer Torchancen ausgesprochen worden, eine weitere, „weil sich ein Spieler zu einer Unsportlichkeit hinreißen lassen“ hat.

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„Rein regeltechnisch gibt es an der Spielleitung des Schiedsrichters keinen Anlass zur Kritik. Bei aller verständlicher Emotion hätte hier ein wenig Besonnenheit im Spiel und auch im Nachhinein gut getan, das betrifft die Beteiligten, die Zuschauer und auch die Berichterstattung“, sagt Schanz.

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