Roj-Coach Ramadan: Eigentlich wollte ich gar nicht in der Bezirksliga trainieren

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Jan Ramadan heißt der neue Trainer beim Fußball-Bezirksligisten FC Roj, der im kommenden Jahr gerne aufsteigen möchte. Im Interview spricht er unter anderem über Aufstiegsdruck und Jürgen Klopp.

Dortmund

, 21.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jan Ramadan (41) ist im Dortmunder Fußball noch ein weitgehend unbekanntes Gesicht. Noch nie zuvor hat der neue Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Roj einen Dortmunder Fußballklub trainiert. Sein neuer Verein hat dennoch große Ziele mit dem 41-jährigen Trainer. Der FC Roj möchte gerne schon im kommenden Jahr in die Landesliga aufsteigen. Wir haben mit Ramadan über seine neue Station gesprochen.

Herr Ramadan, der FC Roj möchte in der nächsten Saison unbedingt um den Landesliga-Aufstieg mitspielen. Haben Sie Sorgen, dem Druck nicht gerecht werden zu können?

Druck verspüre ich gar nicht, nein. Ich bin an solche Situationen gewöhnt und damit immer gut zurechtgekommen. Es handelt sich hierbei ja um die Bezirksliga und nicht um die Ober- oder Regionalliga.

Die Mannschaft wird aber doch neu zusammengestellt, auch Sie als Trainer sind neu. Sind die Ziele da für den Anfang nicht fast zu ambitioniert?

Wenn Vorstand und Mannschaft keine Ziele hätten, dann bräuchte ich gar nicht bei einem Verein anfangen. Eigentlich wollte ich auch gar nicht in der Bezirksliga trainieren, sondern wollte professioneller trainieren. Der Verein hat nun große Schritte vor sich.

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Warum haben Sie sich nun doch für den FC Roj entschieden?

Ich hatte bereits vor eineinhalb Monaten Kontakt zum FC Roj, damals aber noch mit dem alten Vorstand. Von dem Angebot war ich gar nicht begeistert. Jetzt kürzlich hatte mich der neue Vorstand noch einmal kontaktiert. Am Dienstag haben wir für zwei Stunden zusammengesessen und der Verein hat mir erklärt, was er vorhat. Das hat mich beeindruckt. Deswegen habe ich auch zugesagt.

Was genau hat Sie denn beeindruckt?

Die Ehrlichkeit und die fußballerische Erfahrung des Vorstandes. Mir ist wichtig, dass der neue Vorstand Ahnung vom Fußball hat. Die Gespräche haben dann den Unterschied ausgemacht.

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Im vergangenen Jahr haben Sie CF Kurdistan Bochum trainiert, sind mit dem Klub in die Bezirksliga aufgestiegen und haben dann den Verein verlassen. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

Ich habe mich fußballerisch weitergebildet, habe mich viel mit Fortbildungen beschäftigt und auch privat Vereine und Spieler trainiert. Ich habe eine professionelle Speed-Coach-Trainerlizenz, habe mit Spielern unter anderem ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit trainiert. Ich möchte modernen Fußball spielen lassen wie in England oder Spanien.

Ihr Sportliche Leiter Nagdet Magid hat gesagt, dass Roj unter ihnen Klopp-Fußball spielen soll. Ticken Sie wie Jürgen Klopp?

Jürgen Klopp ist einer der besten Trainer der Welt. Ich habe bereits ein Training bei Roj geleitet, ein paar kleine Schritte gezeigt und die Spieler waren begeistert. Wir wollen einfachen Fußball spielen, effektiver denken. Das Training starten wir aber von Null: Dribbeln, Positionsspiel, Gruppentaktik und so weiter.

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Sind Sie denn so ein Motivator wie Klopp, der auch über Emotionen kommt?

Ohne Motivation wird es im Fußball nichts. Wenn meine Frau mich aber zum Beispiel motiviert, dann denke ich, dass ich die ganze Welt in der Hand habe. Bei der Ansprache kommt es immer darauf an, dass man sich die passende Zeit und die passenden Momente heraussucht. Nicht vor jedem Spiel muss unbedingt der Trainer eine Ansprache halten. Irgendwann gewöhnen sich die Spieler nämlich daran.

Der FC Roj war einer der ersten Vereine, der nach der Corona-Pause wieder in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt ist. Was erwartet die Mannschaft momentan?

Ich habe mir von der Mannschaft einen ersten Eindruck gemacht. Wir wollen langsam anfangen und unser Training an die Corona-Situation anpassen. Wir werden viele große Schritte machen, wollen professionell vorgehen. Ich plane momentan, dass wir ab dem 1. Juli mit der Trainingsvorbereitung beginnen. Wir starten dann mit Krafttraining, kleinen individuellen Eins-gegen-eins-Situationen und wollen all das nach und nach ausweiten.

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