Neustart beim BVB II: Lars Bünning und die Hoffnung auf den Weg nach ganz oben

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Für Lars Bünning ist Borussia Dortmund so etwas wie ein Neustart. In Werder Bremens U23 spielte der Innenverteidiger zuletzt keine große Rolle mehr. Beim BVB II will er Führungsspieler werden.

Dortmund

, 29.06.2019, 20:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Man muss gewiss kein Sprachenforscher sein, um Lars Bünnings Herkunft beim ersten gemeinsamen Termin schnell auszumachen. Nun gut, Plattdeusch kommt dem 21 Jahren alten Neuzugang von Borussia Dortmunds U23 zwar nicht über die Lippen. Aber dass Hamburg seine Heimatstadt ist, kann auch der groß gewachsene Hanseate nicht verbergen.

„Ich bin dort geboren“, sagt Bünning, wieder mit diesem typisch norddeutschen Akzent. „Und meine Familie lebt dort immer noch in der Nähe.“ Er selbst hat die Hafenstadt vor vier Jahren hinter sich gelassen. Angefangen in der Jugend des Hamburger SV zog es ihn immer weiter gen Westen. Über Werder Bremen, wo er vier Jahre lang unter Vertag stand, fand er in diesem Sommer schließlich den Weg ins Ruhrgebiet.

Bünning hat den BVB schon immer verfolgt

Bremen, meint Bünning, sei eine schöne Stadt, in der es sich auch gut leben lassen. Aber Dortmund - „das ist dann doch noch mal eine andere Hausnummer, gerade was den Fußball betrifft.“ Der BVB habe ihn schon immer fasziniert. „Seitdem ich Fußball verfolge, habe ich Dortmund immer als riesigen Traditionsverein wahrgenommen. Durch die Erfolge in den vergangenen Jahren ist der Klub nun noch mal richtig aufgeblüht ist.“

Als jetzt der Anruf aus Dortmund kam, musste Bünning dann auch nicht lange überlegen. „Die Entscheidung, hierher zu kommen, ist sehr schnell gefallen“, sagt der 21-Jährige, der in der U23 von Werder Bremen in der Regionalliga Nord zuletzt keine allzu große Rolle mehr gespielt hat (13 Spiele, ein Tor). Bünning kommt ablösefrei, sein Vertrag beim BVB ist bis 2021 datiert.

Nun ist Bünning also in Dortmund. Etwas mehr als eine Woche Vorbereitung liegen hinter ihm und seinen Mitspielern. „Es waren intensive Tage“, sagt Bünning, der sich gut aufgenommen fühlt von den neuen Teamkollegen. „Die Mannschaft macht einen super Eindruck.“ Menschlich wie auch sportlich. „Wir haben eine hohe Qualität im Team, daher bin ich überzeugt davon, dass wir oben mitspielen werden“, sagt Bünning.

Hamburger gibt Stammplatz in der Innenverteidigung als Ziel aus

Der gebürtige Hamburger will die bevorstehenden Wochen nun dazu nutzen, Eigenwerbung bei Trainer Mike Tullberg zu betreiben. Sein Ziel sei ein Stammplatz, am liebsten in der Innenverteidigung, sagt der 1,87 Meter große Linksfuß, der in der U19 von Werder Bremen und einst in der Jugend des HSV, wo er fünf Jahre gespielt hat, auch auf der linken Seite zum Einsatz kam. Klar ist: „Ich will so viele Spiele machen wie möglich. Und dann auch als Führungsspieler vorangehen.“

Bünning sieht sich eben selbst als Leader. „Durch meine Aggressivtät im Zweikampf lebe ich das vor“, sagt er. Doch im modernen Fußball, das weiß auch der 21-Jährige, sind gerade bei Defensivspielern immer mehr fußballerische Qualitäten gefragt. Bünning verfügt über ein passables Aufbauspiel. Das hat er zuletzt beim ersten Testspiel des BVB II gegen Preußen Münster (3:2) unter Beweis gestellt, in dem er auch den Treffer zum 1:0 beisteuerte.

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Wie viele junge Spieler hegt auch Bünning den Traum, es irgendwann mal den Sprung in den Profifußball zu realisieren. In der vergangenen Saison habe er häufiger bei den Profis von Werder Bremen bereits reinschnuppern dürfen. Testspiele, Trainingseinheiten. Solche Sachen, die man als junger Nachwuchsspieler eben machen darf.

Anpassungsprobleme im Profibereich schnell behoben

Anfangs habe es ihm durchaus Probleme bereitet, sich dem höheren Niveau anzupassen. „Aber je öfter man dabei ist, desto schnell funktioniert es und man verbessert sich“, sagt Bünning. Er selbst habe eine Berufung zum Profikader immer als Belohnung gesehen. „Das ist schon etwas Besonderes, und daher bin ich optimistisch, dass er für mich noch höher gehen kann.“

Aber ob ihm dieser Schritt nun beim BVB gelingt, bleibt abzuwarten „Das ist immer schwer zu sagen“, meint auch Bünnig. „Da muss vieles stimmen und zusammenkommen. Sei es durch Verletzungen oder einfach, weil gerade mal Leute gebraucht werden. Aber nichtsdestotrotz ist alles möglich.“

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Mike Tullberg will ihm dabei helfen, so wie er allen Spieler von Borussia Dortmunds U23 dabei helfen will, im Profifußball Fuß zu fassen. Der Sprung zu den Profis sei kolossal groß, sagt der Cheftrainer. „Aber ich sehe hier den ein oder anderen, der die Chance zum Training bei den Profis bekommen könnte. Darauf will ich sie vobereiten.“

Bünning: Tullberg ist gut für die junge Mannschaft

Bünning hat in seinen ersten Tagen einen postiven Eindruck von Tullberg gewonnen. „Er ist ja selbst noch sehr jung (Tullberg ist 33, Anm. d. Red.), und das tut unserer jungen Mannschaft sehr gut. Wir haben Spaß zusammen. Aber im richtigen Moment arbeiten wir sehr ernst und mit Feuer“, sagt der Abiturient.

Auch die fußballerischen Vorstellungen des Trainers stoßen auf positive Resonanz. Der Trainer legt großen Wert darauf, dass seine Mannschaft im Ballbesitz ist. „Wenn wir den Ball mal nicht haben, sollen wir ihn sofort zurückerobern. Da gibt es keine Pausen.“ Entsprechend hoch stehen auch die Innenverteidiger, bisweilen sogar in der gegnerischen Hälfte. Für Bünning aber kein Problem. Seine oberstes Ziel sei es ohnehin erstmal, sagt er wieder in seinem typisch norddeutschen Dialekt, „hier eine gute Saison zu spielen“.

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