Pascal Kowalczyk vom Dorstfelder SC: Erst die Hallenstadtmeisterschaft, dann auf Streife

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Pascal Kowalczyk hat mit dem Dorstfelder SC eine sichere Führung gegen BW Huckarde aus der Hand gegeben. Den Fokus setzt er aber gar nicht auf die Halle.

Dortmund

, 02.01.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Ausscheiden in der Halle Huckarde hing Pascal Kowalczyk vom Dorstfelder SC auch einen Tag danach noch nach. Dies lag nicht einmal am fehlenden Schlaf, weil Kowalczyk unmittelbar nach der Vorrunde zur Arbeit düste und als Polizist in der Nachtschicht Streife fuhr.

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Vielmehr war der tragische Spielverlauf der ausschlaggebende Grund. Mit 3:0 führte der DSC im Entscheidungsspiel bereits gegen BW Huckarde, unter anderem hatte Peter Brdonkalla, der älteste Feldspieler am Freitag, doppelt getroffen. Doch dann drehte Blau-Weiß tatsächlich noch die Partie und zog in die Zwischenrunde ein. „Das sitzt schon tief“, gab Kowalczyk zu.

Mangelnde Erfahrung ein möglicher Grund

„Nach so einem emotionalen Spiel, will man die Zwischenrunde auch mitnehmen. Gerade die Halle ist etwas Besonderes“, sagte er. Vielleicht sei die mangelnde Erfahrung – trotz Brdonkalla – im jungen Kader des DSC Schuld gewesen, mutmaßte er. Doch daraus könne die Mannschaft nur lernen. „Wir haben, glaube ich, alleine drei Tore nach dem Einschießen bekommen. Sowas passiert normalerweise nicht“, haderte Kowalczyk.

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Er selbst blieb im Überkreuzspiel ohne eigenen Treffer, dabei hatte er zuvor beim 10:2 gegen TuS Eving-Lindenhorst noch so richtig aufgedreht. Gleich fünf Mal schlug der 26-Jährige da zu – obwohl er eigentlich als letzter Mann aufgestellt war.

Pascal Kowalczyk auf ungewohnter Position in der Halle

Allerdings war das eine Ausnahme: „Auf dem Feld bin ich Mittelstürmer.“ Ursprünglich sei auch geplant gewesen, dass Kowalczyk und nicht Brdonkalla in der Halle im Sturm spiele. „Aber dadurch, dass mir noch etwas die Fitness fehlt, sollte ich als Aufbauspieler agieren, die Bälle verteilen und wenn sich die Möglichkeit ergibt, nach vorne stoßen.“ Der Offensivspieler Kowalczyk also in der Defensive, der Defensivspieler Brdonkalla in der Offensive.

Pascal Kowalczyk vom Dorstfelder SC: Erst die Hallenstadtmeisterschaft, dann auf Streife

Pascal Kowalczyk zeigte sich sehr treffsicher. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Ein Plan, der aufging. Auch wenn es am Ende nicht zum Weiterkommen reichte, überzeugten die Beiden. „Peter kommt über die Körperlichkeit. Unsere Taktik war, ihn oft anzuspielen, sodass er die Bälle festmachen kann und als Wandspieler agiert“, so Kowalczyk.

Diese Leistung sorgte auch bei Thomas Faust, Trainer von BW Huckarde, für Anerkennung. „Peter hat es sehr gut gemacht, er ist ja eigentlich ein gelernter Defensivspieler. Da sieht man, dass man nicht mehr so viel laufen muss und mit Kopf spielen kann“, so Faust.

Gegen TuS Eving-Lindenhorst in einen Rausch gespielt

Und Kowalczyk spielte sich gegen Eving mit eben jenen fünf Treffern in einen Rausch. „Man muss sagen, dass es uns Eving einfacher gemacht hat, sodass wir alle unglaublich große Räume hatten. Aber gerade der Abschluss aus der Distanz ist meine Stärke, weil ich einen harten und platzierten Schuss habe. Die habe ich dann gut gesetzt“, beschreibt der Dortmunder Junge seine Sternstunde.

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Eine Partie, die er so schnell nicht vergessen wird – auch weil es sein erster großer Auftritt bei der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft war. In der Jugend hat er zwar bei der TSC Eintracht Dortmund gespielt, doch dann ging es nach Brambauer und Hohenlimburg, ehe er berufsbedingt eine zweijährige Pause einlegen musste.

„Dementsprechend wurde ich auch etwas unfitter, ein paar Kilos kamen drauf. Jetzt ist es für mich eine Übergangssaison, um wieder fit zu werden.“

Neidischer Blick nach Dortmund

Die Hallenstadtmeisterschaft habe er aber auch außerhalb des Kreises Dortmund schon immer verfolgt. „Und ich habe auch etwas neidisch zugeguckt, in Hagen ist es doch etwas anderes.“

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Mit dem DSC will er sich nun auf die Kreisliga A konzentrieren. Aktuell steht Rang zwölf zu Buche, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang beträgt fünf Zähler. „Wir sehen diese Saison als einen Teil von einem Reifeprozess“, sagte Kowalczyk. Denn obwohl Dorstfeld auf dem Papier als Absteiger gilt, ist es eigentlich eher ein Aufsteiger. „Die Konstellation war so, dass die eigentliche erste Mannschaft abgestiegen ist und die zweite aufgestiegen. Nun besteht der Kader der Mannschaft zu einem Großteil aus Spielern der zweiten Mannschaft. Es ist ein Umbruch, wir wollen erst einmal drinbleiben, da bin ich aber auch sehr optimistisch, dass das klappt.“

Aus der Halle auf die Wache

Schritt für Schritt soll es für den DSC wieder nach vorne gehen – um dann in der nächsten Spielzeit auch wieder in der Halle für Furore und für durchgefeierte Partynächte zu sorgen. Dann wird Kowalczyk wohl auch alles dafür geben, der Nachtschicht im Polizeiwagen zu entkommen. Immerhin eins war ihm nach der aufregenden Vorrunde vergönnt: „Es war eine ruhige Schicht, alles gut.“

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