Neuer Bövinghausen-Spieler wurde Deutscher Meister mit Kolasinac und Meyer

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Der TuS Bövinghausen hat in den vergangenen Monaten viele hochkarätige Spieler verpflichtet. Nun hat der TuS jemanden geholt, der ein spezielles Kapitel in seiner Vergangenheit erlebt hat.

Dortmund, Bövinghausen

, 10.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dass Fußballer im Dortmunder Amateurbereich bei den großen Klubs wie dem BVB, Schalke 04 oder dem VfL Bochum ausgebildet werden, ist keine Seltenheit. Meist landen diese Kicker dann in der Oberliga, weil der Sprung nach ganz oben nicht geklappt hat. Nun wagt ein ehemaliger Nachwuchskicker von S04 den Sprung in die Landesliga.

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Frederic Westergerling, neuer Keeper des TuS Bövinghausen spielte früher mit Sead Kolasinac, Max Meyer, Kaan Ayhan und Philipp Max. Mit seinen Teamkameraden gewann der Keeper 2012, der sich zu diesem Zeitpunkt noch im ersten Jahr der U19 befand, die Deutsche Meisterschaft in der A-Jugend. Im Finale besiegte Schalke den FC Bayern München mit 2:1.

Statt ein Jahr in der Jugend gleich zum Männerfußball

Doch im Gegensatz zu seinen Mannschaftskollegen, die es mittlerweile zum FC Arsenal London (Kolasinac), Crystal Palace (Meyer), Fortuna Düsseldorf (Ayhan) und FC Augsburg (Max) gezogen hat, ging es für den heute 25-Jährigen weiter zum SV Lippstadt in die Oberliga der Senioren – und das obwohl er noch ein Jahr hätte in der A-Jugend spielen können.

Frederic Westergerling wechselt von der Hammer Spielvereinigung zum TuS Bövinghausen.

Frederic Westergerling wechselt von der Hammer Spielvereinigung zum TuS Bövinghausen. © fupa

Dort traf er dann auf einen alten Bekannten: Daniel Farke. Der jetzige Trainer von Premier-League-Klub Norwich City coachte damals den SVL. „Daniel kannte mich schon aus der Jugend des SV Lippstadt. Ich bin ja gebürtig von dort. Er wollte mich damals schon bei den Herren haben, weil sich im Team eine neue Torwartsituation ergab“, erinnert sich Westergerling.

In Lippstadt blieb er dann auch insgesamt vier Jahre. Er stieg mit dem Team 2013 in die Regionalliga auf, jedoch ein Jahr später wieder ab. In allen Spielzeiten kam er jedoch über die Rolle des Reservisten nicht hinaus. Nur wenige Male hütete er das Tor des SVL.

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Deshalb entschied er sich im Sommer 2016 zum Wechsel zum SC Roland Beckum. Hier hatte er die Position des Stammtorhüters inne, spielte 21 Mal. Doch letztlich konnte er den Abstieg der Mannschaft nicht verhindern. Der 25-Jährige ging zurück zum SV Lippstadt, wo er jedoch wieder nur Ersatzkeeper war.

Schwierige Saison in Hamm

Deswegen schloss er sich im Sommer 2018 dem FC Gütersloh an. Dort absolvierte er 21 Partie. Trotz des Postens des Stammtorhüters wechselte er im Sommer vergangenen Jahres zur Hammer Spielvereinigung. Dort lief es jedoch sportlich bescheiden – mit nur fünf Punkten aus 20 Spielen steht das Team am Tabellenende.

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Wegen der sportlichen Situation und wegen seines BWL-Studiums an der FH in Dortmund wechselt er nun zur kommenden Saison zum TuS Bövinghausen – und das obwohl sein Vertag in Hamm bis 2021 galt. „Im Amateurfußball muss man immer die berufliche Perspektive im Blick haben“, betont der 25-Jährige.

„Ich wohne mittlerweile in Dortmund, bemühe mich derzeit zusätzlich um einen Job als Werkstudent“, begründet Westergerling den Wechsel nach Bövinghausen. Um künftig fürs Training zur Spielstätte seines neuen Klubs zu gelangen, peilt der Torwart zehn Minuten an. „Das ist eine unglaubliche Zeitersparnis.“

Frederic Westergerling will mit dem TuS Bövinghausen perspektivisch in die Oberliga.

Frederic Westergerling will mit dem TuS Bövinghausen perspektivisch in die Oberliga. © fupa

In Hamm fiel der Keeper zuletzt neben seiner guten Leistungen auch wegen seiner Trikotnummer auf: Er trug die Nummer 99. „Die Nummer eins war schon vergeben Mit der zwölf verbinde ich etwas Negatives aus meiner sportlichen Vergangenheit. Daher kam ich zur 99. Die Nummer an sich hat für mich keine spezielle Bedeutung.“ Ob er die Trikotnummer auch beim TuS wieder haben will? „Das weiß ich noch gar nicht“, meint Westergerling.

Frederic Westergerling: „Der TuS ist sehr ambitioniert“

Mit Bövinghausen will er nun vor allem eins - aufsteigen. „Sicher würde ich mich freuen, wenn der Sprung zur nächsten Saison in die Westfalenliga klappt“, sagt der Keeper, der natürlich gerne zurück in die Oberliga möchte. „Der TuS ist sehr ambitioniert – das hat mir bei den Gesprächen gefallen.“

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Bei seinen sportlichen Zielen wird ihm auch seine Zeit beim FC Schalke 04 helfen. „Trainer Norbert Elgert hat uns damals viel mitgegeben. Einerseits sicherlich die sportliche Perspektive, andererseits auch eine mentale Stärke und Charaktereigenschaften, die über den Fußball hinausgehen. Ich denke, auf der zwischenmenschlichen und der beruflichen Ebene habe ich viel mitgenommen.“

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